
Bild: LPO
Wenn sich im Rahmen des Westfälischen Schützentages in Blomberg das Landespolizeiorchester Nordrhein-Westfalen zum Benefizkonzert präsentiert, steht ein Dirigent am Pult, der seit Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Orchesterszene zählt. Unter der Leitung von Scott Lawton gastiert das rund 45-köpfige Berufsorchester am Donnerstag, 17. September, im Festzelt hinter der Blomberger Schießhalle. Der Erlös des Konzerts kommt der Blomberger Bürgermeister-Heinrich-Fritzemeier-Stiftung zugute. Das musikalische Programm reicht von klassischer Literatur bis hin zu Filmmusik und modernen Arrangements – eine stilistische Bandbreite, für die Scott Lawton seit vielen Jahren bekannt ist.
Der gebürtige US-Amerikaner gehört zu den Dirigenten, die sich bewusst nicht auf ein musikalisches Genre festlegen. Oper, Sinfonik, Filmmusik, Musical oder Crossover – Lawton bewegt sich seit Jahrzehnten mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit zwischen den unterschiedlichsten Stilrichtungen. Sein beruflicher Weg führte ihn früh nach Deutschland, wo er sich als Dirigent, Pianist, Komponist und Musikpädagoge einen hervorragenden Ruf erarbeitete. Besonders bekannt wurde er als Chefdirigent des Deutschen Filmorchesters Babelsberg und als musikalischer Leiter des Landespolizeiorchesters Nordrhein-Westfalen.
Geboren wurde Scott Lawton am 4. Juli 1960 in New Castle im US-Bundesstaat Pennsylvania. Seine Ausbildung absolvierte er am Oberlin Conservatory in Ohio sowie am College-Conservatory of Music der University of Cincinnati. Bereits während des Studiums entwickelte er eine Offenheit für unterschiedlichste musikalische Genres – ein Markenzeichen, das seine Laufbahn bis heute prägt.
Nach ersten Engagements als Solorepetitor in Bielefeld und als Kapellmeister am Saarländischen Staatstheater übernahm Lawton 1999 die Position des Chefdirigenten des Deutschen Filmorchesters Babelsberg. Mit dem renommierten Ensemble dirigierte er internationale Filmmusikproduktionen, Fernsehaufzeichnungen und zahlreiche Crossover-Projekte. Gemeinsam arbeitete er unter anderem mit den Scorpions, Udo Lindenberg, David Garrett, José Carreras, Jon Lord und Omara Portuondo zusammen. Auch Live-Aufführungen großer Filmklassiker wie „Metropolis“, „City Lights“ oder „Fluch der Karibik“ gehören zu seinem Repertoire.
Seit 2005 leitet Scott Lawton das Landespolizeiorchester Nordrhein-Westfalen. Das professionelle Blasorchester repräsentiert das Land NRW bei rund 80 Konzerten im Jahr und ist weit über die Landesgrenzen hinaus gefragt. Lawton versteht das Ensemble nicht nur als Polizeiorchester, sondern als kulturellen Botschafter. Seine Konzertprogramme verbinden klassische Werke mit Musicalmelodien, Jazz, Filmmusik und sinfonischer Blasmusik und sprechen damit ein breites Publikum an. Gerade Benefizkonzerte nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein, weil Musik für ihn Menschen verbinden und zugleich einen guten Zweck unterstützen kann.
Auch als Gastdirigent ist Lawton international gefragt. Er dirigierte unter anderem das Gürzenich-Orchester Köln, das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt, die Meininger Hofkapelle, das Sinfonieorchester Wuppertal sowie zahlreiche Konzerte beim Classic Open Air am Berliner Gendarmenmarkt, den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci und dem José-Carreras-Benefizkonzert. Darüber hinaus komponierte er Musiktheaterwerke für die Gandersheimer Domfestspiele und unterrichtete Musikinterpretation an der Folkwang Hochschule in Essen.
Wer Scott Lawton am Dirigentenpult erlebt, begegnet einem Musiker, der Präzision mit Leidenschaft verbindet. Er beschreibt seine Aufgabe häufig damit, musikalische Bilder entstehen zu lassen und diese gemeinsam mit dem Orchester hörbar zu machen. Genau diese Leidenschaft dürfte auch das Publikum in Blomberg erleben, wenn das Landespolizeiorchester Nordrhein-Westfalen den Westfälischen Schützentag mit einem Benefizkonzert bereichert und musikalischen Genuss mit sozialem Engagement verbindet.

Scott Lawton | Bild LPO
Lawton scheint ein Mann weniger Worte zu sein, drückt sich offensichtlich lieber durch seine Musik aus – nachfolgend seine Antworten auf unsere Fragen:
Das Landespolizeiorchester NRW gastiert anlässlich des 450-jährigen Jubiläums der Alten Blomberger Schützengesellschaft in Blomberg. Was hat Sie gereizt, dieses Benefizkonzert zu übernehmen?
Ich finde es spannend, diese ungewöhnliche lange Tradition zu würdigen!
Sie spielen jährlich zahlreiche Konzerte, was macht einen Auftritt in einer Kleinstadt wie Blomberg besonders?
Wir erleben immer wieder, dass das Publikum in kleineren Orten besonders aufmerksam und interessiert ist!
Wie wichtig sind solche Benefizkonzerte für das Orchester – gerade in einer Zeit, in der Kulturförderung vielerorts unter Druck steht?
Orchesterkonzerte sind enorm wichtig als sinnestiftende Ereignisse für eine Gemeinschaft. Live Musik erreicht Herzen!
Viele Menschen sind überrascht, dass hinter dem Landespolizeiorchester keine Hobby-Musiker, sondern Berufsmusiker stehen. Wie erklären Sie neuen Zuhörern die Aufgabe des Orchesters?
Das Landespolizeiorchester ist eine wichtige Erweiterung der landesweiten Öffentlichkeitsarbeit der Polizei.
Polizeiarbeit und Musik erscheinen auf den ersten Blick als Gegensätze. Wo sehen Sie die Verbindung?
Beide Instanzen helfen, dass Menschen sich wohler fühlen.
Sie haben einmal gesagt, dass Musik Menschen zusammenbringen kann. Gilt das heute vielleicht mehr denn je?
Mehr als je zuvor.
Sie stammen aus Pennsylvania und leben seit vielen Jahren in Deutschland. Was fasziniert Sie bis heute an der deutschen Musiklandschaft?
Die Vielfalt und die Wertschätzung.
Sie wollten ursprünglich Operndirigent werden. Hat sich dieser Traum erfüllt oder hat Ihr Berufsweg eine noch spannendere Richtung genommen?
Ich bin froh, auf vielen Gebieten aktiv zu sein…Klassik, Jazz, Pop, Musical, Oper…
Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken: Gab es einen Moment, in dem Sie wussten, dass Dirigieren Ihr Beruf sein wird?
Das ahnte ich schon in der Schule!…
Was begeistert Sie nach über 20 Jahren als Chefdirigent des Landespolizeiorchesters noch immer an dieser Aufgabe?
Dass die Zuhörer immer sehr dankbar sind, wenn die gute Live Musik erleben.
Sie dirigieren Klassik, Musical, Jazz und Filmmusik. Welche Musik berührt Sie persönlich am stärksten?
Musik mit einer starken Handschrift.
Gibt es ein Werk, das Sie schon dutzende Male dirigiert haben und trotzdem nie langweilig wird?
Die Musik von John Williams zum Film E.T.
Wie verändert sich ein Konzert durch das Publikum? Spüren Sie Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen?
Der Unterschied ist eher zwischen Stadthalle, Kirche, Aula, Schützenhalle…die Akustik macht viel aus.
Welche Reaktion eines Konzertbesuchers ist für Sie das größte Kompliment?
Große Auftrittsbeifall für das Orchester!
Sie gelten als ausgewiesener Experte für Filmmusik. Warum erreicht Filmmusik oft Menschen, die sonst kaum klassische Konzerte besuchen?
Menschen sehen Bilder im Kopf, wenn sie Filmmusik hören.
Wenn Sie ein persönliches Ranking erstellen müssten: Welche drei Filmmusik-Komponisten gehören für Sie in die „Hall of Fame“?
John Williams, Franz Waxman und Henry Mancini
Gibt es einen Film, dessen Musik Sie besonders gerne einmal live in Blomberg aufführen würden?
Fluch der Karibik
Worauf dürfen sich die Besucher in Blomberg musikalisch besonders freuen?
Ein kurzweiliges Konzert!
Gibt es ein Stück im Programm, auf das Sie persönlich gespannt sind?
Zorro
Was wünschen Sie sich, dass die Besucher nach dem Konzert mit nach Hause nehmen?
Gute Laune
Stellen wir uns vor, Sie sitzen nach dem Konzert unerkannt im Publikum und hören die Gespräche beim Hinausgehen. Welchen Satz würden Sie am liebsten hören?
Mensch, das hat sich gelohnt!
Ganz Blomberg darf sich also freuen wenn am 17. September 2026 unter der Leitung von Scott Lawton das Landespolizeiorchester NRW im Festzelt hinter der Blomberger Schießhalle auftreten wird. Karten gibt es im Vorverkauf zum Preis von 15,- Euro bei Blomberg Marketing, an der Abendkasse, sofern noch Karten verfügbar sein sollten, zum Preis von 20,- Euro.













