Es sind Momente, die weit über einen sportlichen Erfolg hinausgehen. Momente, die Teil der Stadtgeschichte werden. Mit ihrem ersten Deutschen Meistertitel haben sich die Handballerinnen der HSG Blomberg-Lippe nicht nur die Krone des deutschen Frauenhandballs aufgesetzt – sie haben sich einen Platz für die Ewigkeit gesichert. Im Rathaus bzw. auf dem Marktplatz der Nelkenstadt durften sich die Meisterinnen nun in das Goldene Buch der Stadt Blomberg eintragen.
Der Eintrag ist weit mehr als eine formale Ehrung. Er ist Ausdruck von Anerkennung, Respekt und Dankbarkeit für eine Mannschaft, die über Jahre hinweg beharrlich auf diesen großen Moment hingearbeitet hat.
Was sich heute wie ein Märchen liest, ist das Ergebnis unzähliger Trainingseinheiten, schmerzhafter Niederlagen, knapper Entscheidungen und eines unerschütterlichen Glaubens an das gemeinsame Ziel. Noch vor einem Jahr hatten sich die Blombergerinnen als Deutscher Vizemeister ins Goldene Buch eingetragen. Damals würdigte die Stadt bereits eine außergewöhnliche Leistung. Nun folgt die Krönung einer Entwicklung, die ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.
Die HSG schrieb Ende Mai Geschichte. In einer dramatischen Finalserie gegen Borussia Dortmund setzte sich das Team von Trainer Steffen Birkner im entscheidenden dritten Spiel mit 30:26 durch und gewann erstmals die Deutsche Meisterschaft. Nach Jahren in der nationalen Spitzengruppe und mehreren verpassten Chancen gelang endlich der ganz große Wurf.
Besonders emotional macht diesen Erfolg die Tatsache, dass er nicht über Nacht entstanden ist. Die HSG steht seit Jahren für Kontinuität, Nachwuchsförderung und nachhaltige Vereinsarbeit. Zahlreiche Talente wurden in Blomberg ausgebildet und entwickelten sich zu Bundesliga-Spielerinnen. Immer wieder gehörte die HSG zur Spitze – und musste dennoch erleben, wie andere Mannschaften die Titel holten.
Nun wurden Geduld, Leidenschaft und harte Arbeit belohnt.
Das Goldene Buch der Stadt dokumentiert seit Jahrzehnten besondere Ereignisse und herausragende Persönlichkeiten. Auch die HSG ist dort längst kein unbekannter Gast. Zum Beispiel durften sich 2023 die Deutschen Meisterinnen der weiblichen A-Jugend verewigen. Zuvor hatten sich die Deutschen Meisterinnen der weiblichen B-Jugend in die Chronik der Stadt eingetragen. Die Erfolge im Nachwuchsbereich galten stets als Beleg für die außergewöhnliche Arbeit des Vereins.
Doch der Eintrag der Bundesliga-Mannschaft als Deutscher Meister besitzt eine ganz besondere Strahlkraft. Denn erstmals steht eine Frauenmannschaft aus Blomberg ganz oben im deutschen Handball. Aus einer Stadt mit knapp 16.000 Einwohnern kommt der neue nationale Champion. Eine Geschichte, die weit über Lippe hinaus Aufmerksamkeit erregt.
Im Rathaus bzw. auf dem Marktplatz dürfte deshalb nicht nur Stolz, sondern auch Dankbarkeit spürbar gewesen sein. Dankbarkeit gegenüber Spielerinnen, Trainerteam, Ehrenamtlichen, Sponsoren und den vielen Fans, die die Mannschaft über Jahre begleitet haben. Die ausverkaufte Halle an der Ulmenallee war in der Meistersaison eine Festung. Kein einziges Bundesliga-Heimspiel ging verloren. Die Unterstützung von den Rängen wurde zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.
Mit ihren Unterschriften im Goldenen Buch haben die Spielerinnen nun einen bleibenden Abdruck hinterlassen. Der Meistertitel wird irgendwann Teil der Statistik sein. Der Eintrag ins Goldene Buch aber bleibt. Als Erinnerung an eine Mannschaft, die nie aufgegeben hat. An einen Verein, der konsequent seinen Weg gegangen ist. Und an einen Tag, an dem sich ein großer Traum erfüllte – für die HSG Blomberg-Lippe und für eine ganze Stadt.
Zum Kader der Saison 2025/ 2026 gehörten: Laura Rüffieux, Nieke Kühne, Maxi Mühlner, Marie Michalczik, Amber Verbraeken, Andrea Jacobsen, Malin Sandberg, Nuria Bucher, Farrelle Njinkeu, Judith Tietjen, Alexia Hauf, Élin Rosa Magnúsdóttir, Lara Lepschi, Melanie Veith, Nicole Roth, Ona Vegué, Carolin Jaron und Díana Dögg Magnúsdóttir.
Zum Team gehören natürlich ebenso: Cheftrainer Steffen Birkner, Geschäftsführer und sportlicher Leiter Jan-Henning Himborn, Mannschaftsbetreuer Oliver Lippert, Mannschaftsarzt Dr. Christian Colcuc, Physiotherapeuth Schaho Aziz, Torwarttrainer Ronny Krüger und Neuro-Athletiktrainer Jörg Michalewicz.
Aber auch die vielen freiwilligen Helfer, die HSG-Fanbase und alle anderen Fans, sowie die vielen Sponsoren haben einen Beitrag zu diesem wahnsinnigen Erfolg geleistet. Herzlichen Glückwunsch, einfach nur großartig, gerade mit Blick auf ein Budget, welches im Vergleich zu Dortmund bei rund einem Drittel liegen dürfte.
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