
Auszubildende aller fünf Bezirksregierungen in Nordrhein-Westfalen haben sich für eine Exkursion auf den Weg nach Ysselsteyn gemacht. Auch die fünf Behördenleitungen nahmen für einen Tag an dem Programm teil.
(Fotos: Bezirksregierung Münster)
Geschichte verstehen, Verantwortung übernehmen und demokratische Werte stärken: Mit diesen Zielen haben die fünf Bezirksregierungen Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln und Münster erneut eine gemeinsame Bildungsfahrt zur Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Ysselsteyn in den Niederlanden durchgeführt.
Im Mittelpunkt der mehrtägigen Bildungsfahrt standen die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus, die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur sowie die Verantwortung für Frieden und Demokratie in der Gegenwart. Zugleich bietet das Format den Nachwuchskräften der fünf Bezirksregierungen die besondere Möglichkeit, sich behördenübergreifend kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen gemeinsam zu diskutieren.
Die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Ysselsteyn ist eng mit der Deutschen Kriegsgräberstätte Ysselsteyn verbunden – der einzigen deutschen Kriegsgräberstätte in den Niederlanden. Dort ruhen 31.598 Kriegstote des Zweiten Weltkriegs. Der Ort ist heute nicht nur eine Gedenkstätte, sondern zugleich ein wichtiger Lern- und Begegnungsort, der zur Auseinandersetzung mit den Folgen von Krieg, Diktatur und menschenverachtenden Ideologien anregt.
Zu Beginn erhielten die Nachwuchskräfte bei einer Führung über die Kriegsgräberstätte Einblicke in deren Geschichte und die Entwicklung der Erinnerungskultur. In Workshops recherchierten sie anhand historischer Quellen wie Briefen, Fotografien und Dokumenten die Lebensgeschichten einzelner Kriegstoter und setzten sich so intensiv mit den persönlichen Schicksalen hinter den Grabkreuzen auseinander.
Auch die Behördenleitungen der fünf Bezirksregierungen besuchten für einen Nachmittag die Gruppe und beteiligten sich im Rahmen von Zeitzeugengesprächen und eines Fachvortrags am Austausch. Bei den Zeitzeugengesprächen berichteten Menschen von ihren persönlichen Erfahrungen als Verfolgte im Zweiten Weltkrieg. Die Berichte verdeutlichten eindrucksvoll die Auswirkungen nationalsozialistischer Gewalt bis in die heutige Zeit. Ergänzt wurde das Programm durch einen Fachvortrag zur transnationalen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen.
„Die Bildungsreise nach Ysselsteyn hat mir eindrucksvoll gezeigt, wie greifbar Geschichte sein kann, wenn man vor Ort mit persönlichen Lebensgeschichten konfrontiert wird. Vor allem die Begegnung und das Gespräch mit einer Zeitzeugin haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Diese Erfahrungen haben mir erneut bewusst gemacht, welch hohen Stellenwert Demokratie, Frieden und ein respektvoller Umgang miteinander für unsere Gesellschaft haben“, fasst Regierungssekretäranwärter Yannick Schwirten aus Detmold seine Eindrücke zusammen.
Die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn kann ganzjährig besucht werden. Während der Öffnungszeiten des Besucherzentrums können Besucher:innen die Geschichten hinter den Grabkreuzen eigenständig entdecken. Weitere Informationen zur Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Ysselsteyn sind online unter
www.joc-ysselsteyn.eu zu finden.
Pressemeldung Bezirksregierung Detmold















