
Foto: Farrelle Njinkeu und die HSG starten mit einem Sieg in die neue Saison. (Matthais Wieking)
Die Sommerpause fand fast genau drei Monate nach dem sensationellen ersten Titel der Vereinsgeschichte ihr Ende: Mit dem Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen starteten die Blombergerinnen in die neue Saison der Alsco Handball Bundesliga Frauen und gewannen mit 37:34 (18:16). Beste Werferin am ersten Spieltag für die HSG war Nieke Kühne mit neun Treffern.
Auftakt auf Augenhöhe
Ein volles Rahmenprogramm erwartete die Fans, die in die SynFlex Arena an der Ulmenallee kamen: Mit den beiden Pokalen, die die HSG in den vergangenen Monaten gewann, konnten die Fans Fotos machen. Vor dem Einlauf gab es zudem die Premiere der neuen HSG-Hymne „Wir sind die HSG“.
In die erste Bundesligapartie der Saison startete Steffen Birkner mit Nicole Roth, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Nuria Bucher, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner. Wieder mit im Kader war auch Elín Magnúsdóttir, die ihre Plantarfaszienproblematik überwunden hatte. Bei den Gästen aus Göppingen startete unter anderem U20-Nationalspielerin Aylin Bornhardt.
Das erste Tor der Bundesliga-Saison gehörte aber den Gastgeberinnen, als sich Bucher erstmals durchtankte. Doch Frisch Auf blieb in den ersten Minuten auf Augenhöhe und bestrafte die Fehler der Blombergerinnen. Diese glichen zwar durch Buchers Strafwurf zum 3:3 aus, lagen anschließend aber mit zwei Toren zurück. Njinkeu konterte den Treffer der Göppingerinnen und setzte durch den Ballgewinn von Mühlner und Kühne sowie Haufs Treffer ins leere Tor den Ausgleich.
Schon früh setzten die Göppingerinnen auf das 7-gegen-6. Die HSG kämpfte sich in das torreiche Spiel, bei dem Kühne gleich doppelt einnetzte und den 4:0-Lauf der Gastgeberinnen perfekt machte. Bornhardt überwand Roth mit ihrem zweiten Treffer zum 8:7. Beim Wurfversuch von Merz blieb die Torhüterin aber sicher, und im direkten Gegenzug brachte Bucher den Ball sehenswert auf Mühlner, die wieder zur Zwei-Tore-Führung traf.
In der Defensive agierten die Blombergerinnen deutlich aggressiver, zwangen die Göppingerinnen zu Fehlern und netzten durch Kühne bereits zum dritten Mal ins leere Tor ein. Der Vorsprung der HSG vor den heimischen Fans pendelte sich auf drei Treffer ein. Auch wenn Scherer gegen Roth verwandelte, zog die HSG jetzt das Tempo an: Díana Magnúsdóttir tankte sich durch die Defensive, Njinkeu scheiterte bei ihrem zweiten Wurf am Pfosten, doch Kühne netzte erstmals zur Vier-Tore-Führung ein.
Die HSG-Spielerin musste kurz darauf ihre erste Zeitstrafe hinnehmen, sodass in Unterzahl erstmals seit ihrer Verletzung Elín Magnúsdóttir wieder ins Spiel kam. Außerdem rückte Karolina Jurenczyk auf das Feld. Die Überzahl nutzten die Göppingerinnen voll aus und verkürzten auf zwei Treffer zum 13:11.
Weiter konnte sich die HSG auch zum Ende der ersten Halbzeit nicht absetzen. Auch nachdem Magnúsdóttir ihren ersten Treffer erzielt hatte, netzte Sasaki zum 15:13 ein. Mit einer 18:16-Führung ging es schließlich in die Kabinen.
Spielentscheidender HSG-Zwischensprint
Zur zweiten Halbzeit rückte Lara Lepschi zwischen die Pfosten. Sie konnte zwar den Siebenmeter von Sasaki nicht entschärfen, war gegen Merz dann aber zur Stelle, als Göppingen wieder die Führung in der Hand hatte.
Die Blombergerinnen kamen gerade im Angriff nicht in ihren Flow und scheiterten zudem an Frisch-Auf-Torhüterin Possatti. Mit nur einem Tor in den ersten sechs Minuten der zweiten Halbzeit kassierte dann auch Mühlner die Zeitstrafe, doch auch in Unterzahl war Lepschi zur Stelle.
Vorne netzte wieder Bucher ein, Göppingen verpasste derweil den Treffer ins verwaiste HSG-Tor. Njinkeu eroberte in der Defensive den Ball und brachte ihn auf Mühlner, die durch Göppingens 7-gegen-6 erneut ins leere Tor zum 21:19 traf. Göppingen gelang durch Bornhardts Strafwurf aber erneut der direkte Anschlusstreffer.
Im Angriff ging es bei den Blombergerinnen immer wieder über Bucher. Nach dem Treffer der Schweizerin blieb Rüffieux jedoch wachsam, klaute den Ball und netzte zum 23:20 ein. Lepschi entwickelte sich zum Faktor, parierte den nächsten Ball und diesmal zielte Kühne ins leere Göppinger Tor.
Die HSG kämpfte sich aus der kritischen Phase, sodass Kiener beim Stand von 24:20 die Auszeit nahm. In der heimischen Halle spielte sich das Team von Steffen Birkner nun in einen Rausch. Kieners Auszeit stoppte Lepschi nicht, die erneut eine Parade feierte und Kühne den Ball auf Mühlner brachte. Auf das Tor vom Kreis folgte erneut Bucher und die HSG erhöhte den Vorsprung auf sechs Treffer.
Das Kreisläuferspiel funktionierte immer besser, denn wieder war Mühlner erfolgreich. Eine Viertelstunde vor Schluss zeigte die HSG jetzt auch ihr gefürchtetes Tempospiel. Mit gleich zwei Zeitstrafen binnen weniger Momente – erst gegen Rüffieux, dann traf es Kühne – verkürzten die Göppingerinnen wieder auf vier Treffer.
Magnúsdóttir holte dann selbst gegen Ehlert die Zeitstrafe heraus, kurz nachdem die HSG wenigstens um eine Spielerin auffüllen konnte. Nach Birkners zweiter Auszeit brachte er Jurenczyk für Kühne auf das Feld. Der Blomberger Neuzugang legte wie schon Kühne und Bucher zuvor auf Mühlner, die sich erneut erfolgreich zeigte.
Jurenczyk netzte dann nach dem Treffer der Gäste selbst aus dem Rückraum ein. Lepschi verhinderte ein letztes Aufbäumen von Frisch Auf mit ihrer Siebenmeter-Parade gegen Bornhardt, während Bucher beim eigenen Strafwurf erneut eiskalt blieb.
Trotz der Gegentreffer netzte auch Tietjen ein, und der Vorsprung von fünf Toren hatte Bestand. Göppingen betrieb noch etwas Ergebniskosmetik, der Auftaktsieg vor 1.002 Fans war den Blombergerinnen mit dem 37:34 nicht mehr zu nehmen.
Stimmen zum Spiel:
Steffen Birkner: „Das war ein typisches erstes Spiel in der Bundesliga. Wir haben 37 Tore geworfen, das ist gut. In der Defensive können wir noch etwas besser verteidigen. Die Mannschaft braucht noch Zeit, um sich final einzuspielen, aber ich freue mich auf das zweite Spiel am Mittwoch.“
Alexia Hauf: „Unsere Startschwierigkeiten waren deutlich zu sehen. Trotzdem sind wir froh die zwei Punkte hier behalten zu können, auch wenn es schwierig war. Durch so ein Spiel muss man sich durchkämpfen.“
Aufstellung:
HSG Blomberg-Lippe: Lepschi, Roth; Rüffieux (1), D. Magnúsdóttir (3), Kühne (9), Mühlner (6), Bucher (7), Tietjen (1), Röpcke (1), Hauf (4), E. Magnúsdóttir (2), Njinkeu (2), Jurenczyk (1)
Frisch Auf Göppingen: Possatti, Krupa; Kynast (1), Watzl (1), Ehlert (4), Bornhardt (9), ten Velde, Merz (2), Scherer (2), Sasaki (6), Schulze (5), Rohm, Däuble (4), Mohr
Pressemeldung HSG Blomberg-Lippe















