
Rund 400 Gäste folgten der Einladung des ABS-Vorstandes.
Am gestrigen Abend startete das Jubiläum des Alten Blomberger Schützenbataillons mit einem Festakt im Kurt-Langemann-Saal der Blomberger Schießhalle. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung gekonnt durch das Duo MaRiTon (Rita Röscher, Gesang, und Matthias Kämper, Piano).

Oberst Peter Begemann mit überzeugender Rede beim Festakt.
Die ersten Worte gebührten natürlich Oberst Peter Begemann als Vorsitzendem des Vereins, der zahlreiche Ehrengäste und Gäste begrüßen durfte. Rund 400 Personen waren gekommen, um die Schießhalle zu füllen. Oberst Peter Begemann stellte die 450-jährige Geschichte des Alten Blomberger Schützenbataillons als Ergebnis gelebter Gemeinschaft heraus. Seit 1576 habe sich das Schützenwesen grundlegend gewandelt, doch Zusammenhalt, Verantwortung und die Weitergabe von Tradition seien geblieben.
Als wichtigen Schritt in die Zukunft würdigte Begemann die Öffnung des ABS für Frauen und die Gründung des Tulpenrotts. Tradition und Veränderung seien kein Widerspruch. Mit dem 75. Westfälischen Schützentag übernehme das ABS zudem erneut die Rolle des Gastgebers für Schützen aus ganz Westfalen. Sein besonderer Dank galt allen Mitgliedern, Ehrenamtlichen, Helfern, Einsatzkräften, Sponsoren und Unterstützern. Seine zentrale Botschaft: Solange Menschen füreinander einstehen, Verantwortung übernehmen und Tradition mit Leben füllen, hat das ABS eine Zukunft. (Hier geht es zur vollständigen Rede des Oberst.)
Bürgermeister Dolle: „Das ABS ist ein Stück Blomberg“

Bürgermeister Christoph Dolle
Bürgermeister Christoph Dolle bezeichnete das ABS als festen Bestandteil Blombergs. Seit 450 Jahren verbinde der Verein Generationen, bewahre Traditionen und stehe beispielhaft für das starke ehrenamtliche Engagement in der Stadt. Tradition bedeute dabei nicht, an der Vergangenheit festzuhalten, sondern Werte weiterzugeben und mit neuem Leben zu füllen.
Besonders würdigte Dolle das Benefizkonzert zugunsten der Bürgermeister-Heinrich-Fritzemeier-Stiftung. Dass ein seit Jahrhunderten vom Ehrenamt getragener Verein damit andere gemeinnützige Projekte unterstütze, sei für ihn ein starkes Zeichen: „Ehrenamt fördert Ehrenamt.“
Sein Dank galt allen, die Verantwortung übernehmen und ihre Zeit für Verein und Stadt einsetzen. Sein Wunsch für die Zukunft: Das ABS solle seine Verbundenheit und starke Gemeinschaft bewahren. (Hier geht es zur vollständigen Rede des Bürgermeisters.)
Landrat Meinolf Haase würdigt das ABS als „gelebte Gemeinschaft“

Landrat Meinolf Haase
Landrat Meinolf Haase hat in seiner Rede zum Festakt am Donnerstag die gesellschaftliche Bedeutung des Alten Blomberger Schützenbataillons (ABS) hervorgehoben. Der Verein leiste einen wichtigen Beitrag dazu, das kulturelle Erbe zu erhalten und zugleich Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenzubringen. Gerade hier zeige sich, dass Tradition nicht Stillstand bedeute: Junge und ältere Menschen begegneten sich im Vereinsleben auf Augenhöhe.
Eine besondere Bedeutung maß Haase dem ehrenamtlichen Engagement bei. Das Ehrenamt sei die tragende Säule des ABS – und ebenso vieler anderer Vereine in Lippe. Ohne Menschen, die Verantwortung übernehmen, Zeit investieren und sich für andere einsetzen, lasse sich ein großes Programm nicht auf die Beine stellen. Sein Dank galt deshalb den Organisatoren, den Einsatzkräften und den zahlreichen helfenden Händen.
Als Beispiel für die gesellschaftliche Verantwortung des Vereins erinnerte der Landrat an die Corona-Pandemie. Damals wurde die Schießhalle des ABS kurzerhand zum Impfzentrum. Für Haase ein Beispiel dafür, wie unkomplizierte Hilfe und gelebter Gemeinsinn funktionieren können. Für die damalige Unterstützung dankte er dem Alten Blomberger Schützenbataillon ausdrücklich.
Lobende Worte fand Haase auch für den Benefizgedanken der Veranstaltung. Die Einnahmen des Konzertes des Landespolizeiorchesters Nordrhein-Westfalen sollen der Bürgermeister-Heinrich-Fritzemeier-Stiftung zugutekommen. Damit verbinde sich das kulturelle Programm unmittelbar mit einem guten Zweck und einem Engagement für die Menschen vor Ort.
Das ABS, so machte der Landrat deutlich, sei deshalb weit mehr als ein Traditionsverein. Es stehe für Zusammenhalt, ehrenamtliches Engagement und gelebte Gemeinschaft über Generationen hinweg.
Seine Rede beendete Haase mit dem traditionellen Schützengruß: „Gut Schuss!“
Alexander Baer würdigt 450 Jahre gelebte Schützentradition

Alexander Baer (re.) überreichte die Ehrenplakette an Oberst Peter Begemann.
Eine ganz persönliche Verbindung zum lippischen Schützenwesen stellte der Landtagsabgeordnete Alexander Baer an den Beginn seiner Rede. Bereits 1998 sei er anlässlich der Lippischen Schützentage als Schütze aus Brakel in Blomberg dabei gewesen. Nun kehrte er in anderer Funktion zurück – als Abgeordneter des nordrhein-westfälischen Landtags, aber mit der gleichen Verbundenheit zum Schützenwesen.
Anlässlich des 450-jährigen Bestehens durfte Baer dem Alten Blomberger Schützenbataillon eine Ehrenplakette überreichen. Diese Auszeichnung stehe nicht allein für das Jubiläum, sondern vor allem für all jene Menschen, die über viele Jahrzehnte die Geschichte des Vereins geschrieben und Verantwortung übernommen hätten.
Tradition bedeute schließlich nicht, ausschließlich zurückzuschauen. Sie bleibe nur dann lebendig, wenn Menschen sie mit Leben füllten, Verantwortung übernähmen und bereit seien, ihre Zeit für den Verein, die Stadt und ihre Mitmenschen einzusetzen. Genau das sei Ehrenamt.
Baer hob dabei die besondere Bedeutung des Schützenwesens für das gesellschaftliche Leben in Lippe hervor. Menschen wollten zusammenkommen und Gemeinschaft erleben – und dazu gehöre in der Region seit Generationen das Schützenwesen. In Blomberg zeige sich bis heute, dass sich viele Bürger für ihre Gemeinschaft engagierten.
Bürgerbeteiligung werde hier nicht nur diskutiert, sondern gelebt. Dabei müsse auch nicht immer alles perfekt sein. Entscheidend sei, dass Menschen gemeinsam anpackten.
Mit einem Augenzwinkern ging Baer auch auf das Lippische Schützenlied ein. Dessen Inhalte seien schließlich weniger martialisch, als Außenstehende vielleicht vermuten könnten: Ein zünftiger Imbiss und ein Wacholder seien den Lippern allemal lieber als ein Krieg.
Sein besonderer Dank galt allen, die das ABS über viele Jahre und Jahrzehnte getragen haben. Menschen, die Verantwortung übernehmen und einen Teil ihrer Freizeit für andere einsetzen, machten das Ehrenamt aus. Zugleich habe das Schützenwesen etwas ausgesprochen Familiäres. Ein Jubiläum von 450 Jahren könne ein Verein nicht im Alleingang erreichen – dafür brauche es Generationen von Menschen, die gemeinsam an einer Sache festhalten.
Die überreichte Ehrenplakette würdige deshalb nicht nur die lange Geschichte des Alten Blomberger Schützenbataillons. Sie stehe vor allem für die vielen Menschen, die diese Geschichte geschrieben und bis heute mit Leben gefüllt haben.
WSB-Präsident Hollmann: „Schützenwesen bedeutet, füreinander einzustehen“

Dr. Maik Hollmann
Die historische Dimension des Jubiläums stellte Dr. Maik Hollmann, Präsident des Westfälischen Schützenbundes, an den Beginn seines Grußwortes. 450 Jahre seien eine gewaltige Wegstrecke. Als die Geschichte des Alten Blomberger Schützenbataillons begann, hätten in Rom noch Päpste und Kaiser die europäische Politik geprägt, in England regierte Königin Elisabeth I. Seitdem habe sich die Welt grundlegend verändert – das ABS aber habe Bestand.
Für Hollmann liegt der Grund dafür auf der Hand: Tradition könne nur bestehen, wenn sie immer wieder neu mit Leben gefüllt werde. Schützenwesen bedeute, füreinander einzustehen, Heimat gemeinsam zu gestalten und Werte an die kommenden Generationen weiterzugeben. Das ABS sei ein Beispiel dafür, was das Schützenwesen für eine Stadt und ihre Gesellschaft leisten könne.
Rund 900 Vereine gehörten heute zum Westfälischen Schützenbund. Was sie verbinde, sei vor allem die persönliche Begegnung. Gemeinschaft finde eben nicht nur digital statt, sondern „live und in Farbe“. Hier entscheide kein Algorithmus darüber, wer zusammenpasse und sich verstehe. Die Menschen kämen selbst zusammen, lernten einander kennen und übernähmen gemeinsam Verantwortung.
Blomberg werde dabei auch zum Mittelpunkt des westfälischen Schützenwesens. Das ABS übernehme als Gastgeber Verantwortung dafür, dass sich die Schützinnen und Schützen aus Westfalen in der Nelkenstadt wohlfühlten. Hollmann zeigte sich überzeugt, dass dies gelingen werde.
An diesem Abend aber, machte der Präsident deutlich, gehöre die Bühne zunächst ganz dem Alten Blomberger Schützenbataillon. Auf eine 450-jährige Geschichte dürfe der Verein mit Stolz zurückblicken. Sein Dank galt allen, die über Generationen hinweg ihren Beitrag dazu geleistet haben.
Für die Zukunft gab Hollmann den Blomberger Schützen einen Wunsch mit auf den Weg: Sie sollten bewahren, was sie stark gemacht habe, und zugleich dafür sorgen, dass auch kommende Generationen diese Gemeinschaft weitertragen. Vielleicht, so seine Botschaft, werde man dann eines Tages sagen können: „450 Jahre waren erst der Anfang.“















