Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Lippe
„Der Mai ist der Monat mit den geringsten Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr im Kreis Lippe,“ so Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. Gleichwohl sei dies keine überschwänglich gute Nachricht, denn die Zeichen auf dem Arbeitsmarkt stehen weder auf saisonale Frühjahrsbelebung, noch konjunkturelle Belebung, was sich auch an der festgefahrenen Stellensituation auf niedrigem Niveau zeige.
„Es ist weitgehend ein Verharren auf dem Status quo“, so der Agentur-Chef, der auch die beiden Vorjahre im Blick hat: „Hatten wir im Kreis Lippe im Mai 2024 über 10.000 arbeitslose Frauen und Männer, waren es in 2025 mehr als 11.000 Arbeitslose. In 2026 liegen wir im Mai bei über 12.000. Das kann uns nicht gefallen, und fordert dazu auf, verstärkt in Qualifizierung zu investieren. Jede konjunkturelle Schwäche mit Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sollte genutzt werden, sich für die Zukunft besser aufzustellen, weshalb ich dringend an alle Betroffenen appelliere, nicht auf bessere Zeiten zu warten, sondern die eigene Arbeitslosigkeit für Weiterbildungsanstrengungen zu nutzen“, so Thiele.
Seine Botschaft: „Auch wenn der Arbeitsmarkt aktuell kein Wachstum zeigt, werden wieder bessere Zeiten kommen. Umso wichtiger ist es, sich schon jetzt darauf vorzubereiten. Fachkräfte werden auf allen Ebenen und in allen Bereichen gesucht – und der Bedarf wird weiter steigen. Die besten Fachkräfte sind oft die, die man selbst ausbildet. Deshalb plädiere ich auch in schwierigen Zeiten für die duale Ausbildung. Je mehr Jugendliche diesen Weg einschlagen, desto größer sind ihre Chancen auf gute berufliche Perspektiven.
Viele entdecken ihre Stärken erst auf den zweiten Blick – und bringen oft mehr mit, als man zunächst vermutet. Entscheidend ist es, allen jungen Menschen eine Chance zu geben und sie zu fördern. Gleichzeitig dürfen wir die Qualifizierung und Weiterbildung der bestehenden Mitarbeitenden und Arbeitslosen nicht vernachlässigen. Neues Wissen und Können sind keine einmalige Sache – sie müssen stetig weiterentwickelt werden. Lebenslanges Lernen bleibt eine zentrale Aufgabe für uns alle.“
Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Lippe sinkt im Mai 2026. Insgesamt waren 12.023 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 163 Personen weniger (minus 1,3 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 912 Personen (plus 8,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Mai 6,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,9 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.452 Personen gemeldet. Dies sind 198 Personen weniger als vor einem Monat (minus 4,3 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 659 Personen (plus 17,4 Prozent).
Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 35 Arbeitslose mehr als im Vormonat (plus 0,5 Prozent) und 253 mehr als im Vorjahr (plus 3,5 Prozent). Insgesamt zählen 7.571 Personen und damit 63,0 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit
1.229 Arbeitslose sind im Mai 2026 im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt. Dies sind 44 Personen weniger als im Vormonat (minus 3,5 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 94 junge Menschen mehr arbeitslos (plus 8,3 Prozent).
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre steigt zum Vormonat um 31 Personen (plus 0,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 423 Arbeitslose mehr (plus 11,0 Prozent). Insgesamt sind 4.271 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Lippe arbeitslos.
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Lippe steigt um elf Personen (plus 0,2 Prozent). 5.314 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 92,2 Prozent (4.902 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 425 Personen (plus 8,7 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Lippe sinkt im Mai 2026. Insgesamt sind 16.621 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 281 Personen weniger (minus 1,7 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 146 Personen (minus 0,9 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Lippe haben in diesem Monat 432 Stellen gemeldet und damit 71 weniger als im Vormonat (minus 14,1 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 89 Stellen (plus 25,9 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.430 offene Stellen, eine Stelle weniger als vor einem Monat (plus, minus 0,0 Prozent) und 63 weniger als vor einem Jahr (minus 2,5 Prozent).
Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 2.142 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, elf Personen mehr als im Vorjahreszeitraum (plus ein Prozent). Zugleich gab es 1.752 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 56 Personen (minus drei Prozent). Ende Mai waren 767 Bewerber noch unversorgt und 887 Ausbildungsstellen noch unbesetzt.
Pressemeldung der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn














