
Geht ganz schön ins Geld: Tanken ist teuer. Die Gewerkschaft NGG Ostwestfalen-Lippe will sich deshalb in den Betrieben im Kreis Lippe und bei Tarifverhandlungen für einen „Wegegeld-Zuschuss für Job-Pendler“ stark machen. Foto: NGG | Tobias Seifert
Kritik an Ticket-Preisen: „4 Stunden Arbeit zum Mindestlohn für 1 Stunde Bahnfahrt“
Viele fahren rein, viele aber auch raus: 33.510 Beschäftigte kommen in den Kreis Lippe, um hier zu arbeiten. Und umgekehrt wohnen 50.570 Menschen im Kreis Lippe, haben ihren Job aber woanders. Das geht aus der aktuellen Pendler-Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor. Die Zahlen der Ein- und Auspendler, die über die Kreisgrenze fahren müssen, um zur Arbeit zu kommen, greift jetzt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten auf. Für die NGG Ostwestfalen-Lippe sind längere Arbeitswege ein „Co-Faktor beim Job, der Zeit, oft Nerven und vor allem auch Geld kostet“.
Die Gewerkschaft warnt: „Hohe Spritpreise belasten viele Privathaushalte im Kreis Lippe. Dabei reißen gerade auch die Fahrten zum Arbeitsplatz Löcher in die Haushaltskassen. Vor allem dann, wenn Berufspendler dabei aufs Auto angewiesen sind. Geringverdiener trifft das besonders hart. Erst recht, wenn sie nur den Mindestlohn verdienen“, sagt Thorsten Kleile. Der Geschäftsführer der NGG Ostwestfalen-Lippe spricht sich deshalb für ein „Mobilitätsgeld“ aus: 17 Cent je Kilometer sollen, so die Gewerkschaft, jedem Pendler sofort und unabhängig von der Höhe des Einkommens einheitlich vom Staat ausgezahlt oder beim monatlichen Lohnsteuerabzug verrechnet werden.
„Solange das Mobilitätsgeld noch auf sich warten lässt und die Spritpreise nicht wieder deutlich fallen, muss ein Wegegeld-Zuschuss für Job-Pendler Thema in den Betrieben sein. Viele fahren eine Dreiviertelstunde, manche sogar eine Stunde oder länger“, so Thorsten Kleile. Er kündigt an, die Betriebe im Kreis Lippe bei Fahrtkosten stärker in die Pflicht nehmen zu wollen: „Das fängt bei den 63 Euro pro Monat fürs Deutschland-Ticket an. Und das geht über ein konkretes Wegegeld bis zum günstigen oder freien ‚Stromtanken‘ an der Ladesäule für E-Autos auf dem Firmengelände“, so Kleile. Die Gewerkschaft werde die Kosten für Mobilität künftig stärker bei Tarifverhandlungen zum Thema machen.
Außerdem kritisiert die NGG Ostwestfalen-Lippe „die zum Teil saftigen Preise für Bahn-Tickets“: „Wer ohne Bahncard oder rechtzeitig ergattertem Super-Sparpreis in den Zug steigen muss, der wird kräftig zur Kasse gebeten. Vor allem beim Fernverkehr haut das richtig rein“, so Thorsten Kleile. Für untere und selbst mittlere Einkommen grenze das Bahnfahren an „Mobilitätsluxus“. Der Geschäftsführer der NGG Ostwestfalen-Lippe kritisiert: „Wer nur den gesetzlichen Mindestlohn verdient, dem kann es passieren, dass er im Fernverkehr der Deutschen Bahn für eine Stunde Zugfahrt vier Stunden arbeiten muss. Oder sogar mehr. Und dabei geht es um eine Bahnfahrt in der 2. Klasse, versteht sich“, so Kleile.
Pressemeldung: NGG
















