
Foto: pixabay
Städte reagieren enttäuscht und fassungslos
Mit großer Enttäuschung und Unverständnis reagieren die Städte Barntrup und Blomberg auf die jüngste Mitteilung der Unsere Grüne Glasfaser GmbH (UGG), nach der das Unternehmen den ursprünglich geplanten Glasfaserausbau in beiden Kommunen nicht wie vereinbart umsetzen wird. Entsprechende Schreiben, die sowohl Bürger als auch die Stadtverwaltungen kürzlichen erhalten hat, macht deutlich, was bereits länger befürchtet wurde: Trotz wiederholter mündlicher wie auch schriftlicher Zusicherungen der UGG, an den Ausbauplänen festzuhalten, werden diese nun nicht eingehalten.
Die UGG hatte den Glasfaserausbau in den Städten Barntrup und Blomberg im Mai 2024 gestartet. Von Beginn an war das Projekt von Herausforderungen geprägt. Immer wieder gab es Schwierigkeiten in der Kommunikation mit dem Unternehmen, auch die vereinbarten Ausbaupläne und Zeiträume wurden nicht konsequent eingehalten. Die angewandten Bauweisen der beauftragten Tiefbaufirma sorgten zudem wiederholt für Gesprächsbedarf oder für das Einschreiten diverser Behörden. Im Herbst 2025 kam es dann zur vorläufigen Einstellung der Bauarbeiten. Das mit dem Tiefbau beauftragte Unternehmen meldete Insolvenz an, die Bauarbeiten kamen kurzfristig und ohne ausreichende Vorankündigung zum Erliegen. Insbesondere in Blomberg sorgte dies für Herausforderungen, da Baugruben offen zurückgelassen wurden und Mitarbeiter der Tiefbaufirma nicht mehr erreichbar waren.
Beide Stadtverwaltungen haben daraufhin beharrlich das Gespräch mit der UGG gesucht, stets mit dem Ziel, die Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger zu vertreten und eine verlässliche Versorgung mit schnellem Internet sicherzustellen. Die UGG versicherte in diesen Gesprächen wiederholt, dass an den Ausbauplänen festgehalten werde, ein neues Tiefbauunternehmen gefunden worden sei und nun zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme erfolgen müsse. „Diese Zusicherungen haben wir damals in der Kommunikation gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern weitergegeben, im guten Glauben daran, dass das Unternehmen zu seinem Wort steht.“, so Blombergs Bürgermeister Christoph Dolle.
Umso größer ist nun die Ernüchterung. In einem Schreiben teilt die UGG jüngst mit, dass der Glasfaserausbau nicht wie vereinbart umgesetzt werden kann. Zur Begründung verweist das Unternehmen auf veränderte Rahmenbedingungen im deutschen Glasfasermarkt. Die UGG konzentriere sich in den Jahren 2026 und 2027 auf Projekte, die am schnellsten zu realisieren seien. Im Zuge dieser Neupriorisierung sei das Ausbaugebiet in Barntrup und Blomberg erheblich angepasst worden. Lediglich bereits begonnene Abschnitte sollen demnach fertiggestellt werden; für alle weiteren Bereiche ist nach Einschätzung der UGG ein eigenwirtschaftlich finanzierter Ausbau derzeit nicht mehr möglich. Für Bürgerinnen und Bürger, die bereits eine Gestattungserklärung eingereicht haben und nun nicht mehr im Ausbaugebiet liegen, stellt dies selbstverständlich vor Fragen. Informationen zu bestehenden Verträgen mit Internetanbietern würden nach Angaben der UGG direkt durch die jeweiligen Anbieter kommuniziert werden.
Für das Blomberger Gebiet bedeutet das aktuell, dass die angelaufenen Maßnahmen in der Kernstadt, in Istrup, Wellentrup, Brüntrup und Maspe weiterhin umgesetzt werden sollen, die restlichen Ortsteile aber nach derzeitigem Kenntnisstand nicht mehr weiter verfolgt werden sollen.
Für die Städte Barntrup und Blomberg ist dieses Schreiben ein schwerer Schlag. Beide Stadtverwaltungen haben über Jahre hinweg erhebliche Energie, Zeit und Ressourcen investiert, um den Glasfaserausbau voranzutreiben und als verlässliche Ansprechpartner für ihre Bürgerinnen und Bürger zu fungieren. Das Vertrauen, das die Bevölkerung in ihre Kommunen und in die Zusagen der UGG gesetzt hat, ist durch diesen Vorgang nachhaltig beschädigt worden.
Die beiden Bürgermeister Borris Ortmeier und Christoph Dolle finden dazu deutliche Worte: „Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand, um den Glasfaserausbau zu sichern. Wir haben die UGG immer wieder an ihre Zusagen erinnert, haben nachgehakt, haben vermittelt und wurden mit Beteuerungen vertröstet, die nun offensichtlich nichts wert waren. Das ist nicht nur für uns als Verwaltung bitter, sondern vor allem für die Menschen in Barntrup und Blomberg, die zu Recht auf eine verlässliche digitale Infrastruktur gewartet haben. Dieses Verhalten der UGG ist inakzeptabel.“
Da es sich beim Glasfaserausbau durch die UGG um ein rein eigenwirtschaftliches Projekt handelt, bestehen keine direkten rechtlichen Steuerungsmöglichkeiten seitens der Kommunen. „Hinzu kommt, dass die UGG für persönliche Gespräche derzeit nicht erreichbar ist. Dies ist eine Situation, die angesichts des Ernstes der Lage vollkommen unverständlich ist und einmal mehr die mangelnde Verlässlichkeit des Unternehmens unterstreicht.“, so Bürgermeister Ortmeier weiter.
Dennoch machen beide Städte unmissverständlich klar, dass sie nicht aufhören werden, die Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger zu vertreten. Die Sicherstellung einer modernen digitalen Infrastruktur bleibt ein zentrales Anliegen beider Kommunen. Die Städte prüfen derzeit alle verfügbaren Möglichkeiten, um alternative Wege für einen flächendeckenden Glasfaserausbau zu eruieren, und werden ihre Bürgerinnen und Bürger über den weiteren Fortgang der Dinge transparent und zeitnah informieren.
Pressemeldung: Stadt Blomberg















