Wie bereits im Artikel zum gestrigen Spiel angekündigt, hat unsere Redaktion noch einen ergänzenden Kommentar des Trainers der 1. Mannschaft des Blomberger Sportvereins erhalten. Basti Magers richtet seinen Blick jedoch nicht nur auf das Spiel, sondern auch auf die Begleitumstände, die nicht nur seine persönliche Arbeit als Trainer beeinflussen. Vielmehr betreffen diese Umstände auch seine Kollegen und wirken sich aus seiner Sicht – und durchaus nachvollziehbar – auch auf Verein und Fans aus. Folgende Worte richten sich somit auch an die Verwaltung der Stadt Blomberg:
„Man muss das heutige Spiel aus zwei Perspektiven betrachten: zum einen die sportliche Leistung, zum anderen die Begleitumstände. Und gerade auf Letztere möchte ich heute besonders eingehen. Ich hoffe, dass vielleicht auch einige Verantwortliche der Stadt Blomberg diese Worte lesen. Denn aus meiner Sicht kann es mit den Platzverhältnissen beim Blomberger SV so nicht weitergehen.
Es hat in den vergangenen Tagen immer wieder geregnet, teilweise auch etwas stärker. Gestern konnte unsere A-Jugend noch auf dem Rasenplatz spielen, heute Morgen wurde der Platz gesperrt. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich den Verantwortlichen für die Platzsperrung keinen Vorwurf mache. Wir haben die Bilder gesehen, der Platz befand sich in einem katastrophalen Zustand.
Was ich allerdings nicht akzeptieren kann, ist die Tatsache, dass ein Naturrasenplatz nach wenigen Regentagen nicht mehr bespielbar ist. Warum kann der Boden das Wasser nicht ausreichend aufnehmen? Warum funktioniert der Wasserabfluss nicht? Warum gibt es keine vernünftige Drainage?
Wir sind der Blomberger SV, und unsere Heimspielstätte ist am Rammbocke. Natürlich ist mir bewusst, dass sich ein Naturrasenplatz in den Wintermonaten erholen muss. Deshalb haben wir ab November die Möglichkeit, nach Istrup auszuweichen. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Ich spreche hier nicht von Eis, Schnee oder einer Woche Dauerregen. Wir haben Anfang Oktober und mussten bereits unser erstes Heimspiel verlegen beziehungsweise das Heimrecht mit einer Mannschaft tauschen, die über einen Kunstrasenplatz verfügt.
Das sind Umstände, die mich wirklich wütend machen. Ein Heimspiel wird ganz anders vorbereitet als ein Auswärtsspiel. Da stecken mehr Emotionen und eine andere Energie dahinter. Heute Morgen erfahren wir dann kurzfristig, dass wir nicht zu Hause spielen können.
Wir wollten die Begegnung unbedingt austragen, weil eine Verlegung auf einen Wochentag neue organisatorische Probleme verursacht hätte. Die Plätze in Istrup und Blomberg sind ohnehin stark ausgelastet. Deshalb haben wir uns für den Heimrechttausch entschieden. Ob das letztlich die richtige Entscheidung war, kann ich nicht sagen. Aber wir wollten spielen.
Aus meiner Sicht muss gewährleistet sein, dass unser Rasenplatz auch nach zwei oder drei Regentagen noch ein Jugendspiel und ein oder zwei Seniorenspiele am Sonntag verkraftet. Das ist momentan nicht der Fall.
Wir haben ohnehin nur wenige Spiele auf unserem eigenen Rasen. Dabei wollen wir gerade dort eine Heimmacht entwickeln, unsere Punkte holen und die Zuschauer stärker an den Verein binden. Wenn wir aber schon Ende September oder Anfang Oktober nach wenigen Regentagen befürchten müssen, weder trainieren noch spielen zu können, ist das eine Vollkatastrophe.“
Dann gab es zunächst ein paar Worte direkt zum Spiel (Bericht siehe HIER): Auch unmittelbar vor der Partie kamen weitere unglückliche Umstände hinzu. Durch die Verletzung von Jarno Schierenberg fiel uns ein gelernter Innenverteidiger weg. Da wir keinen weiteren Spieler für diese Position auf der Bank hatten, mussten wir kurzfristig improvisieren und die Mannschaft umstellen. Solche Veränderungen kosten Zeit und nehmen unmittelbar vor dem Anpfiff auch etwas von der Konzentration und Emotionalität.

Das Bild untermauert die vom Coach angesprochene Situation – es war kein Abseits.
Dann erzielen wir das vermeintliche 1:0 durch Robin Winkler, das wegen einer aus meiner Sicht klar falschen Abseitsentscheidung aberkannt wird. Ich möchte dem Schiedsrichter daraus keinen großen Vorwurf machen, aber auch das passte zu diesem unglücklichen Tag. Sportlich müssen wir uns vorwerfen lassen, dass wir vier Gegentore durch vier individuelle Fehler kassiert haben. Das sind grundlegende Dinge im Defensivverhalten, die wir besser lösen müssen.
Beim ersten Gegentor steht der gegnerische Spieler mit dem Rücken zu unserem Tor in unserem Strafraum. In dieser Situation müssen wir die Linie zwischen Ball und eigenem Tor schließen. Beim zweiten Treffer verteidigen wir einen Ball hinter unsere Abwehrkette nicht konsequent genug und sind nicht ausreichend am Gegenspieler orientiert.
Vor dem dritten Gegentor leisten wir uns einen Fehlpass in der eigenen Hälfte. Dabei gehört es zu unseren klaren Prinzipien, dort keine riskanten Querpässe zu spielen. Wir wollen diagonal und vertikal spielen und solche Situationen nur dann lösen, wenn wir eine sichere Passmöglichkeit haben.
Auch beim vierten Gegentreffer hätten wir die Situation besser verteidigen müssen. Statt in die Grätsche zu gehen, hätten wir den Gegenspieler nach außen abdrängen müssen. Das sind individuelle Fehler, die auf diesem Niveau natürlich passieren können, die uns heute aber das Spiel gekostet haben.
Es gibt allerdings auch eine zweite Wahrheit: Unser Spiel mit dem Ball war über weite Strecken gut. Wir haben uns zahlreiche Möglichkeiten herausgespielt, müssen daraus aber deutlich mehr machen. Schon in der ersten Halbzeit hatten wir gute Chancen und den aberkannten Treffer von Robin Winkler.
BILD EINFÜGEN
Auch nach der Pause haben wir zwei sehr schön herausgespielte Tore erzielt und uns auf 2:3 herangekämpft. Danach gab es weitere Abschlussmöglichkeiten, unter anderem durch Silas und Jarrit. Wir müssen in solchen Situationen einfach konsequenter werden. Wenn wir hinten durch individuelle Fehler Gegentore kassieren, müssen wir vorne zumindest unsere Möglichkeiten besser nutzen.“
Dann schwenkt Magers aber doch noch einmal zurück zu den Begleitumständen: „Ich möchte aber eines ganz deutlich sagen: Die Begleitumstände sollen keine Ausrede für die Niederlage sein. Das sind Dinge, mit denen man als Trainer in der Kreisliga A umgehen muss. Trotzdem erschweren sie die Arbeit erheblich.
Wir machen uns im Trainerteam viele Gedanken, beschäftigen uns freitags und samstags intensiv mit der Aufstellung und der taktischen Ausrichtung. Auch für dieses Spiel hatten wir kleinere taktische Anpassungen vorgesehen. Wir wollten im Ballbesitz bestimmte Linien etwas höher schieben, um mehr Tiefe in unserem Spiel zu bekommen. Dann kommt kurzfristig alles anders und wir müssen innerhalb von zwei Stunden umplanen.
Das ist enttäuschend. Ich möchte mit meiner Mannschaft zu Hause eine Macht sein und dort unsere Punkte holen. Ich möchte nicht schon im September oder Oktober befürchten müssen, dass wir unsere Heimspiele an einem anderen Ort austragen müssen. Die Atmosphäre ist eine andere, die Abläufe sind anders und auch für unsere Zuschauer macht es einen Unterschied.
Wir spielen ohnehin nur alle zwei Wochen zu Hause. Wenn wir dann in der Hinrunde lediglich fünf, sechs oder sieben Begegnungen auf unserem eigentlichen Heimrasen austragen können, weil der Rest bereits in Istrup stattfindet, ist das mehr als ärgerlich.
Zusammenfassend muss man das Spiel sportlich klar in zwei Bereiche unterteilen: Im Ballbesitz haben wir vieles richtig gemacht, gegen den Ball war unsere Leistung dagegen absolut katastrophal. An diesen defensiven Fehlern können und müssen wir arbeiten.
Trotzdem bleibt nach diesem Tag eine große Enttäuschung. Es sind einfach viele Dinge zusammengekommen, die gegen uns gelaufen sind. Damit müssen wir jetzt umgehen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.“
Als Redaktion teilen wir die Hoffnung des Trainers, dass Verantwortliche diesen Bericht lesen und sich möglicherweise mit dem BSV an einen Tisch setzen um die angesprochene Problemlage zumindest abzuschwächen oder gar zu beheben – im Sinne des Sports.
















