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Hochrangige Kampfkunstmeister begeisterten beim Kempo Day 2026

von | Aug. 6, 2026 | Blomberg, Sport & Vereine

Hermann Harms, Olaf Bock, Wolfgang Wiechers und Herbert Zielinski.

Blomberg war am Kempo Day 2026 erneut Treffpunkt für Kampfkünstler aus ganz Deutschland. Mit Hermann Harms (10. Dan), Marc A.W. Richards (10. Dan), Herbert Zielinski (8. Dan) und Olaf Bock (9. Dan) waren vier herausragende Referenten zu Gast, die gemeinsam auf weit über 200 Jahre Kampfkunsterfahrung zurückblicken konnten.

Die Teilnehmer erwartete ein abwechslungsreiches Programm mit Einblicken in verschiedene Stilrichtungen, Trainingsmethoden und traditionelle Lehrinhalte. Dabei stand nicht nur die Vermittlung technischer Fähigkeiten im Mittelpunkt. Die Referenten gaben auch ihre Erfahrungen, ihre Philosophie und die Werte weiter, die die Kampfkunst seit Generationen prägen: Respekt, Disziplin, Selbstvertrauen und die Bereitschaft, ein Leben lang zu lernen.

Der Kempo Day bot den Teilnehmern die seltene Gelegenheit, von einigen der renommiertesten Meistern der deutschen Kampfkunstszene zu lernen, neue Impulse für das eigene Training mitzunehmen und sich stilübergreifend auszutauschen. Vom Anfänger bis zum langjährigen Schwarzgurt nutzten zahlreiche Kampfkünstler die Möglichkeit, ihr Wissen zu erweitern und die Vielfalt traditioneller Kampfkunst hautnah zu erleben. Schauen wir uns die Referenten mal ein wenig genauer an:

Gerade Kinder sind beim Verein in den allerbesten Händen – lernen fürs Leben.

Hermann Harms: Ein Leben zwischen Disziplin und Leidenschaft
Wenn Hermann Harms die Trainingshalle betritt, begegnen die Karateka nicht nur einem hochgraduierten Kampfkünstler, sondern einem Mann, der seit fast sieben Jahrzehnten für die Werte des Budo lebt. Der Träger des 10. Dan gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Kampfkunstszene und hat Generationen von Sportlern geprägt. Bereits 1957 begann Harms seinen Weg in den Kampfkünsten. Was als jugendliche Begeisterung begann, entwickelte sich zu einer lebenslangen Leidenschaft. Über Jahrzehnte sammelte er Erfahrungen in verschiedenen Stilrichtungen, bildete sich kontinuierlich weiter und erarbeitete sich weit über die Grenzen Deutschlands hinaus einen exzellenten Ruf als Lehrer, Ausbilder und Experte für Selbstverteidigung. Er unterrichtete im In- und Ausland, schulte Vereine, Verbände und Organisationen und wurde zu einem gefragten Ansprechpartner für Fragen rund um Kampfkunst und Selbstschutz.

Sein Engagement wurde vielfach gewürdigt. Für seine Verdienste erhielt Harms unter anderem den „Master Instructor Award“ sowie den renommierten „Red Dragon Award“. Zudem ehrte ihn die Stadt Gelsenkirchen für mehr als 60 Jahre außergewöhnliches Wirken im Kampfsport. Trotz seiner beeindruckenden Laufbahn ist Hermann Harms stets bodenständig geblieben. Noch heute gibt er sein Wissen regelmäßig an Schüler weiter und trainiert dabei auch immer wieder Karateka aus Blomberg. Wer ihn erlebt, spürt schnell, dass Karate weit mehr ist als Schläge und Tritte. Es geht um Respekt, Disziplin, Selbstvertrauen und die Bereitschaft, ein Leben lang zu lernen.

Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nach Ausgleich, Orientierung und persönlicher Entwicklung suchen, zeigt das Beispiel von Hermann Harms eindrucksvoll, welche Kraft im Karate steckt. Seine Lebensgeschichte macht deutlich, dass Kampfkunst nicht vom Alter lebt, sondern von Leidenschaft. Wer Harms beim Unterrichten beobachtet, erkennt schnell: Karate formt nicht nur den Körper – es prägt den Charakter. Vielleicht ist genau das der Grund, warum seine Begeisterung auch nach fast 70 Jahren noch ansteckend wirkt.

Marc Richards: Kampfkunst als Lebensaufgabe
Wenn von Dragon Fist Kempo gesprochen wird, fällt unweigerlich der Name Marc A.W. Richards. Der gebürtige Waliser gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Kempo-Szene und hat sich über Jahrzehnte hinweg einen Namen als Lehrer, Ausbilder und Organisator gemacht. Geboren wurde Richards am 2. Juli 1960 in Gorseinon in Wales. Bereits im Alter von zwölf Jahren begann er seine Ausbildung in den Kampfkünsten bei Sifu Toni O‘Toole. Dort erlernte er neben traditionellen Techniken auch den Umgang mit asiatischen Waffen. Die frühe Begegnung mit der Kampfkunst sollte sein weiteres Leben entscheidend prägen. Später absolvierte Richards eine Ausbildung im militärischen Nahkampf bei der Britischen Armee und erweiterte seine Kenntnisse kontinuierlich in verschiedenen Kampfkünsten.

Seit 1980 widmet er sich intensiv dem Kempo. Über die Jahre erarbeitete er sich zahlreiche Graduierungen und Lehrtitel. Sein Weg führte ihn vom ersten Dan im Jahr 1993 bis zum 10. Dan, der ihm 2023 als Anerkennung seines jahrzehntelangen Wirkens verliehen wurde. Neben seiner Tätigkeit als Trainer gründete Richards 2005 die Organisation Dragon Fist Kempo Systems und entwickelte den Stil Dragon Fist Kempo maßgeblich weiter. Heute gilt er als Headmaster und international anerkannter Gründer dieses Systems. Auch als Wettkämpfer konnte Richards Erfolge feiern. Im Verlauf seiner langen Laufbahn gewann er mehrfach Titel auf Landes-, deutscher und europäischer Ebene. Noch wichtiger als Medaillen war ihm jedoch stets die Weitergabe seines Wissens. In seinen Dojos und auf zahlreichen Lehrgängen vermittelte er Generationen von Schülern die technischen und philosophischen Grundlagen der Kampfkunst.

Wer Marc Richards erlebt, begegnet einem Lehrer, der Kampfkunst nicht allein als Sport versteht. Für ihn stehen Disziplin, Respekt, persönliche Entwicklung und lebenslanges Lernen im Mittelpunkt. Seine Seminare zeichnen sich durch fachliche Tiefe, praxisnahe Vermittlung und eine große Leidenschaft für die Kampfkunst aus. Bis heute engagiert er sich aktiv in Vereinen und Verbänden und trägt dazu bei, die Traditionen des Kempo an kommende Generationen weiterzugeben. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung und seinem unermüdlichen Einsatz zählt Marc Richards zu den Persönlichkeiten, die die Entwicklung des Kempo in Deutschland nachhaltig geprägt haben. Sein Lebensweg zeigt eindrucksvoll, wie aus einer frühen Begeisterung für Kampfkunst eine Lebensaufgabe werden kann.

Kommen wir zum dritten Protagonisten, Herbert Zielinski, über den Hermann Harms sinngemäß sagte: „Wenn Herbert bei mir in Gelsenkirchen ist möchte er nach einer langen Trainingseinheit immer noch eine weitere Technik, worauf ich entgegne – das dauert dann ja nochmal eine Stunde.“ Folglich passt die Überschrift:

Man kann sich gegen die Technik von Herbert Zielinski wehren, es nützt meist nur wenig, je mehr Energie ein Angreifer aufwendet desto besser – für Zielinski.

Herbert Zielinski: Ein Leben für das Shaolin Kempo
Seit mehreren Jahrzehnten gehört Herbert Zielinski zu den prägenden Persönlichkeiten des Shaolin Kempo in Ostwestfalen-Lippe. Der Kampfkünstler aus Gütersloh widmet sich seit den 1970er-Jahren intensiv der Kampfkunst und zählt heute zu den erfahrensten Vertretern seiner Stilrichtung. Seine ersten Erfahrungen im Kampfsport sammelte Zielinski bereits als Jugendlicher. Nach ersten Berührungspunkten mit dem Judo fand er im Alter von 24 Jahren zum Kempo. Dort begann ein Weg, der ihn bis heute begleitet. Früh trainierte er unter Ted Verschuur, einem direkten Schüler von Carel Faulhaber, der als Mitbegründer des Shaolin Kempo in Europa gilt. Bereits 1976 legte Herbert Zielinski seine erste Dan-Prüfung in den Niederlanden ab und gehörte damit zu den frühen Generationen deutscher Kempo-Schwarzgurte.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich Zielinski zu einem anerkannten Experten der traditionellen Kuntao-Matjan-Linie, aus der das heutige Shaolin Kempo hervorgegangen ist. Seine Ausbildung beschränkte sich dabei nicht allein auf das klassische Kempo. Neben hohen Graduierungen im Kempo erwarb er auch Qualifikationen im Kyusho Jitsu und Kyusho Aiki Jitsu und beschäftigte sich intensiv mit den theoretischen und energetischen Aspekten der Kampfkunst. Besonders geschätzt wird Herbert Zielinski für sein umfassendes Hintergrundwissen zur Geschichte des Shaolin Kempo. Als Zeitzeuge der frühen Entwicklung des Kempo in Ostwestfalen-Lippe hat er die Verbreitung und Weiterentwicklung dieser Kampfkunst über Jahrzehnte hinweg begleitet. Sein Wissen über die historischen Wurzeln, die Traditionen und die technischen Besonderheiten des Systems macht ihn zu einem gefragten Ansprechpartner innerhalb der Kampfkunstszene.

Doch nicht Titel und Graduierungen stehen bei Herbert Zielinski im Vordergrund. Vielmehr verkörpert er jene Werte, die viele Menschen mit traditioneller Kampfkunst verbinden: Respekt, Disziplin, Bescheidenheit und die Bereitschaft, ein Leben lang zu lernen. Wer an seinen Lehrgängen teilnimmt, erlebt einen Lehrer, der technische Präzision mit großer Geduld und langjähriger Erfahrung verbindet. Beim Kempo Day 2026 erhielten die Teilnehmer somit die seltene Gelegenheit, von einem Referenten zu lernen, der die Entwicklung des Shaolin Kempo über Jahrzehnte hinweg aktiv mitgestaltet hat. Seine Seminare vermitteln nicht nur effektive Techniken, sondern auch einen Einblick in die Geschichte und Philosophie einer Kampfkunst, die bis heute Menschen jeden Alters begeistert.

Holger Weber und Michael Wortmann lernen um lehren zu können.

Olaf Bock: Bewahrer einer traditionellen Kampfkunst
Wenn in der europäischen Kempo-Szene über traditionelle Wurzeln und authentische Kampfkunst gesprochen wird, fällt ein Name immer wieder: Olaf Bock. Der Träger des 9. Dan Shorin Kempo Ryu zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Vertretern des Kempo in Deutschland und hat die Entwicklung dieser Kampfkunst maßgeblich mitgeprägt. Sein Weg begann bereits 1972. Nach ersten Erfahrungen im Boxen und Karate fand er zum Shaolin Kempo. Anfang der 1980er-Jahre begann er seine Ausbildung bei Cor Brugman in den Niederlanden, einem der bedeutendsten europäischen Vertreter des traditionellen Shaolin Kempo. Unter dessen Anleitung entwickelte sich Bock zu einem seiner engsten Schüler und späteren Nachfolger.

In den folgenden Jahrzehnten widmete er sich intensiv den historischen Wurzeln und traditionellen Inhalten des Kempo. Diese Beschäftigung führte schließlich zur Entwicklung des Shorin Kempo Ryu, das seit 2013 in Japan als eigenständiges System anerkannt wird. Heute trägt Olaf Bock den 9. Dan und den Titel Hanshi.

Auch international setzte er wichtige Impulse. Aus Lehrgängen und Kontakten in mehreren europäischen Ländern entstand 2002 die International Kempo Federation (IKF), deren erster Präsident er wurde. Die Organisation entwickelte sich zu einem bedeutenden Netzwerk für Kempo und Kampfkunst.

Bis heute gibt Olaf Bock sein Wissen in Seminaren und Lehrgängen weiter. Dabei vermittelt er nicht nur Techniken, sondern auch die Werte des Budo: Respekt, Disziplin und lebenslanges Lernen. Mit mehr als fünf Jahrzehnten Erfahrung zählt er zu den prägenden Persönlichkeiten des europäischen Kempo und steht für die erfolgreiche Verbindung von Tradition und moderner Lehrtätigkeit.

Fazit: Dem Team der Karate-Abteilung des TV Blomberg um Hanshi Wolfgang Wiechers (8. Dan) ist es erneut gelungen die Crème de la Crème nach Blomberg zu holen. Der Charme von Hermann Harms, unserer Redaktion seit einigen Jahren bekannt ist ungebrochen, aber auch die anderen Hochkaräter haben auf jeden Fall bedingungslos überzeugt. Gleichwohl es auch den ein oder anderen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck gegeben hat – dieser wechselte immer sehr schnell in ein Lächeln der Freude über die neuen Erkenntnisse. Der Tag bleibt den Teilnehmern sicherlich noch lange im Gedächtnis, gleich welchen Alters.

Mit viel Geduld wurde nicht nur im Rahmen des „Kempo Day 2026“ angeleitet, in der Abteilung „Kempo“ des TV Blomberg ist das tatsächlich immer so. Wer sich also für diese tolle Sportart interessiert, der findet weitere Informationen und Trainingsmöglichkeiten unter www.kempokarate.de. Ein unverbindliches Vorbeischauen ist jederzeit möglich, die Vereinsmitglieder freuen sich jederzeit über neue Mitglieder. Gerade die Ausbildung der Jugend ist in diesem Verein dank zahlreicher Top-Charaktere absolut zu empfehlen.

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