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NGG kündigt Warnstreik bei Marten Gütersloh an

von | Feb. 19, 2026 | Wirtschaft

Foto: pixabay

Nullrunde und Besitzstandsabbau provozieren Arbeitskampf

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft die Beschäftigten der Firma Marten in Gütersloh (Zur Mühlen Gruppe / Tönnies Premium Food Group) am 19. Februar 2026 zu einem Warnstreik auf. Der Ausstand beginnt um 5:30 Uhr und ist bis zum Ende der Frühschicht am Nachmittag angesetzt. Im Laufe des Vormittags werden die Beschäftigten den Betrieb geschlossen verlassen. Hintergrund ist die zweite Tarifverhandlung zum Entgelttarifvertrag, die nach nur rund 40 Minuten beendet wurde. Die Arbeitgeberseite forderte eine Nullrunde sowie Verhandlungen über die Absenkung bestehender Besitzstände. Begründet wurde dies mit den Mehrkosten durch die gesetzliche Erhöhung des Mindestlohns, die „gegenfinanziert“ werden müssten. Für die NGG ist dieses Vorgehen inakzeptabel.

„Tariflich erkämpfte Besitzstände zur Finanzierung gesetzlicher Mindestlohnerhöhungen opfern zu sollen, ist ein klarer Tabubruch. Mindestlohn darf nicht zur Angleichung nach unten missbraucht werden“, erklärt Thorsten Kleile, Geschäftsführer der NGG-Region OWL. Allein im vergangenen Jahr leisteten die Beschäftigten bei Marten über 20.000 freiwillige Überstunden. Flexibilität und Mehrarbeit seien selbstverständlich eingefordert worden – nun solle ausgerechnet diese Belegschaft die Kosten steigender gesetzlicher Standards tragen.

Die Gewerkschaft sieht zudem ein konzernweites Muster: So wurden zum Beispiel auch in Betrieben der Zur Mühlen Gruppe in Satrup, Böklund, TFB Nortrup, TFB Versmold und Suhl Nullrunden gefordert. Für die NGG ist dies Ausdruck einer strategischen Linie des Konzerns. Die Forderung der NGG für Marten Gütersloh lautet: ein tariflicher Abstand von mindestens 0,50 Euro zum gesetzlichen Mindestlohn (14,40 Euro) in der untersten Entgeltgruppe – rund elf Prozent – sowie eine entsprechende prozentuale Anhebung aller Entgeltgruppen zur Sicherung der Tarifstruktur. Der Warnstreik steht unter dem Motto: „40 Minuten, null Respekt und null Wertschätzung.“ Einen neuen Verhandlungstermin gibt es bisher noch nicht.

Pressemeldung: NGG

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