Im Jahr 2024 wurden in Nordrhein-Westfalen pro Kopf 216,0 kg Haus- und Sperrmüll eingesammelt. Damit stieg das Müllaufkommen im zweiten Jahr in Folge. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, lag NRW damit über dem Bundesdurchschnitt von 186,7 kg je Einwohnerin und Einwohner. Im Vergleich der letzten Jahre wurde der höchste Wert im Jahr 2021 mit insgesamt 230,9 kg je Einwohnerin und Einwohner verzeichnet. Damals hatte u.a. die Überflutung des Ahrtals zu einem höheren Müllaufkommen geführt.
Im Jahr 2024 fielen in NRW insbesondere die kreisfreie Stadt Bottrop mit 325,0 kg und die kreisfreie Stadt Oberhausen mit 306,5 kg mit den höchsten Pro-Kopf-Abfallmengen auf. Am unteren Ende des Rankings befanden sich die Kreise Höxter mit 107,9 kg und Olpe mit 110,5 kg.

Haus- und Sperrmüllabfälle machten rund 41 % der gesamten Haushaltsabfallmenge in Deutschland aus
Deutschlandweit ist das Aufkommen von Haus- und Sperrmüll im Jahr 2024 erstmals seit 2021 wieder angestiegen auf nun 186,7 kg je Einwohnerin und Einwohner. Dieser Anstieg steht dem langfristigen Trend von sinkendem Aufkommen des Haushaltsmülls entgegen. Zuletzt war dieser Trend 2020 durchbrochen worden, als das Pro-Kopf-Aufkommen von 187,0 kg im Jahr 2019 auf 194,0 kg im Jahr 2020 anstieg. Über den gesamten betrachteten Zeitraum ist der Höchststand aus 2004 mit 206,6 kg je Einwohnerin und Einwohner jedoch nicht mehr erreicht worden. Insgesamt machten Haus- und Sperrmüllabfälle 2024 ca. 41 % der gesamten Haushaltsabfallmenge aus, welche durch öffentliche Entsorgungsdienstleister erfasst werden.
Höheres Müllaufkommen in Ballungsräumen bzw. kreisfreien Städten
Auch im deutschlandweiten Vergleich hatte auf Kreisebene die kreisfreie Stadt Bremerhaven mit 351,0 kg das höchste Pro-Kopf-Aufkommen an Haus- und Sperrmüll. Dahinter folgte die kreisfreie Stadt Bottrop mit 325,0 kg je Einwohnerin und Einwohner. Die niedrigsten Pro-Kopf-Abfallmengen konnten die Landkreise Calw (Baden-Württemberg) mit 70,9 kg und Aschaffenburg (Bayern) mit 71,1 kg aufweisen. Insgesamt fiel das Aufkommen in Ballungsräumen höher aus als in ländlicheren Gebieten. Ausnahmen hierzu bildeten Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg mit einem überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Aufkommen des Haus- und Sperrmülls in allen Kreisen.

Zu den Faktoren, die regionale Unterschiede erklären könnten, gehören u. a. finanzielle Aspekte (Höhe der Entsorgungsgebühren, Angebote von privaten Entsorgungsdienstleistern), das Ausmaß der Sensibilisierung der Bevölkerung für die Müllvermeidung und /-trennung sowie außergewöhnliche Anstiege der Abfallmenge z. B. aufgrund von lokalen Wetterereignissen wie Starkregen und Überflutungen.
Hinweise zur Statistik
Die Auswertung beginnt 2004, da für diesen Zeitraum die Länderdaten in der Regionaldatenbank vollständig vorliegen. In dieser Datenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder finden Sie vergleichbare Daten für Kreise, kreisfreie Städte und Gemeinden Deutschlands. Der Indikator „Haus- und Sperrmüll je Einwohner/-in” wurde auf Basis der Bevölkerungszahlen zum Stichtag 31.12. berechnet. Aufgrund unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen können Abweichungen zu anderen Veröffentlichungen auftreten. Zukünftig wird der Indikator, wie ab Berichtsjahr 2024 in Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes, auf Grundlage der jährlichen Durchschnittsbevölkerung berechnet. Die Ergebnisse zum Abfallaufkommen entstammen der Statistik der öffentlich-rechtlichen Abfallentsorgung. Die Daten gewerblicher Vertreter oder gemeinnütziger Organisationen werden nicht erfasst.
Über IT.NRW
Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen.
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