
Foto: TBV Lemgo Lippe
„Wollen die Füchse so lange wie möglich ärgern“
Innerhalb weniger Minuten waren alle 4.520 Tickets für das Spiel gegen den amtierenden Meister Füchse Berlin vergriffen. Seit Wochen fiebern die Lipper der Begegnung mit Welthandballer Mathias Gidsel und Co. entgegen, am Sonntag hat das Warten ein Ende. In Teil 1 des Duells des TBV Lemgo Lippe gegen die Füchse treffen die beiden Mannschaften ab 18 Uhr im Rahmen des 28. Spieltags der DAIKIN Handball-Bundesliga aufeinander. Nur eine Woche später folgt dann der Halbfinal-Kracher beim Lidl Final4 in Köln (18.4., 15:45 Uhr).
Turbulenter hätte die Saison Nr. 1 nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte im vergangenen Sommer wohl nicht starten können: Am 4. September 2025 stellten sich die Füchse Berlin personell neu auf, als Sportvorstand Stefan Kretzschmar seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängerte und in einem persönlichen Gespräch mit Geschäftsführer Bob Hanning eine sofortige Trennung vereinbart wurde. Auch Trainer Jaron Siewert, der die Meisterschaft 2025 geholt hatte, wurde von seinen Aufgaben entbunden. Nicolej Krickau übernahm die sportliche Führung in Personalunion als Trainer und Sportchef. Der Däne, mit Erfahrung bei der SG Flensburg-Handewitt, unterschrieb einen Dreijahresvertrag bis 2028 und debütierte bald darauf gegen den SC Magdeburg.
Sportlich lief der Start für Krickau denkbar schlecht: Mit Niederlagen in den ersten zwei Spielen gegen Magdeburg (32:39), Gummersbach (29:34) sowie im Oktober gegen den HSV Hamburg (38:39) und im November gegen den TBV (33:34) rückte die Titelverteidigung schnell in weite Ferne. Mittlerweile präsentieren sich Mathias Gidsel und Co. jedoch wieder, wenn auch zu spät für die Meisterschaft, in meisterlicher Form, gewannen neun der letzten zehn Spiele und marschieren auch in der Champions League. Dort belohnten sich die Füchse mit dem Gruppensieg und haben sich als Spitzenreiter direkt für das Viertelfinale qualifiziert. Nun wartet der Sieger des Duells zwischen One Veszprem HC und Paris St. Germain.
„Berlin hat im Jahr 2026 sehr gute Leistungen gezeigt, trotz einer knappen Niederlage gegen Magdeburg am vorletzten Spieltag. Sie zeigen mittlerweile wieder sehr stabile Auftritte und kommen sicherlich mit viel Selbstvertrauen in Lemgo an“, ist auch TBV-Trainer Florian Kehrmann der Aufschwung der Berliner nicht entgangen. Gewohnt akribisch hat sich Kehrmann für das Duell mit dem Meister einen Matchplan zurechtgelegt: „Es geht am Sonntag darum das Tempospiel der Füchse einzuschränken. Wir müssen sehr viel und schnell umschalten, die Räume im Zentrum rasch schließen, damit keine direkten Durchbrüche entstehen.
Im Positionsspiel dürfen wir ihnen den gewünschten Ballfluss nicht ermöglichen – deshalb ist es das Ziel, immer wieder zu Stoppfouls zu kommen. Im Angriff müssen wir die sehr flexible Abwehr angreifen, die mal weit als 6:0 raustritt und dann wieder kompakt steht. Dafür brauchen wir viele Zweikämpfe, die wir gewinnen müssen. Wir packen alles in dieses Bundesligaspiel, um die Füchse Berlin so lange wie möglich zu ärgern“, verspricht Kehrmann einmal mehr einen großen Kampf seines Teams.
Im direkten Vergleich mit dem TBV Lemgo Lippe spricht die Bilanz klar für die Füchse Berlin, wenngleich die Lipper zuletzt empfindliche Nadelstiche setzen konnten. Dreimal musste der TBV in den letzten fünf Duellen das Spielfeld als Verlierer verlassen, spielte einmal Unentschieden und konnte in der Hinrunde in Berlin mit einem 33:34-Auswärtserfolg für eine Sensation sorgen. Geleitet wird die Begegnung am Sonntag vom Schiedsrichtergespann Jannik Otto und Raphael Piper. Der Einlass erfolgt mit Hallenöffnung um 16:30 Uhr. Die Abendkasse öffnet für Abholerkarten. Dyn überträgt das Spiel ab 17:45 Uhr live.
Pressemeldung: TBV
















