
Bild von Csaba Nagy auf Pixabay
Die Zusammensetzung der Geldanlagen privater Haushalte in Nordrhein-Westfalen hat sich zwischen 2013 und 2023 deutlich verändert. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) als Statistisches Landesamt im neuen Artikel „Konsumieren, anlegen oder investieren?” auf Basis der Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) zeigt, verloren klassische Sparformen an Bedeutung, während Wertpapieranlagen häufiger genutzt und durch digitale Anlageformen ergänzt wurden.
Deutlich weniger Haushalte mit Spar- und Bausparguthaben
Der Anteil der Haushalte mit Sparguthaben sank von 61 % im Jahr 2013 auf 42 % im Jahr 2023. Auch Bausparguthaben verloren kontinuierlich an Bedeutung: Ihr Anteil ging von 34 % im Jahr 2013 auf 24 % in 2023 zurück. Tagesgeldkonten wurden dagegen häufiger genutzt. Mit 44 % verfügten 2023 mehr Haushalte über Tagesgeldguthaben als bei ihrer erstmaligen Erfassung in der EVS 2018 mit 39 %.

Aktienbesitz und Investmentfonds nahmen in den vergangenen 10 Jahren deutlich zu
Wertpapieranlagen als mögliche Anlageform, haben in den vergangenen 10 Jahren deutlich zugenommen. Der Anteil der Haushalte mit Aktienbesitz stieg von 14 % im Jahr 2013 auf 21 % im Jahr 2023. Auch Investmentfonds verbreiteten sich stärker: Fast ein Viertel bzw. 24 % der Haushalte hielten 2023 entsprechende Anlagen, 2013 hatte ihr Anteil noch bei 18 % gelegen.
Andere Wertpapierformen, insbesondere festverzinsliche Wertpapiere (z. B. Staats- und Unternehmensanleihen) und Zertifikate (an die Wertentwicklung eines Basiswerts gekoppelte Wertpapiere), spielten auch 2023 weiterhin eine vergleichsweise geringe Rolle. Festverzinsliche Wertpapiere hielten lediglich 3 % der Haushalte, Zertifikate nur 2 %.
Erstmals in der EVS 2023 wurden Kryptowährungen als separate Anlageform erhoben: 5 % der privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen verfügten über entsprechende digitale Vermögenswerte.
Hinweise zur Statistik
Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) ist die größte freiwillige Haushaltserhebung in Deutschland und wird alle fünf Jahre durchgeführt. An der Erhebung 2023 nahmen in Nordrhein-Westfalen 10.626 Haushalte teil. Die Ergebnisse werden auf eine Grundgesamtheit von rund 8,7 Millionen privaten Haushalten hochgerechnet. Die EVS liefert umfassende Informationen zu Einkommen, Konsum, Versicherungen, Vermögen, Schulden sowie zur Ausstattung privater Haushalte. Im Rahmen der EVS 2023 wurden methodische Weiterentwicklungen umgesetzt, unter anderem durch erweiterte digitale Erhebungsmöglichkeiten. Zudem wurde der Schlüssel für Einnahmen und Ausgaben (SEA) im Jahr 2021 überarbeitet. Zeitvergleiche mit früheren Erhebungen sind daher teilweise nur eingeschränkt möglich. Weitere methodische Hinweise enthält der Qualitätsbericht.
Über IT.NRW
Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)















