Keine Punkte in Mannheim! Der TBV Lemgo Lippe musste am Freitagabend gegen die Rhein-Neckar Löwen eine Niederlage verkraften. Dabei sah es lange so aus, als könnten die Lemgoer Handballer auch in der SAP Arena ein weiteres Ausrufezeichen setzen. Doch in der Schlussviertelstunde drehten die Hausherren die Begegnung und hatten beim 30:32 (17:13) das glücklichere Ende für sich.
Personell musste Kehrmann in der mit 9.408 Zuschauern nicht ausverkauften SAP Arena auf seinen Rechtsaußen Jarnes Faust verzichten, der krank in der Heimat bleiben musste. Für ihn rückte Frederik Puls vom Team HandbALL in den Kader. Zunächst schickte der Lemgoer Trainer jedoch Constantin Möstl, Leve Carstensen, Lukas Hutecek, Tim Suton, Hendrik Wagner, Nicolai Theilinger und Bobby Schagen in das Topspiel.
Die in gelb spielenden Löwen legten vor. Der für den verletzenden Edwin Aspenbäck in die Startsieben gerückte Lukas Sandell traf nach vier Minuten zur 1:2-Führung für sein Team. Doch die starke Lemgoer Abwehr präsentierte sich auch heute von Beginn an hellwach. Frederik Simak eroberte mit vollem Einsatz den Ball, schickte Carstensen auf die Reise, der den Spielstand auf 3:2 (6.) drehte. Auch Möstl fand direkt stark in die Begegnung und hielt sich mit seiner dritten Parade nach acht Minuten in den Fokus (4:2). Dem Spiel der Löwen war der große Druck anzumerken, der auf den Schultern der Spieler lastete. Nur ein Sieg würde helfen, um den Anschluss an die oberen Tabellenregionen zu halten. Doch auf einen Erfolg der Löwen wies auch in der Folge zunächst wenig hin.
Fehlerfrei marschierte der TBV mit breiter Brust vorweg und kam durch einen Treffer von Suton zu einer zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Führung (14., 8:2). Ganze elf Minuten dauerte es, bis die Lemgoer Abwehr wieder ein Gegentor zuließ: Der Ex-Lemgoer Dani Baijnes beendete die Durststrecke seiner Mannschaft und tankte sich zum 8:3 durch (15.). Es entwickelte sich nun ein temporeicher Schlagabtausch, in dem der TBV kurzzeitig seinen offensiven Flow verlor. Die Rhein-Neckar Löwen erwiesen sich als Nutznießer und kämpften sich erneut durch den stark aufspielenden Sandell auf 11:8 (20.) heran. Kehrmann reagierte mit einer Auszeit und stellte auf Sieben-gegen-Sechs um – mit Erfolg. Mit einer verdienten 17:13-Führung ging der TBV letztendlich in die Halbzeit.
Mit einer deutlich aggressiveren Gangart kamen die Löwen zum zweiten Abschnitt aus der Kabine und übten früh Druck auf das Team um Kapitän Suton aus. Doch immer, wenn es eng wurde, zogen die Lipper den Kopf erfolgreich aus der Schlinge. So auch, als Sebastian Heymann, der zuvor lediglich mit übermotivierten Abwehraktionen auf sich aufmerksam gemacht hatte, zwischenzeitlich auf 20:19 (41.) verkürzte.
Mit dem Selbstvertrauen der vergangenen Monate erkämpfte sich der TBV zwölf Minuten vor dem Ende durch Wagner eine Drei-Tore-Führung zurück (48., 25:22). Doch jeder Fan in der Halle und vor dem Bildschirm spürte, dass die Entscheidung an diesem Tag noch längst nicht gefallen war. Denn die Löwen gaben dem Team von Kehrmann nun keine Pause mehr. Als Hutecek sich sieben Minuten vor dem Ende erfolgreich zur 26:24-Führung durchtankte, dauerte es keine zehn Sekunden ehe Sandell auf der Gegenseite für den erneuten Anschluss sorgte (54., 26:25). Zwar hatte der TBV bis hierhin immer die richtige Antwort, doch das sollte nicht so bleiben. Mit Treffer Nummer 10 sorgte Sandell für den 27:27-Ausgleich und brachte sein Team zwei Minuten vor dem Ende mit den Treffern 12 (29:30) und 13 (29:31) auf die Siegesstraße.
Die Lemgoer versuchten bis zum Schluss alles, mussten jedoch mit ansehen, wie Tim Nothdurft wenige Sekunden vor dem Ende cool blieb und den Deckel draufmachte (30:32). Bester TBV-Werfer war mit acht Toren erneut Versteijnen. Mit 32:12-Punkten steht der TBV Lemgo Lippe in der Tabelle auf Platz 5, während die Löwen mit 26:18-Punkten auf Rang 8 den Anschluss wahren. Weiter geht es für die Lemgoer am kommenden Donnerstag (26.2.) mit einem Heimspiel gegen den HSV Hamburg. Für die Begegnung mit dem Team von Torsten Jansen wurden bislang knapp 4.400 Tickets verkauft. Aktuell sind noch Stehplätze sowie wenige Sitzplätze erhältlich.
Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Das war heute das erwartet intensive Spiel. Mit der ersten Halbzeit können wir sehr zufrieden sein. Wir haben die Unsicherheit der Rhein-Neckar Löwen für uns genutzt und gehen verdient mit einer Vier-Tore-Führung in die Pause. Im zweiten Abschnitt unterlaufen uns dann einfach ein paar Fehler zu viel, was am Ende dafür sorgt, dass wir mit leeren Händen nach Hause fahren. Ich ziehe trotzdem den Hut vor meinen Spielern, die alles reingepackt haben und nun mit drei blutigen Lippen die Heimreise antreten. Der Blick geht jetzt schnell nach vorne. Bereits nächsten Donnerstag wollen wir mit unseren Fans im Rücken das bessere Ende wieder für uns haben.“
Rhein-Neckar Löwen – TBV Lemgo Lippe 32:30 (13:17)
Rhein-Neckar Löwen: Späth (15 Paraden) 1, Jensen; Rohde Larson 2, Nothdurft 3/1, Plucnar Jacobsen, Sandell 13, Heymann 2, Steenaerts 1, Moré, Jozsa, Groetzki, Thrastarson 1, Ciudad-Benitez, Jaganjac, Baijens 3, Kohlbacher 6
TBV Lemgo Lippe: Möstl (10 Paraden), Kastelic; Hutecek 1, Theilinger, Zehnder 2/2, Mudrow, Simak 1, Schagen 3, Carstensen 4, Nyfjäll, Suton 5, Willecke, Versteijnen 8/1, Wagner 6, Puls
Pressemeldung: TBV
















