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HSG wird Deutscher Meister

von | Mai 31, 2026 | Blomberg, HSG

Die Spielerinnen der HSG Blomberg-Lippe (GER) feiern ueber Sieg als deutscher Meister. Laura Rueffieux (HSG Blomberg-Lippe, #03) hebt die Schale. / Foto: Die HSG feiert die erste Deutsche Meisterschaft. (Timon Peters)

Im dritten und entscheidenden Spiel begrüßte die HSG den BVB erneut an der ausverkauften Ulmenallee. Anders als in der vergangenen Woche erspielten sich die Blombergerinnen ihren Vorsprung erst in der zweiten Hälfte und siegten erneut gegen die Dortmunderinnen mit 30:26 (13:12). Damit krönt die HSG eine überragende Saison und ist neuer Deutscher Meister der Alsco Handball Bundesliga Frauen. Beste Werferin der Gastgeberinnen war Ona Vegué mit sieben Treffern.

Intensives Finalspiel

Zum entscheidenden Finalspiel schickte Steffen Birkner neben Melanie Veith im Tor auch Farrelle Njinkeu, Díana Magnúsdóttir, Elín Magnúsdóttir, Nieke Kühne, Alexia Hauf und Maxi Mühlner in die Partie. Die HSG begann mit einer starken Defensive rund um den Innenblock mit Kühne und Andrea Jacobsen. Während Magnúsdóttir und Kühne die Blombergerinnen mit 2:0 in Führung brachten, parierte Veith unter anderem gegen Vollebregt, sodass die HSG erst in der fünften Minute den ersten BVB-Treffer hinnehmen musste. Über den ersten Siebenmeter des Spiels glichen die Dortmunderinnen durch Lassource zum 2:2 aus.

Die Partie war bis dahin vor allem von den Abwehrreihen geprägt. Die Blombergerinnen fanden nach den ersten beiden Treffern kaum Lösungen gegen die BVB-Defensive. Als Kühne trotz eines Gesichtstreffers gegen Lassource wegen angeblicher Schauspielerei eine Zeitstrafe erhielt, kochte die ausverkaufte Ulmenallee erstmals über. Auf der Gegenseite parierte Veith in Unterzahl erneut gegen Vollebregt.

Trotz Unterzahl und drohendem Zeitspiel fand Mühlner Magnúsdóttir, die zum 3:2 für die HSG einnetzte. Nach zehn Minuten waren erst fünf Treffer gefallen. Nestaker glich direkt wieder aus, ehe Grijseels die Gäste aus Dortmund erstmals in Führung brachte. Die HSG hielt das Tempo hoch, sorgte durch Mühlners Treffer für den erneuten Ausgleich, doch der BVB zeigte sich nun zielstrebiger und ging wieder in Führung.

Henrik Gröner brachte nun Antl an den Kreis, nachdem Kühne das 5:5 erzielt hatte. Nestaker setzte den Ball jedoch über das Tor. Veith schnappte sich den Ball und leitete den Gegenstoß auf Hauf ein, doch auch Wachter zeigte ihre Klasse und parierte Haufs Heber. Bei den Blombergerinnen schlichen sich – wie bereits in der Vorwoche – kleine Fehler ein, die der BVB konsequent bestrafte. Auch dank Wachter setzten sich die Dortmunderinnen auf 7:5 ab. Magnúsdóttir tankte sich erneut durch die BVB-Defensive und erzielte den Anschlusstreffer. Schon früh entwickelte sich die Partie zu einem echten Krimi.

Gegen Vollebregt zeigte Veith weiterhin eine starke Leistung und vereitelte die nächste Großchance. Für Kühne kam Jacobsen in die Offensive, Hauf machte Platz für Ona Vegué. Jacobsen nutzte einen misslungenen Pass von Grijseels und traf zum 7:7. Zehn Minuten vor der Halbzeit war Veith erneut zur Stelle. Die Isländerinnen der HSG präsentierten sich in starker Form: Elín Magnúsdóttir war maßgeblich am 3:0-Lauf und dem Führungstreffer beteiligt. Vegué vergab die Chance auf eine Zwei-Tore-Führung, als ihr Wurf am Pfosten landete.

Nach dem Ausgleich durch Lassource holte Jacobsen eine Zeitstrafe gegen Olsson heraus. In Überzahl traf die Isländerin in ihrem letzten Spiel für die HSG zur erneuten Führung. Die Schlussphase der ersten Halbzeit hatte es in sich: Kamp erzielte das 9:9, doch nur Sekunden später traf Kühne zum 10:9. Nach einer Parade von Wachter gegen Mühlner nahm Birkner beim Stand von 10:10 und noch fünf Minuten auf der Uhr seine Auszeit.

Doch wie Wachter auf der einen Seite zeigte auch Veith auf der anderen Seite eine starke Leistung. Magnúsdóttir holte einen Siebenmeter heraus, den Vegué sicher verwandelte. Im direkten Gegenzug erhielt auch der BVB einen Strafwurf. Wieder landete Kühnes Pass bei Mühlner, wieder holte die Kreisläuferin einen Siebenmeter heraus. Vegué blieb erneut sicher, obwohl Wachter noch die Finger am Ball hatte.

Auch Lassource verwandelte ihren nächsten Siebenmeter. Kühne hatte mit ihrem Treffer kurz vor der Pause das letzte Wort im Angriff, ehe Veith den Siebenmeter mit dem Halbzeitpfiff parierte. Mit einer 13:12-Führung ging die HSG in die Kabine.

Nervenstarke HSG belohnt sich

Mit viel Energie startete die HSG in die zweite Halbzeit. Durch Treffer von Magnúsdóttir, Vegué und Jacobsen legten die Gastgeberinnen einen 3:0-Lauf hin und mussten erst beim 16:13 den ersten Dortmunder Treffer nach dem Seitenwechsel hinnehmen.

Kühne eroberte in der Defensive den Ball, doch Mühlner scheiterte im Gegenstoß an Szikora. Statt einer Vier-Tore-Führung verkürzte Dortmund auf 16:14. Szikora war nun im Spiel und parierte kurz darauf auch gegen Kühne. Nestaker erzielte anschließend den Anschlusstreffer. Spätestens als Vegué einen Siebenmeter gegen Szikora vergab, war die Dortmunder Torhüterin endgültig angekommen.

Das entscheidende Finalspiel wurde zunehmend hitziger. Nach einem Foul an Vollebregt sah Mühlner die Rote Karte, sodass die HSG fortan nur noch mit Rüffieux am Kreis agieren konnte. Die Gastgeberinnen ließen sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen, denn Veith parierte erneut einen Siebenmeter und verhinderte den Ausgleich zum 16:16.

Wie schon zum Ende der ersten Halbzeit häuften sich nun die Strafwürfe. Sowohl Vegué als auch Lassource blieben sicher. Der Vorsprung der Blombergerinnen schmolz auf ein Tor, doch der BVB konnte daraus keinen Vorteil ziehen. Magnúsdóttir traf Kusian im Gesicht und erhielt eine Zeitstrafe. Njinkeu eroberte den Ball nach einem Stürmerfoul und Kühne holte die zweite Zeitstrafe gegen Olsson heraus.

Njinkeu blieb auch offensiv nervenstark und stellte den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Kurz darauf parierte Roth einen weiteren Siebenmeter von Lassource. Anschließend zeigte Njinkeu, warum sie als Alsco Rookie der Saison ausgezeichnet wurde: Die 19-Jährige setzte sich erneut gegen Szikora durch und traf zum 20:17.

Nach einem Ballverlust von Jacobsen stand Njinkeu erneut im Mittelpunkt. Sie warf sich auf den freien Ball und bediente Magnúsdóttir. Olsson griff der Isländerin in den Arm und sah ebenfalls die Rote Karte. Vegué verwandelte den folgenden Strafwurf sicher zum 21:18.

Kamp verkürzte zwar für den BVB, doch Vegué antwortete mit einem sehenswerten Heber. Dortmund stellte auf das Spiel mit sieben Feldspielerinnen um und verkürzte durch Grijseels auf 22:20. Die Chance auf die erneute Drei-Tore-Führung ließ Vegué vom Siebenmeterpunkt liegen, als Wachter parierte.

Veith hielt ihre Mannschaft anschließend mit einer weiteren Parade im Spiel. Kurz darauf warf sich Rüffieux in einen freien Ball und sicherte den nächsten Angriff. Wieder setzte sich Magnúsdóttir durch und holte einen Siebenmeter heraus. Diesmal trat Nuria Bucher an und verwandelte eiskalt.

In den letzten zehn Minuten übernahm Roth zwischen den Pfosten und zeigte mehrere wichtige Paraden. Spätestens als Vegué zwei Minuten vor dem Ende zum 29:24 traf, gab es an der ausverkauften Ulmenallee kein Halten mehr. Lassource erzielte schließlich den Treffer zum 30:26-Endstand.

Mit zwei Finalsiegen in eigener Halle gewinnt die HSG erstmals die Deutsche Meisterschaft. Die Blombergerinnen krönen damit eine außergewöhnliche Saison und blieben in ihrer Heimhalle über die gesamte Spielzeit ohne Punktverlust.

Aufstellungen:

HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux, Jacobsen (3), D. Magnúsdóttir (4), Kühne (5), Mühlner (1), Vegué (7), Jaron, Bucher (1), Tietjen, Sandberg, Hauf, E. Magnúsdóttir (4), Njinkeu (5)

Borussia Dortmund: Szikora, Wachter; Grijseels (4), Kusian (1), Antl (1), Van Maurik (1), Langer, Kamp (2),Lassource (8), Husebo (1), Olsson (1), Vollebregt (2), Nestaker (3), Egeling (1), Bleckmann (1), Menne

 

 

 

Pressemitteilung HSG Blomberg-Lippe

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