
Die HSG unterliegt auch im zweiten Spiel der Gruppenphase. (Timon Peters)
Im ersten Auswärtsspiel der EHF-Gruppenphase 2025/26 stand der HSG das ungarische Team MOL Esztergom gegenüber. In der Heimspielstätte des EHF-Debütanten schaffte es die HSG nicht in Führung zu gehen und unterlag erneut denkbar knapp mit 33:32 (18:16). Nieke Kühne traf in der SUZUKI Arena sieben Mal.
Tor- und temporeich vor lauter Atmosphäre
Nach dem Auswärtssieg in Metzingen am Mittwoch schickte Steffen Birkner in Esztergom zunächst Nicole Roth, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Elín Magnúsdóttir, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner aufs Feld. Wie bereits zuvor gehörte auch Ruslana Litvinov zum Kader der Blombergerinnen. Die HSG musste weiterhin auf mehrere Spielerinnen verzichten: Neben Marie Michalczik, Amber Verbraeken, Carolin Jaron und Judith Tietjen fehlte auch Malin Sandberg krankheitsbedingt. Aufseiten der Gastgeberinnen begann unter anderem Fanni Horváth, den ersten Treffer der Partie erzielte jedoch Nathalie Schatzl.
Die Begegnung startete deutlich temporeicher als das Bundesligaspiel wenige Tage zuvor. Díana Magnúsdóttir glich mit etwas Glück zum 1:1 aus, ehe beide Teams von Beginn an ein hohes Tempo anschlugen. Bereits nach zwei Minuten waren fünf Tore gefallen. Maxi Mühlner setzte sich nach einem Pass von Kühne durch und holte einen Siebenmeter heraus, den Ona Vegué sicher zum 3:3 verwandelte. Defensiv zeigte sich die HSG in der Anfangsphase ungewohnt anfällig und kassierte früh mehrere Gegentreffer, profitierte jedoch bei einem Strafwurf der Ungarinnen vom Pfosten.
Erneut war es Mühlner, die einen Siebenmeter herausholte, den Vegué vor der lautstarken Kulisse eiskalt verwandelte. Kurz darauf hatte Alexia Hauf im Gegenstoß die Chance zur Führung, scheiterte jedoch. Trotz einer Parade von Nicole Roth setzte sich Esztergom nach zehn Minuten wieder auf 9:7 ab. Vegué verkürzte erneut vom Punkt, ehe Nieke Kühne die erste Zeitstrafe der Partie erhielt. Die Gastgeberinnen nutzten die Überzahl konsequent und erhöhten nach 15 Minuten auf 11:9.
Die HSG ließ sich davon nicht beeindrucken. Díana Magnúsdóttir erzielte den Anschlusstreffer, doch Esztergom kam weiterhin über schnelles Umschaltspiel zu einfachen Toren. In der Offensive überzeugte vor allem Maxi Mühlner, die sowohl als Vorbereiterin als auch als Torschützin Akzente setzte. Nach einer Zeitstrafe, die Elín Magnúsdóttir herausholte, trat Vegué erneut vom Siebenmeterpunkt an und blieb weiterhin sicher. Trotz defensiver Lücken zeigte sich Blomberg offensiv effektiv: Mühlner nutzte ein leeres Tor zum 13:13-Ausgleich.
In der Folge zwangen die Blombergerinnen die Gastgeberinnen mehrfach ins Zeitspiel, konnten ihre Chancen jedoch nicht zur Führung nutzen. Alexia Hauf traf per Heber zum Ausgleich, doch weitere Zeitstrafen – diesmal gegen Andrea Jacobsen und erneut gegen Kühne – verhinderten einen möglichen Führungswechsel. In der intensiven Schlussphase der ersten Halbzeit schenkten sich beide Teams nichts. Roth parierte noch einen Siebenmeter, dennoch ging Esztergom mit einer 18:16-Führung in die Kabine.
Krimi bis zur letzten Sekunde
Zu Beginn der zweiten Halbzeit nahm die HSG personelle Veränderungen vor: Melanie Veith rückte für Roth ins Tor, zudem kam Vegué für Hauf ins Spiel. Trotz zweier Zeitstrafen blieb Nieke Kühne weiterhin gemeinsam mit Maxi Mühlner im Innenblock. Den ersten Treffer der zweiten 30 Minuten erzielten erneut die Gastgeberinnen, doch Kühne konterte umgehend mit einem Rückraumwurf. Nach einem erzwungenen Stürmerfoul kam die HSG direkt wieder in Ballbesitz. Den folgenden Angriff leitete Nuria Bucher auf der Mitte ein und erzielte mit ihrem ersten Treffer zugleich den Anschluss zum 19:18.
Faragó scheiterte anschließend knapp, woraufhin Veith schnell auf Mühlner eröffnete. Beim Tempogegenstoß wurde diese entscheidend von Ballai gestört, die dafür nicht nur eine Zeitstrafe, sondern auch einen Siebenmeter verursachte. Vegué zeigte sich weiterhin äußerst sicher und verwandelte – wie schon im gesamten Spiel – auch diesen Strafwurf, womit der Rückstand erneut auf einen Treffer verkürzt wurde. Mühlner reagierte nach dem Gegentor am schnellsten und traf mit viel Schwung ins leere Tor. Auch Jacobsen nutzte kurz darauf ein leeres Tor, nachdem Kühne den Ball abgefangen hatte. So stellte die HSG auf 21:21.
Die Ungarinnen gingen zwar wieder mit zwei Toren in Führung, doch die Blombergerinnen verteidigten aufmerksam und eroberten den Ball zurück. Ballai geriet erneut in den Fokus, als sie innerhalb weniger Minuten ihre zweite Zeitstrafe kassierte, nachdem sie Kühne im Gesicht getroffen hatte. Vegué blieb nervenstark und verwandelte auch ihren sechsten Siebenmeter. Mindestens ebenso souverän präsentierte sich Mühlner, die mit ihrem fünften Treffer zum 23:23 ausglich. Dennoch gelang es der HSG weiterhin nicht, erstmals in Führung zu gehen, da Esztergom stets postwendend antwortete.
Wieder war es Mühlner, die traf und zudem eine weitere Zeitstrafe herausholte. Trotz noch 20 Minuten Spielzeit entwickelte sich das zweite Gruppenspiel zunehmend zu einem echten Krimi. Einen Schrittfehler nutzte Njinkeu sofort per Wurf ins leere Tor, erneut stand ein Unentschieden auf der Anzeigetafel. Anschließend leisteten sich die Blombergerinnen jedoch einige Fehler im Angriff, die Esztergom konsequent nutzte und sich auf zwei Treffer absetzte.
Beim Stand von 28:25 kam Lara Lepschi für Veith ins Tor. Kühne eröffnete die Aufholjagd mit einem Treffer, doch die Offensive der HSG stockte, während Esztergom weiterhin torgefährlich blieb. Nach einem Ballgewinn wurde Vegué im Gegenstoß gestört und zog eine weitere Zeitstrafe. In Überzahl verkürzte Bucher kurz vor Beginn der letzten zehn Minuten auf zwei Tore. Jacobsen erzielte nach starker Defensivarbeit den Anschlusstreffer zum 30:29. Eine laut umjubelte Parade von Lepschi hielt die Hoffnung auf den Ausgleich am Leben, doch der anschließende Angriff endete im Seitenaus. Faragó traf im Gegenzug, sodass die HSG fünf Minuten vor Schluss erneut mit drei Toren zurücklag. Zwar kämpften die Blombergerinnen weiter leidenschaftlich, doch der Rückstand blieb bestehen und man unterlag im zweiten Gruppenspiel in Esztergom.
Aufstellungen:
MOL Esztergom: Herczeg, Bukovsky; Varga, Hajtai, Horváth (8), B. Ballai (1), Kisfaludy (2), Kovács (7), Szmolek, Majoros, A. Ballai, Jaques (1), Faragó (8), Schatzl (2), Teplán, Szucsánszki (4)
HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux, Jacobsen (5), D. Magnúsdóttir (3), Kühne (7), Mühlner (6), Vegué (6), Litvinov, Bucher (2), Hauf (2), E. Magnúsdóttir, Njinkeu (1)
Pressemeldung: HSG














