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39.000 Menschen im Kreis Lippe arbeiten in Teilzeit 

von | Feb. 13, 2026 | Wirtschaft

Der Griff nach Teilzeit im Job: Ob volles
Arbeitspensum oder nur wenige
Wochenstunden – entscheidend ist, was
Beschäftigte leisten können und wollen,
fordert die NGG Ostwestfalen-Lippe.
Fotomontage: NGG | Florian Göricke

Oft bremsen Defizite bei Kitas und Pflege Vollzeitjobs

So arbeitet der Kreis Lippe: Rund 39.000 Menschen haben einen Teilzeitjob. Und die Teilzeitarbeit im Kreis Lippe ist weiblich: 80 Prozent davon sind Frauen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen. Die NGG Ostwestfalen-Lippe beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. So liege bei den Vollzeitjobs der Anteil der Frauen im Kreis Lippe bei lediglich 30 Prozent.

„Einen Teilzeitjob zu machen ist keine Lust-und-Laune-Entscheidung. Denn wer nicht Vollzeit arbeitet, hat heute schon weniger Geld auf dem Konto und später weniger Rente“, sagt Thorsten Kleile von der NGG Ostwestfalen-Lippe. Teilzeitarbeit sei „keine Bequemlichkeit“, sondern für viele Beschäftigte im Kreis Lippe die Voraussetzung, um den Beruf überhaupt mit der Familie und mit der Pflege von Angehörigen vereinbaren zu können.

„Wenn der Wirtschaftsflügel der CDU künftig Menschen, die in Teilzeit arbeiten und gleichzeitig Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, einen Vollzeitjob verordnen will, dann lässt das jedes soziale Gespür vermissen“, so die Kritik von Thorsten Kleile. Der Geschäftsführer der NGG Ostwestfalen-Lippe appelliert an die CDU im Kreis Lippe und an die Delegierten aus der Region, Ende Februar (Hinweis f.d. Red.: 20. und 21. Februar) den Antrag des Wirtschaftsflügels der Union zur Reform der Teilzeit auf dem Parteitag der CDU in Stuttgart „abzuschmettern“.

Es bringe nichts, den Menschen „die Daumenschrauben anzuziehen, um sie zum Vollzeitpensum im Job zu zwingen“. Solange es nicht mehr Kitaplätze gebe, werde es nicht funktionieren, mehr Menschen in Vollzeit zu bringen. „Immerhin hat der Wirtschaftsflügel der Union diesen Punkt bei seinem Teilzeit-Vorstoß nach langem Hin und Her jetzt aufgegriffen und sich damit wenigstens ein Stück weit näher an die Probleme der Beschäftigten herangerobbt“, so Kleile. Auch wer einen Angehörigen pflege, könne zu Hause nicht alles stehen und liegen lassen, um mehr Stunden im Job zu machen, so Thorsten Kleile. Hierzu sei eine bessere Infrastruktur bei der Pflege nötig.

Wenn Beschäftigte allerdings in der Lage seien, Vollzeit zu arbeiten, dann sollten sie sich „nicht mit einem Teilzeitjob abspeisen lassen“, sagt Kleile. Die NGG Ostwestfalen-Lippe warnt Arbeitgeber im Kreis Lippe davor, ihre Beschäftigten – und hier vor allem auch Frauen – „in Teilzeit zu drängen“: „Entscheidend ist, welches Arbeitspensum man persönlich machen kann und will. Darauf sollten die Beschäftigten pochen. Es darf nicht darum gehen, dem Betrieb mit einem ‚Teilzeit-Kompromiss‘ entgegenzukommen, wenn man lieber Vollzeit arbeiten möchte“, sagt NGG-Geschäftsführer Kleile.

Pressemeldung: NGG

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