Um sich für das globale Wachstum, das insbesondere in den Kernregionen China, Indien und USA stattfindet, zukunftsorientiert aufzustellen, baut Phoenix Contact in diesen Ländern seine lokalen Wertschöpfungsketten aus. Damit reagiert das Unternehmen auf die anhaltende Schwäche der deutschen Industrie als auch auf die geopolitischen Spannungen.
Auswirkungen auf Phoenix Contact
Der Auftragseingang zu Anfang des Jahres 2025 hat sich zwar positiv entwickelt, dennoch wird Phoenix Contact die verändernden Markt- und Wettbewerbsbedingungen vorausschauend in seine Planungen mit einfließen lassen. Das Unternehmen hat seine Langzeitstrategie den veränderten Bedingungen angepasst und Maßnahmen entwickelt, die seine finanzielle Unabhängigkeit sichern und seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig verbessern. „In diesem Zusammenhang hat die Geschäftsführung von Phoenix Contact verschiedene Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ergriffen, die auf Kostensenkung, Fertigungsprozesse, Produktportfolio und Administration zielen“, erklärt Ulrich Leidecker, Mitglied und Sprecher der Geschäftsführung von Phoenix Contact. „Ebenfalls haben wir bereits erste Schritte eingeleitet, um unsere Wertschöpfung zu regionalisieren.“
In Anbetracht der langfristigen Veränderungen in den globalen Lieferketten geht das Unternehmen ebenfalls von Kapazitätsanpassungen von rund 600 Stellen in verschiedenen Unternehmensbereichen vorrangig am Standort Blomberg in den nächsten Jahren aus. „Gemeinsam mit den Arbeitgebervertretern haben wir ein Programm mit verschiedenen Maßnahmen entwickelt, von dem wir glauben, dass es eine Perspektive für alle Kolleginnen und Kollegen ist. Unser Ziel ist es, einen Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich umzusetzen und die Beschäftigung kurz-, mittel- und langfristig zu sichern“, erklärt Uta Reinhard, Vorsitzende des Betriebsrates am Standort Blomberg. „Jetzt ist es wichtig, dass alle, die das Angebot bekommen, das auch wirklich für sich prüfen“. In Verhandlungen wurde ein Paket mit verschiedenen Maßnahmen, wie einem internen Arbeitsmarkt, einem Freiwilligenprogramm mit Bausteinen wie Altersteilzeit, früherer Renteneinritt und individuelle Arbeitszeitabsenkung als Teilzeit-Angebot erarbeitet. „Wir sind fest entschlossen, durch diese Angebote betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden – sie wären das letzte Mittel, wenn die angebotenen Lösungen nicht im erforderlichen Maße angenommen werden“, unterstreicht Leidecker das gemeinsame Ziel.
Zukünftige Entwicklung
„Trotz der aktuellen Herausforderungen ist Phoenix Contact mit seinem Produktportfolio für die Elektrifizierung und Vernetzung aller Sektoren von Wirtschaft und Infrastruktur bereits jetzt gut aufgestellt“, betont Leidecker mit Blick auf die zukünftige Entwicklung. „Die globalen Aktivitäten hierzu treiben die Investitionen in unseren Zielmärkten voran. Unsere Ausrichtung hinsichtlich der All Electric Society hat weiterhin Bestand.“
Die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist keine klassische konjunkturelle Krise, sondern zeigt eine grundsätzliche Veränderung der geopolitischen Strukturen. „Internationalität ist ein wichtiger Treiber für das Wachstum. Als Unternehmen werden wir auf die wirtschaftlich, wie geopolitisch herausfordernde Situation eingehen müssen“, erklärt Leidecker. Perspektivisch geht das Unternehmen von zunehmend protektionistisch gelenkten Regionen aus mit den beiden Wirtschaftsräumen USA und China sowie Europa in der Mitte. „Die Auswirkungen spüren wir bereits länger“, so Leidecker. „Investitionen in Deutschland sind deutlich gehemmt oder werden umgelenkt auf die Regionen Nordamerika und Asien. Durch die Politik der neuen US-Regierung, insbesondere mit der Einführung von Zöllen, sehen wir die Entwicklung getrennter Wirtschaftsräume nicht nur bestätigt, sondern deutlich verschärft. Der Wettbewerbsdruck in Europa wird sich hierdurch erheblich verstärken.“
Pressemeldung Phoenix Contact