Unter dem Titel „Bücher und Scherben“ stellt Frank Meier-Bartel drei jüdische Autorinnen aus Ostwestfalen-Lippe vor. Josefa Metz (1871-1943) aus Minden, Jenny Aloni (1917-1993) aus Paderborn und Ruth Michaelis-Jena (1905-1989) aus Detmold: Sie stammten aus unserer Region, sie stammten aus jüdischen Familien, sie wurden von den Nationalsozialisten verfolgt.
Josefa Metz war Kinderbuchautorin. 1937 gelang es ihr, ein letztes Buch zu veröffentlichen – „Eva. Aus einer glücklichen Kindheit“. Autobiographisch gefärbt schildert sie darin eine Bat Mizwa-Feier, als Abgesang auf die jüdische Kultur ihrer Kindheit. Die Familie von Jenny Aloni betrieb ein Warenhaus in Paderborn, das in der Pogromnacht zerstört wurde – ein traumatisches Erlebnis, für das sie in der Erzählung „Kristall und Schäferhund“ Worte suchte. Ruth Michaelis-Jena war Inhaberin einer Buchhandlung in Detmold, bevor sie nach Großbritannien ins Exil ging. Ihre Lebenserinnerungen „Auch wir waren des Kaisers Kinder“ sind das schönste Buch über Detmold und zugleich eine Darstellung der sich verfinsternden Atmosphäre nach dem Machtantritt der Nazis.
Die kommentierte Lesung schildert diese drei jüdischen Lebensläufe im 20. Jahrhundert. Der Vortragende: Frank Meier-Barthel ist Referent für Evangelische Erwachsenenbildung im Kirchenkreisverband Herford | L+übbecke | Minden | Vlotho. Die Lesung findet statt in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung, der Lippischen Landeskirche, der Jüdischen Gemeinde Herford-Detmold und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V., im alten Foyer der Lippischen Landesbibliothek in Detmold am Donnerstag, den 19. März 2026, um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Erfrischungen sind erhältlich. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 05231 92660-12 oder auskunft@llb-detmold.de.
Pressemeldung und Foto: Landesbibliothek Detmold














