
Jens Klusmeier (Lippische Landesbrandversicherung) und Steffen Tegeler (TBV Lemgo Lippe) präsentieren die Ergebnisse der Studie. Foto: TBV Lemgo Lippe
Eine aktuelle Analyse des unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstituts SLC Management zeigt: Der Handball-Bundesligist TBV Lemgo Lippe ist nicht nur ein sportliches Aushängeschild, sondern auch ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für die Stadt Lemgo und den Kreis Lippe. Insgesamt generiert der Verein pro Saison mehr als 12 Millionen Euro an regionalökonomischen Effekten.
Die vom TBV Lemgo Lippe in Zusammenarbeit mit der Lippischen Landesbrandversicherung AG beauftragte Analyse hatte das Ziel, die ökonomischen Auswirkungen des Clubs auf Stadt und Region sichtbar zu machen – von direkter Beschäftigung über touristische Einflüsse bis hin zu regionalen Auftragsvergaben. Grundlage sind zahlreiche Daten aus Ticketing, Finanzkennzahlen, Primärbefragungen von Fans sowie öffentliche Statistiken aus der Saison 2024/25.
Der größte Teil der Effekte entsteht durch direkte und indirekte Umsätze, die der TBV bei regionalen Unternehmen auslöst. Rund 2,9 Millionen Euro pro Saison entfallen auf Aufträge an Dienstleister, Handwerksbetriebe, medizinische und technische Anbieter sowie an städtische Einrichtungen. Dies betrifft unter anderem Sicherheitsdienste, Catering, Reinigung, Transport, Instandhaltung und Beratungsleistungen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist der Beschäftigungseffekt. Insgesamt hängen rund 230 Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit dem Spiel- und Geschäftsbetrieb des TBV zusammen. Beim Verein selbst sind rund 60 Personen direkt beschäftigt – darunter die Spieler und Trainer der Bundesligamannschaft sowie des Drittliga-Teams, die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle sowie diverse Minijobber, die im Rahmen der Heimspieltage zum Einsatz kommen. Weitere rund 170 Beschäftigte arbeiten im Umfeld der Heimspiele bei externen Dienstleistern. Diese Stellen würden ohne den Verein in dieser Form nicht existieren.
Auch tourismusbezogene Bereiche profitieren deutlich. Zusatzeinnahmen in Gastronomie und Hotellerie summieren sich jährlich auf über 1,5 Millionen Euro. Heim- und Gästefans konsumieren nicht nur in der Phoenix Contact-Arena, sondern auch in Restaurants, Bars und Hotels der Region. Zusätzlich führt die Studie aus, dass fast die Hälfte der Gästefans Lemgo später für einen privaten Aufenthalt erneut besucht.
Die Investitionseffekte belaufen sich auf knapp 1 Million Euro pro Jahr. Neben eigenen Investitionen des Vereins tragen vor allem infrastrukturelle Maßnahmen des Kreises Lippe – etwa an der Phoenix Contact-Arena – dazu bei, dass regionale Betriebe von Aufträgen profitieren.
Hervorzuheben sind darüber hinaus die Bekanntheits- und Werbeeffekte: Durch Medienberichte, TV-Übertragungen, Social-Media-Aktivitäten und Print- und Onlinemedien entstehen ca. 176,5 Millionen Kontakte, die einem Werbewert von rund 3,5 Millionen Euro entsprechen. Diese Reichweite stärkt die Sichtbarkeit von Lemgo und Lippe bundesweit, ohne dass der öffentlichen Hand entsprechende Kosten entstehen würden.
Zudem entlastet der Club öffentliche Stellen durch sein umfangreiches Engagement in den Bereichen Soziales, Bildung, Jugendförderung und Umwelt. Dieser CSR-Beitrag wird im Gutachten mit 350.000 Euro pro Jahr bemessen.
Das Fazit der Studie fällt eindeutig aus: Der TBV Lemgo Lippe stellt für Wirtschaft, Tourismus, Infrastruktur und gesellschaftliches Leben einen erheblichen Mehrwert dar. Stadt und Region profitieren sowohl finanziell als auch strukturell von der Präsenz des Bundesligisten – und zwar weit über den reinen Sportbetrieb hinaus.
Jörg Zereike, Geschäftsführer des TBV Lemgo Lippe und Steffen Tegeler, Leiter Marketing und Vertrieb beim TBV, betonen:
„Wir wussten, dass der TBV in Lippe eine starke emotionale Bindung hat, aber die Zahlen zeigen eindrucksvoll, welchen handfesten wirtschaftlichen Beitrag wir tatsächlich leisten und wie eng der TBV mit Stadt und Region verflochten ist. Die Zahlen beruhen dabei auf einer konservativ angesetzten Basis. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Werte in dieser Spielzeit noch höher ausfallen. Der Verein steht für weit mehr als Sport – er ist Arbeitgeber, Auftraggeber, Imageträger und sozialer Partner in der Region.“
Prof. Dr. Alfons Madeja, Gründer und Geschäftsführer von SLC Management, ergänzt:
„Die Region Lippe steht wie kaum eine andere Region in Deutschland für erstklassigen Handball. Das ist nicht zuletzt zurückzuführen auf den TBV Lemgo Lippe, der eine herausragende Stellung in der deutschen Handballlandschaft einnimmt und damit als Botschafter für die Stadt und Region fungiert. Dass sich diese herausragende Stellung des Vereins auch in hohem Maße monetär auf die Region auswirkt, konnten wir mit diesem Gutachten mithilfe unserer bewährten Methodik klar nachvollziehbar darstellen.“
Pressemeldung: TBV













