Die Frage nach der Sicherheit beschäftigt viele Menschen – auch in einer Kleinstadt wie Blomberg. Ein Blick auf die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt: Die Region gilt weiterhin als vergleichsweise sicher, auch wenn die Zahlen zuletzt leicht gestiegen sind.
Da für einzelne Städte in der Regel keine eigenen Statistiken veröffentlicht werden (die Gesamtfallzahl für Blomberg ist nach AUssage der Pressestelle nochmal gefallen auf insgesamt 536 Delikte), ist der Kreis Lippe die maßgebliche Bezugsgröße. Für das Jahr 2025 registrierte die Polizei dort 16.156 Straftaten. Das entspricht einem Anstieg um gut fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieser Entwicklung zählt Lippe weiterhin zu den sichersten Kreisen in Nordrhein-Westfalen. Auch die Aufklärungsquote liegt mit rund 58 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Die sogenannte Kriminalitätshäufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, beträgt aktuell 4.654.
Ein langfristiger Blick relativiert den jüngsten Anstieg. Bereits 2023 wurden im Kreis Lippe rund 15.164 Straftaten erfasst. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr, bewegen sich insgesamt aber auf einem stabilen Niveau. Ein sprunghafter Anstieg der Kriminalität lässt sich daraus nicht ableiten. Polizei und Behörden bewerten die Lage daher weiterhin als vergleichsweise entspannt – auch wenn sie betonen, dass es selbstverständlich keinen kriminalitätsfreien Raum gibt.
Das Deliktsspektrum entspricht weitgehend dem typischen Bild einer ländlich geprägten Region. Die meisten Fälle entfallen auf Diebstähle, etwa aus Fahrzeugen oder im Zusammenhang mit Fahrrädern, sowie auf Betrugsdelikte und Körperverletzungen. Auffällig ist dabei, dass ein großer Teil der Gewalttaten im sozialen Umfeld geschieht. In vielen Fällen kennen sich Täter und Opfer bereits. Öffentliche Gewaltkriminalität spielt demgegenüber eine geringere Rolle.
Die Aussagekraft der Statistik ist allerdings begrenzt. Erfasst werden ausschließlich Straftaten, die der Polizei bekannt werden. Nicht angezeigte Delikte bleiben im sogenannten Dunkelfeld. Zudem hängt die Entwicklung der Fallzahlen auch vom Anzeigeverhalten der Bevölkerung und von polizeilichen Kontrollen ab. Steigende Zahlen bedeuten daher nicht automatisch, dass tatsächlich mehr Straftaten begangen werden.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Kriminalität auch in Blomberg kein neues Phänomen ist. Schon im Mittelalter mussten Handelswege gesichert werden, weil Überfälle durch Räuberbanden keine Seltenheit waren. In späteren Epochen veränderten sich die Formen der Kriminalität, verschwanden aber nie vollständig. Heute zeigt sich das vor allem in weniger spektakulären, dafür alltäglichen Delikten.
Auffällige oder überregional bekannte Kriminalfälle sind für Blomberg selbst in den vergangenen Jahren nicht prägend. Anders als in größeren Städten bleibt das Geschehen überschaubar. Einzelne schwere Fälle im Kreis Lippe haben zwar Aufmerksamkeit erregt, sind aber nicht typisch für die Situation vor Ort.
Unterm Strich ergibt sich ein klares Bild: Blomberg liegt in einer Region mit vergleichsweise niedriger Kriminalität. Die Zahlen zeigen leichte Schwankungen, aber keine dramatische Entwicklung. Wer hier lebt, hat es im Alltag eher mit kleineren Delikten als mit schwerer Kriminalität zu tun. Die Stadt ist damit sicher – wenn auch nicht frei von Problemen.
Bildquelle: Polizei Lippe
















