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Ein Haus voller Geschichten – warum der Hort des Kinderschutzbundes in Blomberg weit mehr ist als eine Nachmittagsbetreuung

von | Aug. 5, 2026 | Uncategorized

Von außen wirkt das Gebäude am Paradies unscheinbar. Doch hinter seinen Türen wird seit Jahrzehnten etwas geleistet, das sich kaum in Zahlen messen lässt: Hier finden Kinder Halt, Geborgenheit und oft ein zweites Zuhause. Wenn am Mittag die Schulglocken verstummen, beginnt im „Kinderreich im Paradies“ die eigentliche Arbeit. Hausaufgaben werden erledigt, Konflikte besprochen, Tränen getrocknet und Erfolge gefeiert. Rund 50 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 14 Jahren werden derzeit in der Einrichtung betreut. Der Hort zählt damit zu den wenigen verbliebenen seiner Art in der Region. Dass es ihn überhaupt noch gibt, ist keine Selbstverständlichkeit.

Der Hort des Deutschen Kinderschutzbundes in Blomberg versteht sich nicht als bloße Aufbewahrungsstätte für Kinder berufstätiger Eltern. Sein Auftrag ist deutlich größer: Er ist eine familienergänzende sozialpädagogische Einrichtung mit eigenständigem Bildungs- und Erziehungsauftrag. Gerade für Kinder, die in schwierigen Lebenssituationen aufwachsen, ist ein verlässlicher Ort nach der Schule von unschätzbarem Wert. Hier finden sie Menschen, die zuhören, Regeln vermitteln und Vertrauen schaffen. Diese Arbeit geschieht oft fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit. Doch ihre Wirkung reicht weit in die Zukunft hinein. Denn viele Kinder erleben im Hort zum ersten Mal, dass sie ernst genommen werden, dass ihre Sorgen zählen und dass Erwachsene verlässlich an ihrer Seite stehen.

Der Deutsche Kinderschutzbund Ortsverband Blomberg e.V. besteht bereits seit 1972. Seit mehr als fünf Jahrzehnten bietet er Kindern, Jugendlichen und Familien eine Anlaufstelle, an die sie sich vertrauensvoll wenden können. In dieser Zeit hat sich der Verband zu einer festen sozialen Säule der Nelkenstadt entwickelt. Er berät Familien, unterstützt Eltern, setzt sich politisch für Kinderrechte ein und hilft dort, wo Hilfe dringend benötigt wird – häufig schnell, unbürokratisch und im Hintergrund. Der bundesweite Kinderschutzbund entstand bereits 1953 und entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zum größten Kinderschutzverband Deutschlands. Heute engagieren sich bundesweit Tausende haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter für die Rechte und den Schutz von Kindern.

Der Hort „Kinderreich im Paradies“ trägt inzwischen ein Prädikat, das gleichermaßen stolz und nachdenklich macht: Er ist „eine der letzten Einrichtungen ihrer Art“. Der Ausbau der Offenen Ganztagsschulen hat vielerorts dazu geführt, dass klassische Kinderhorte verschwunden sind. In Blomberg jedoch blieb die Überzeugung bestehen, dass manche Kinder mehr brauchen als eine Betreuung bis zum Nachmittag. Sie brauchen Zeit. Beziehungen. Verlässlichkeit. Bereits vor fast zwanzig Jahren bezeichneten Kommunalpolitiker den Hort als eine Einrichtung, die „wertvolle pädagogische Arbeit“ leiste und dauerhaft erhalten werden müsse. Diese Einschätzung hat bis heute nichts an Aktualität verloren.

Wie wichtig der Hort für die Region ist, zeigt sich auch an der Unterstützung aus der Wirtschaft. Erst kürzlich erhielt die Einrichtung eine Spende für die Sanierung des Außengeländes, das durch jahrzehntelange Nutzung und Starkregen erheblich gelitten hatte. Solche Hilfen sind mehr als finanzielle Unterstützung. Sie sind ein Zeichen dafür, dass viele Menschen in Blomberg verstanden haben, welche Bedeutung dieser Ort besitzt. Denn Kinder brauchen nicht nur Schulen und Sportvereine. Sie brauchen Räume, in denen sie wachsen dürfen, Fehler machen können und jemanden finden, der an sie glaubt. Der Deutsche Kinderschutzbund spricht von Kinderrechten, Chancengleichheit und gesellschaftlicher Teilhabe. Im Alltag des Hortes bekommen diese großen Begriffe ein Gesicht. Es ist das Kind, das nach einem schwierigen Schultag jemanden zum Reden braucht. Es ist der Junge, der zum ersten Mal erlebt, dass seine Meinung zählt. Es ist das Mädchen, das hier Freundschaften findet und Selbstvertrauen gewinnt. Der Hort am Paradies ist deshalb weit mehr als eine soziale Einrichtung. Er ist ein Ort der Zuversicht. Und vielleicht ist das in einer Zeit, in der viele Kinder unter Leistungsdruck, Unsicherheit und familiären Belastungen leiden, wertvoller denn je.

Gerade deshalb ist der Fortbestand und die Weiterentwicklung des Hortes keine Aufgabe, die allein auf den Schultern der Einrichtung liegen kann. Seit vier Jahren arbeitet das Team daran, das Außengelände zu erneuern und einen Ort zu schaffen, der Bewegung, Begegnung und kindgerechtes Spielen ermöglicht. Vieles wurde bereits erreicht – auch dank der Unterstützung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Spender. Doch bis zur Verwirklichung des geplanten Kletter- und Bewegungselements fehlen noch rund 20.000 Euro. Hinzu kommen dringend benötigte Sonnensegel, damit die Kinder auch an heißen Sommertagen geschützt spielen können.

Wer den Hort unterstützt, spendet deshalb nicht einfach für Spielgeräte oder Baumaßnahmen. Er investiert in die Zukunft von Kindern, in Chancengleichheit und in einen Ort, an dem junge Menschen Geborgenheit, Förderung und Gemeinschaft erleben. Das Lachen der Kinder, ihre Begeisterung und das Gefühl, einen sicheren Platz zu haben, lassen sich nicht in Euro aufwiegen. Doch sie zeigen jeden Tag aufs Neue, wie wertvoll diese Einrichtung für Blomberg ist – und warum sie die Unterstützung der gesamten Stadtgesellschaft verdient.

Wer diese wunderbare Einrichtung unterstützen möchte findet unter https://www.ksb-blomberg.de/mitmachen/ weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten. Direkte Spenden sind jederzeit möglich: Empfänger: Der Deutsche Kinderschutzbund Ortsverband Blomberg e.V., Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter, IBAN: DE20 4765 0130 0000 7956 66, BIC: WELADE3LXXX – auch kleine Beträge helfen und setzen ein Zeichen.

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