Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Lippe
„Die Stimmung unter den Unternehmen hat sich laut jüngstem Geschäftsklimaindex des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung in Deutschland leicht verbessert – zumal in den Sektoren Dienstleistung, Bauhauptgewerbe, und last but not least Verarbeitendes Gewerbe, welches in Lippe von großer Bedeutung für den heimischen Arbeits- und Ausbildungsmarkt ist.
Diese verhalten positive Entwicklung, die durch umfassende Umfragen bei Managern im gesamten Bundesgebiet ermittelt wurde – basierend auf der Geschäftslage und den wirtschaftlichen Erwartungen – zeigt sich anhand der neu eingegangenen Stellenmeldungen im Februar vor Ort: So haben Arbeitgebende aus dem Kreis Lippe in diesem Monat 412 Stellen gemeldet und damit 136 mehr als im Vormonat (plus 49,3 Prozent). Gleichwohl wird sich dieses belebende Signal erst mit Zeitverzögerung auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen“, so die Bilanz von Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn.
„Der Wintermonat Februar ist weiterhin von einer saisonalen Delle geprägt – Stichwort wetterbedingte Einschränkungen in Außenberufen -, so dass erst die Frühlingsmonate saisonale Impulse setzen werden. Derzeit ist der lippische Arbeitsmarkt zweifelsohne in einer herausfordernden Situation, stieg doch die Arbeitslosigkeit zum Vergleichsmonat Februar binnen eines Jahres um 0,6 Prozentpunkte auf nunmehr 6,6 Prozent.“
Der strukturelle Fachkräftebedarf werde aufgrund der demografischen Entwicklung und der digitalen Technologien jedoch weiter bestehen bleiben und noch zunehmen. Thiele: „Den sich daraus ergebenden Herausforderungen müssen wir mit intensiver Beratung, passgenauer Qualifizierung und einer noch engeren Zusammenarbeit mit Betrieben begegnen. Wer heute in Aus- und Weiterbildung investiert und Fachkräfte ausbildet, stärkt den Arbeitsmarkt von morgen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit – auch ohne konjunkturellen Rückenwind. Langfristige Strategien der Personalgewinnung und Personalbindung sind gefragt unabhängig von der aktuellen konjunkturellen Lage “
Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Lippe steigt im Februar 2026. Insgesamt waren 12.276 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 186 Personen mehr (plus 1,5 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.057 Personen (plus 9,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Februar 6,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,0 Prozent (plus 0,6 Prozentpunkte).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.776 Personen gemeldet. Dies sind 178 Personen mehr als vor einem Monat (plus 3,9 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 669 Personen (plus 16,3 Prozent).
Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten acht Arbeitslose mehr als im Vormonat (plus 0,1 Prozent) und 388 mehr als im Vorjahr (plus 5,5 Prozent). Insgesamt zählen 7.500 Personen und damit 61,1 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit
1.317 Arbeitslose sind im Februar 2026 im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt. Dies sind 87 Personen mehr als im Vormonat (plus 7,1 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 157 junge Menschen mehr arbeitslos (plus 13,5 Prozent).
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre steigt zum Vormonat um 37 Personen (plus 0,9 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 364 Arbeitslose mehr (plus 9,3 Prozent). Insgesamt sind 4.278 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Lippe arbeitslos.
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Lippe steigt um 20 Personen (plus 0,4 Prozent). 5.245 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 92,1 Prozent (4.830 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 452 Personen (plus 9,4 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Lippe steigt im Februar 2026. Insgesamt sind 17.238 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 82 Personen mehr (plus 0,5 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Unterbeschäftigung um elf Personen (plus 0,1 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Lippe haben in diesem Monat 412 Stellen gemeldet und damit 136 mehr als im Vormonat (plus 49,3 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 72 Stellen (minus 14,9 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.280 offene Stellen, 74 mehr als vor einem Monat (plus 3,4 Prozent) und 448 weniger als vor einem Jahr (minus 16,4 Prozent).
Pressemeldung der Agentur für Arbeit
















