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Abschied mit Wehmut: Michael Hanke verlässt das HVG

von | Sep. 29, 2026 | Blomberg, Events & Kultur, Ordnung

Lehrerchor

Am gestrigen Montag hat es, entgegen den Wünschen des Schulleiters Michael Hanke, der von einer größeren Abschiedsfeier eher hätte Abstand nehmen wollen, eben doch eine würdevolle und größere Verabschiedung gegeben. Hans Schröder (stellvertretender Schulleiter) führte gekonnt durch das Zeremoniell und hatte sich als durchgehenden Faden für eine Analogie zum „Kapitän“ entschieden, der das Schiff verlässt. Zahlreiche Wortspiele gab es, und so war von Schwesterschiffen, Offiziersmesse, Kompass und Passagieren die Rede. Viel Applaus und zustimmende Lacher seitens des Kollegiums bescheinigten, dass Hans Schröder damit den richtigen Kurs eingeschlagen hatte. Den richtigen Kurs während seiner 18 Jahre am HVG hatte ganz offenbar auch der scheidende Schulleiter eingeschlagen, dazu später mehr.

Zunächst startete der Lehrerchor mit einer umgetexteten Version von „Who the f**k is Alice“ – „Where the f**k is Detmold“ – und Zeilen wie „Was denkt sich dieser Mann, warum will der hier nur weg“ verdeutlichten schnell: Das Kollegium ist mit dem Verlassen des HVG nicht einverstanden – so gar nicht, was auch viele weitere warmherzige Zeilen über das Wirken des Schulleiters zum Ausdruck brachten. Schröder bedankte sich zunächst bei seiner Kollegin Claudia Meier für das Schreiben und Organisieren des Songs und begrüßte nach dem Auftritt des Chores dann auch ganz offiziell. Nicht nur Michael Hanke, sondern auch seine Ehefrau Andrea, die sich Hanke vorsorglich als moralische Unterstützung erbeten hatte und die dem Anlass durchaus auch einen privaten bzw. familiären Touch verlieh.

Hans Schröder (stellv. Schulleiter)

„Deinem Wunsch nach einer eher kleinen Verabschiedung können wir leider nicht entsprechen, und auch das oft von Dir gelebte ‚Keep it short and simple‘ wird es so heute nicht geben“ – ein Versprechen, welches eingehalten werden sollte. Nicht nur weite Teile des Kollegiums waren anwesend, auch ehemalige KollegInnen und Vertreter von partnerschaftlich verbundenen Unternehmen waren gekommen, um sich zu verabschieden.

Als Historiker lieferte Schröder einen kleinen Rückblick, entnommen auch aus dem gut geführten Pressearchiv der Schule. Unter anderem wurde deutlich, dass man Michael Hanke auch an seiner alten Wirkungsstätte in Barntrup vor 18 Jahren nicht gerne gehen ließ – die Zusammenarbeit mit dem „Schwesterschiff“ wurde durch die somit vorhandenen Kontakte jedoch vereinfacht. Mit den Worten: „Wir können einfach nicht verstehen, warum Du gehen willst, steckt doch so unglaublich viel HVG in Dir“, übergab Schröder an die Damen der erweiterten Schulleitung.

Andrea Dubielzig (Koordination Verwaltung), Viola Kaiser (Koordination Erprobungsstufe), Ina Frigge-Reibchen (Koordination Schul-und Unterrichtsentwicklung), Nicole Stöß (Koordination Oberstufe) und Sandra Charter (Koordination Mittelstufe) verabschieden sich von Schulleiter Michael Hanke.

Mit jeweils entsprechenden Erklärungen versehen, wurde anhand von

H für Humor, Harmonie und Herzlichkeit,

V für Vertrauen, Verlässlichkeit und Verständnis,

G für Geerdet (Bodenständigkeit), Gelassenheit und Geselligkeit

deutlich, warum man einen solchen Schulleiter nur äußerst ungern ziehen lässt.

Schülervertretung

Auch aus der Schülervertretung hieß es, dass Hanke sich immer Zeit genommen, die SV immer ernst genommen und immer unterstützt habe. Immer, eine Vokabel, die immer wieder genutzt wurde, wenn es um die Art und Weise ging, mit der Hanke „seine“ Schule konsequent geführt hat. Zum SoWi-Kurs scheint es eine ganz besondere Verbindung zu geben. Aus dessen Reihen hieß es sinngemäß: „Sie haben sich immer Gedanken gemacht, wie man den Unterricht gemeinsam gestalten kann. Kein leichtes Unterfangen, hatten wir doch immer in der 8. und 9. Stunde Unterricht. Dass wir alle dennoch immer gut mitgemacht haben, verdeutlicht die Qualität Ihres Unterrichts. Wir haben Ihnen vieles zu verdanken, wir haben immer gespürt, dass wir Schüler immer das Wichtigste für Sie gewesen sind. Dafür vielen Dank.“

Hans Schröder hob hervor, wie wichtig Hanke Kommunikation war – persönlich, nicht via E-Mail. Zu seinen Aufgaben gehörte es auch, die Lehrer zu beurteilen und zu entwickeln. Die Wertschätzung gegenüber dem Kollegium habe er zu keiner Zeit verloren. Und auch der Lehrerrat verabschiedete sich mit äußerst warmen Worten. Hanke habe stets nach Lösungen im gemeinsamen Miteinander gesucht und nicht nach Problemen. Wenn nun also LehrerInnen und SchülerInnen zugleich traurig über den Weggang sind, dann könne man als Schulleiter vieles einfach nur richtig gemacht haben.

Michael Hanke und Bürgermeister Christoph Dolle.

Auch Bürgermeister Christoph Dolle bedankte sich im Namen von Stadt und Verwaltung. Auch persönlich dankte er Michael Hanke, zu dessen Werdegang es eine Parallele gebe. Dolle sei ebenfalls seit 2018, also seit dem Jahr, in dem auch Hanke Schulleiter wurde, durch seine Wahl zum Beigeordneten für die Schule verantwortlich. Dolle dankte für die hervorragende Zusammenarbeit in schwierigen Zeiten und spielte damit auf die Corona-Pandemie an. Als Schulträger sei die Stadt zwar für die Ausstattung der Schule zuständig, nicht aber für das Personal. Die Chemie habe jedoch auf jeden Fall gestimmt, und Dolle sei sehr froh darüber, dass Herausforderungen gemeistert wurden. Auch dann, wenn es mal keine Mittel gegeben habe. Stets gab es eine lösungsorientierte Zusammenarbeit, und so konnte zum Beispiel die Digitalisierung der Schule nur gelingen, weil das Schulpersonal entsprechend mitgewirkt habe. Eine Anekdote gab es auch noch: „Wenn ich anfange, von der Kantine der Bezirksregierung zu sprechen, dann werden Sie vermutlich am HVG bleiben“, so Dolle. (Der Weggang Michael Hankes, so wurde es im Eingangslied angedeutet, sei auch ein Verlust des besten Gastes in der Schulkantine.)

Hanke selbst zeigte sich abschließend überwältigt und berührt von so viel Wertschätzung, die ihm entgegengebracht wurde – seine Frau hatte er somit mit dem ihm eigenen Weitblick zurecht an seine Seite bestellt. Bescheiden räumte er ein, doch nur seine Arbeit gemacht zu haben, und teilte die ihm zugesprochenen lobenden Worte nur zu gern mit einem Kollegium, welches überdurchschnittlich engagiert sei und dank dessen er nur einen guten Job habe machen können. Auf Rück- und Ausblick verzichtete der Schulleiter, der noch für zwei Tage im Amt sein wird. Stattdessen bedankte er sich aufrichtig bei Schülern und Lehrern, aber auch bei Eltern, Partnern und weiteren beruflichen Weggefährten. Man habe gemeinsam immer Lösungen gefunden, irgendetwas besser zu machen, habe gemeinsam viel bewegt und geschafft.

Der So-Wi-Kurs verabschiedete sich ebenfalls mit persönlichen Worten.

Sport, MINT, Europaschule und Musik – vier große Bereiche, für die das HVG steht. Nur in dieser Qualität abbildbar, weil ein tolles Kollegium tagtäglich mit überdurchschnittlichem Engagement die Dinge unterstützt und vorantreibt. Hanke hoffe, dass das, im Speziellen die hervorragende Zusammenarbeit, genauso im Sinne der SchülerInnen weitergehen werde – ein menschliches Miteinander, an dem er sehr viel Freude gehabt habe.

Eigentlich wollte Michael Hanke niemanden hervorheben, an einer speziellen Erwähnung seines Sekretariats (die Damen Busch, Tölke und Stegemann wurden erwähnt) kam er dann aber doch nicht vorbei: „Den Überblick zu behalten, ist schwierig, und ich bedanke mich beim besten Sekretariat der Welt.“ Auch die Koordinatoren in der Schulleitung, die direkt nach ihrer Gründung dem Endgegner Corona gegenüberstanden, wurden gesondert erwähnt. Das Team habe sich extrem schnell gefunden und absolut bewährt.

Verdient: stehende Ovationen für Michael Hanke.

Der letzte Dank galt seinem Kollegen Hans Schröder. „Lieber Hans, ich danke Dir sehr. Seit 15 Jahren ist es eine hervorragende Zusammenarbeit, die zugleich verdeutlicht, dass radfahrende Vegetarier und Wurstgriller in der Zusammenarbeit harmonieren können. Du bist immer an meiner Seite gewesen, wenn es darum ging, Gutes für SchülerInnen zu bewegen, hast gute Ideen und ‚Out-of-the-Box-Denken‘ sowie intelligente Einfälle eingebracht.“

Nach zunächst anhaltendem Beifall für Schröder verabschiedete sich der Schulleiter mit den an Hans Schröder gerichteten Worten: „Ohne eine gute Vertretung kann ein Schulleiter nicht funktionieren, dafür ganz herzlichen Dank. Vielen Dank an euch alle.“ Er erhielt stehende Ovationen des Publikums, bevor die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Liedersingen und weiteren Präsentübergaben durch die Fachschaften endete.

**Mehr als 18 Jahre Hermann-Vöchting-Gymnasium, davon über acht Jahre als Schulleiter: Michael Hanke verlässt zum 1. Oktober das Blomberger Gymnasium. Der Abschied fällt ihm nicht leicht. Auf den Oberstudiendirektor wartet eine neue Aufgabe bei der Bezirksregierung Detmold. Dort wird er künftig als Dezernent tätig sein.**

Immanuel Kressin am Klavier leitete das gemeinsame Singen am Ende der Veranstaltung.

Für Michael Hanke endet damit eine lange Zeit am Hermann-Vöchting-Gymnasium (HVG). Als er 2018 die Leitung der Schule übernahm, kannte er das Gymnasium bereits seit vielen Jahren. Hanke gehörte zuvor der Schulleitung an und war Stellvertreter des damaligen Schulleiters Karsten Fahrenkamp. Der Wechsel an der Spitze erfolgte im Frühjahr 2018. Fahrenkamp, der das HVG seit 2003 geleitet hatte, wechselte zur Bezirksregierung Detmold. Hanke übernahm daraufhin zunächst kommissarisch die Leitung. Seit dem Schuljahr 2018/19 stand er regulär als Oberstudiendirektor an der Spitze des Gymnasiums.

Heute werden am HVG rund 800 Schülerinnen und Schüler von etwa 70 Kolleginnen und Kollegen unterrichtet. Die Schule ist Teil des Heinrich-Fritzemeier-Schul- und Sportzentrums und hat einen Einzugsbereich, der über Blomberg hinausreicht. Während Hankes Zeit als Schulleiter wurden bestehende Schwerpunkte des Gymnasiums fortgeführt und weiterentwickelt. Dazu zählen die internationale und bilinguale Ausrichtung, die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie Musik und Sport.

Eine wichtige Rolle spielen dabei Partner außerhalb der Schule. Mit der HSG Blomberg-Lippe besteht bereits seit 2010 eine Kooperation, die jungen Leistungssportlerinnen die Verbindung von Schule und Handball erleichtern soll. Unter Hankes Leitung wurde die Zusammenarbeit fortgesetzt und weiterentwickelt. Anfang 2024 erneuerten und erweiterten das HVG und die HSG ihre Vereinbarung. Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen aus der Region gehört zum Profil des Gymnasiums. Gleichzeitig richtet das HVG den Blick über die Region hinaus. Als Europaschule pflegt es Kontakte und Austauschprogramme mit Schulen in mehreren europäischen Ländern. Persönliche Begegnungen und der internationale Austausch waren Themen, deren Bedeutung Hanke immer wieder hervorhob.

Eine weitere Aufgabe seiner Amtszeit war die Digitalisierung. WLAN, digitale Präsentationstechnik und Tablets gehören inzwischen zum Schulalltag. Die digitale Weiterentwicklung von Schule und Unterricht wurde in den vergangenen Jahren auch organisatorisch fest am HVG verankert. All diese Entwicklungen sind das Ergebnis der Arbeit vieler Beteiligter – von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Eltern bis hin zum Schulträger und den zahlreichen Partnern des Gymnasiums. Als Schulleiter trug Hanke dabei über acht Jahre die Gesamtverantwortung.

Nun zieht es ihn dorthin, wohin bereits sein Vorgänger gewechselt war: zur Bezirksregierung Detmold. Der Schritt bedeutet für Hanke Abschied und Neuanfang zugleich. „Nach über 18 schönen Jahren am HVG, davon seit mehr als 8 Jahren als Schulleiter, werde ich zum 01.10.26 die Schule und Blomberg verlassen und eine Tätigkeit als Dezernent bei der Bezirksregierung Detmold aufnehmen“, erklärte Hanke gegenüber unserer Redaktion. Dass ihm dieser Schritt nicht leichtfällt, macht er deutlich: „Dieser Wechsel geschieht auch deutlich mit Wehmut, da ich ausgesprochen gerne und aus voller Überzeugung hier Schulleiter war und bin.“ Gleichzeitig blickt Hanke mit Vorfreude auf seine neue Aufgabe: „Dennoch sehe ich den zukünftigen Aufgaben und der Möglichkeit, die Erfahrungen der vergangenen Jahre an anderer Stelle einfließen zu lassen, mit viel Freude entgegen.“

Mit seinem Wechsel endet am HVG eine lange berufliche Etappe. Mehr als 18 Jahre hat Hanke die Schule begleitet, mehr als acht davon als ihr Leiter. Auch außerhalb des Gymnasiums war er durch seine offene und verbindliche Art ein geschätzter Ansprechpartner. Unsere Redaktion hat Michael Hanke in der Zusammenarbeit als verlässlichen und offenen Gesprächspartner erlebt. Wir bedanken uns für die langjährige Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine neue Aufgabe bei der Bezirksregierung Detmold alles Gute.

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