„In den Sommerferien ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Lippe weiter gestiegen. Auch im August haben sich noch vermehrt Personen nach einer Ausbildung arbeitslos gemeldet, was zu diesem Anstieg beigetragen hat“, so die Kurzbilanz von Mathilde Schulze-Middig, Leiterin der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es immer viel Bewegung, auch wenn es in der Urlaubsphase häufig eine Flaute gibt. So haben sich im August 884 zuvor erwerbstätige Personen arbeitslos gemeldet, 52 mehr als vor einem Jahr. Zugleich konnten 707 Personen durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ihre Arbeitslosigkeit beenden, 32 mehr als vor einem Jahr. „Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit stagniert weiterhin, obwohl sich die Konjunktur zuletzt gefestigt hat“, rundet Schulze-Middig das Gesamtbild ab.
„Unternehmen stellen nach der Sommerpause für gewöhnlich vermehrt ein, so dass der saisontypische Herbstaufschwung den Arbeitsmarkt im September beleben kann. Die Agentur für Arbeit unterstützt Arbeitgeber jederzeit darin, Arbeits- und Fachkräfte zu vermitteln. Dafür ist es erforderlich, alle freien Stellen der Agentur für Arbeit zu melden.“ Dies ist der dringende Hinweis der Agenturchefin. Online ist das leicht möglich. So kann die Akquise passender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitnah von der Agentur für Arbeit unterstützt werden. Um Angebot und Nachfrage effizient in Ausgleich zu bringen und die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken, seien alle Stellenmeldungen extrem wichtig.
Unterstützung finden Arbeitgeber nicht nur mit dem Vermittlungsangebot, sondern vielmehr trägt heute ein umfassendes Förder- und Qualifizierungsangebot dazu bei, dass Arbeitsuchende wie auch Beschäftigte in den Unternehmen im gesamten Erwerbsleben aktuelle Qualifikationen erlangen und bestmögliche Beratung und Unterstützung erhalten.
Schulze-Middig: „Qualifizierungen schaffen eine Brücke für die Anforderungen, die neue digitale und regenerative Technologien stellen. Sie sind auch geeignet, die demografischen Herausforderungen zu meistern und einem Fachkräfteengpass entgegenzuwirken.“
Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Lippe steigt im August 2026. Insgesamt waren 12.672 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 289 Personen mehr (plus 2,3 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 861 Personen (plus 7,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im August 6,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,3 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.668 Personen gemeldet. Dies sind 81 Personen mehr als vor einem Monat (plus 1,8 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 433 Personen (plus 10,2 Prozent).
Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)
Grundsicherungsgeld erhalten 208 Arbeitslose mehr als im Vormonat (plus 2,7 Prozent) und 428 mehr als im Vorjahr (+5,6 Prozent). Insgesamt zählen 8.004 Personen und damit 63,2 Prozent aller Arbeitslosen zum Grundsicherungsgeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit
1.568 Arbeitslose sind im August 2026 im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt. Dies sind 124 Personen mehr als im Vormonat (plus 8,6 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 162 junge Menschen mehr arbeitslos (plus 11,5 Prozent).
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre steigt zum Vormonat um zehn Personen (plus 0,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 289 Arbeitslose mehr (plus 7,3 Prozent). Insgesamt sind 4.243 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Lippe arbeitslos.
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Lippe sinkt um 30 Personen (minus 0,5 Prozent). 5.439 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 91,8 Prozent (4.994 Personen) zum Grundsicherungsgeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 362 Personen (plus 7,1 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Lippe steigt im August 2026. Insgesamt sind 16.788 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 143 Personen mehr (plus 0,9 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 298 Personen (minus 1,7 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Lippe haben in diesem Monat 464 Stellen gemeldet und damit 43 weniger als im Vormonat (minus 8,5 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um zehn Stellen (plus 2,2 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.471 offene Stellen, zwölf weniger als vor einem Monat (minus 0,5 Prozent) und 25 mehr als vor einem Jahr (plus 1,0 Prozent).
Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 2.341 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, etwa so viele wie im Vorjahreszeitraum (plus sieben Personen). Zugleich gab es, gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert, bis August 1.965 Meldungen für Berufsausbildungsstellen (plus neun). Ende August waren 357 Bewerber noch unversorgt und 322 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es mehr unversorgte Bewerber (plus 42 oder plus 13 Prozent), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war ebenfalls größer (plus vier oder plus ein Prozent).
Pressemeldung von Presse und Marketing OWL














