
Ellen Stock, MdL und Geschäftsführer Volker Buchholz in der Produktionshalle. | Bild: Wahlkreisbüro Ellen Stock, MdL.
Seit 20 Jahren verarbeitet BTB-PET-Recycling in Bad Salzuflen PET-Flaschen aus dem deutschen Flaschenrücknahmesystem zu lebensmitteltauglichem Regranulat. Dabei setzt das Unternehmen auf einen geschlossenen Verpackungskreislauf: Aus gebrauchten PET-Flaschen entstehen neue Verpackungen – ein „Bottle-to-Bottle“-Recycling.
Das Unternehmen gehörte zu den ersten Recyclingbetrieben, die im Zuge der Einführung des deutschen Pfandsystems entstanden sind, und ist inzwischen Teil der international tätigen ALPLA Group. Die Landtagsabgeordnete Ellen Stock besuchte das Unternehmen und ließ sich von den Geschäftsführern Volker Buchholz und Andrzej Zajontz die einzelnen Schritte des Recyclingprozesses erläutern. Dabei informierte sie sich auch über die aktuellen Herausforderungen der Branche.
In der Produktion werden aus den gesammelten PET-Flaschen wertvolle Sekundärrohstoffe gewonnen. Dadurch können Ressourcen geschont, der Einsatz von neuem Kunststoff reduziert und wertvolle Rohstoffe im Kreislauf gehalten werden.
Aufwendige Sortierung und hohe Kosten
Der Recyclingprozess ist allerdings mit erheblichem Aufwand verbunden. Die angelieferten Materialien müssen zunächst sortiert, gereinigt und anschließend erneut nachsortiert werden. Auch die Entsorgung der abgetrennten Etiketten verursacht Kosten. Dabei handelt es sich um Material, das aufgrund seiner Eigenschaften grundsätzlich als Brennstoff genutzt werden kann. Hinzu kommen beispielsweise Milchverpackungen, die über das Rücknahmesystem angenommen werden, im PET-Recycling jedoch nicht verarbeitet werden können und deshalb aussortiert werden müssen.
Das Ergebnis: Ein erheblicher Teil des angelieferten Materials kann nicht in den eigentlichen Recyclingprozess einfließen. Nach Angaben des Unternehmens kann letztlich nur etwa die Hälfte des Inputs weiterverarbeitet werden.
Recycling braucht faire Wettbewerbsbedingungen
Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus dem internationalen Wettbewerb. Nach den europäischen Vorgaben müssen bei der Herstellung bestimmter neuer Kunststoffverpackungen künftig festgelegte Anteile recycelter Rohstoffe eingesetzt werden. Gleichzeitig drängt zunehmend günstiges neues Granulat aus Asien, was teilweise als Rezyklat angeboten wird, auf den deutschen und europäischen Markt.
„Wenn neues Granulat aus dem Ausland günstiger angeboten wird als der hier unter hohem Aufwand gewonnene Recyclingrohstoff, entstehen falsche Anreize“, erläuterte Volker Buchholz. Aus Sicht des Unternehmens fehlen zudem ausreichende Kontrollmechanismen, um sicherzustellen, dass die entsprechenden Anforderungen tatsächlich eingehalten werden.
Für Recyclingunternehmen ist deshalb nicht nur die ökologische, sondern auch die wirtschaftliche Seite entscheidend. „Ein Unternehmen muss wirtschaftlich und konkurrenzfähig bleiben“, betonte Buchholz. Von großer Bedeutung sei dabei unter anderem die Frage nach wettbewerbsfähigen Industriestrompreisen. Hier besteht aus Sicht der Unternehmen weiterhin Klärungsbedarf.
Vom Flaschenmaterial zum Regranulat
Bei einem Rundgang durch die Produktionshalle zeigte Volker Buchholz anschaulich, wie aus den gesammelten und zunächst zerdrückten PET-Flaschen Schritt für Schritt wieder ein hochwertiger Rohstoff entsteht. Ellen Stock konnte sich dabei direkt vor Ort ein Bild von den einzelnen Stationen des Recyclingprozesses machen.
Für einen besonderen Beitrag zur Nachhaltigkeit sorgen außerdem die Bienenvölker auf dem Firmengelände. Sie gehören – mit einem Augenzwinkern – zum „Personal“ des Unternehmens und produzieren fleißig den firmeneigenen Honig.
Ellen Stock bedankte sich bei Volker Buchholz und Andrzej Zajontz für den aufschlussreichen Besuch und die offenen Gespräche. „Der Besuch hat sehr deutlich gezeigt, wie wichtig funktionierende Kreisläufe für eine nachhaltige Wirtschaft sind, aber auch, welche Herausforderungen die Unternehmen dabei bewältigen müssen. Diese Erkenntnisse nehme ich gerne in meine politische Arbeit mit.“
Pressemeldung Wahlkreisbüro Ellen Stock














