Anzeigen

NRW-Landesjubiläum: Preisbereinigtes BIP seit 1991 um 28,5 % gestiegen

von | Aug. 6, 2026 | Wirtschaft

Im Jahr 2025 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in NRW bei 909,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Jahr 1991 ist das BIP damit um 527,8 Milliarden Euro bzw. in jeweiligen Preisen um 138,3 % gestiegen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, stieg das preisbereinigte BIP in NRW im gleichen Zeitraum um 28,5 %. Das BIP in Deutschland stieg um 180,8 % in jeweiligen Preisen und preisbereinigt um 48,3 %.

Wie ist NRW durch die letzten Jahrzehnte gekommen? Anlässlich des Landesjubiläums am 23. August 2026 wirft IT.NRW einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der letzten 35 Jahre, da eine konsistente und vergleichbare Datenbasis auf Landesebene erst ab 1991 vorliegt.

Seit 1991 zeigte sich die reale Entwicklung des BIP in den einzelnen Jahren in NRW tendenziell positiv, aber zumeist etwas schwächer als im gesamten Bundesgebiet. Das jährliche Wirtschaftswachstum lag in den Jahren 1992 bis 2025 bei durchschnittlich 0,8 %, in Deutschland bei 1,2 %.

Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt (preisbereinigt, verkettet) in NRW und Deutschland

Die Finanzkrise 2009 und die Corona-Krise 2020 zeigten deutliche Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung: 2009 sank das preisbereinigte BIP in NRW um 5,3 % gegenüber dem Vorjahr; 2020 verringerte es sich um 3,6 %. In Deutschland war die Entwicklung ähnlich, allerdings erholte sich die gesamtdeutsche Wirtschaft schneller von den beiden Krisen.

Erwerbstätigenzahl seit 1991 um 1,8 Millionen gestiegen

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg zwischen 1991 und 2025 von 8,07 Millionen auf 9,84 Millionen. Der Anstieg von 21,9 % fiel somit höher aus als im Bundesdurchschnitt (+18,3 %). Das durchschnittliche jährliche Wachstum betrug 0,6 %. Allein anhand der Erwerbstätigenzahl kann jedoch keine Aussage über den Umfang der geleisteten Arbeitszeit getroffen werden. Hierzu ist das Arbeitsvolumen zu betrachten, also die Zahl der gesamten geleisteten Arbeitsstunden der Erwerbstätigen. Für die Beurteilung der Beschäftigungslage spielt das Arbeitsvolumen aufgrund der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitszeit und der steigenden Bedeutung von Teilzeitarbeit eine immer wichtigere Rolle. Daten hierfür liegen ab 2000 vor. Zwischen 2000 und 2025 betrug das durchschnittliche Wachstum des Arbeitsvolumens in NRW 0,3 %. In den Krisenjahren 2009 und 2020 sank es durch arbeitsmarktpolitische Mittel (z. B. Kurzarbeit) deutlich stärker als die Erwerbstätigenzahl.

Die Arbeitsproduktivität, das preisbereinigte BIP je erwerbstätige Person bzw. je geleistete Arbeitsstunde, ist in NRW gestiegen, jedoch weniger stark als im Bund: Sowohl die Erwerbstätigen als auch deren Arbeitsvolumen sind zwischen 2000 und 2025 in NRW gestiegen, das preisbereinigte BIP nahm jedoch stärker zu. Entsprechend erhöhte sich die Arbeitsproduktivität sowohl je Erwerbstätigen als auch je geleisteter Arbeitsstunde. Aus der Tatsache, dass die Zahl der Erwerbstätigen stärker stieg als die der Arbeitsstunden, resultierte ein Anstieg der Arbeitsproduktivität bezogen auf die Erwerbstätigen um 2,9 % (Bund +11,0 %). Die Arbeitsproduktivität bezogen auf die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg hingegen um 10 % (Bund +22,1 %).

Entwicklung von Erwerbstätigenzahl und geleisteten Arbeitsstunden in NRW

Fast drei Viertel der Bruttowertschöpfung entstehen im Dienstleistungssektor

Die Wirtschaft in NRW wird weiterhin maßgeblich von Dienstleistungen geprägt. 2025 entfielen mit 74,5 % nahezu drei Viertel der Bruttowertschöpfung (BWS) auf diesen Sektor, während das Produzierende Gewerbe 24,8 %, die Land- und Forstwirtschaft und die Fischerei 0,7 % beitrugen. Der Anteil des Produzierenden Gewerbes an der Gesamtwirtschaft hat sich von 38,3 % im Jahr 1991 auf 24,8 % im Jahr 2025 verringert.

Bei den Erwerbstätigen zeigen sich ähnliche Veränderungen: Der Anteil der Erwerbstätigen im Produzierenden Gewerbe sank von 36,9 % im Jahr 1991 auf 21,1 % im Jahr 2025. Gleichzeitig stieg der Anteil im Dienstleistungssektor von 61,7 % auf 78,1 %.

Bruttowertschöpfung in jeweiligen Preisen und erwerbstätige Personen in NRW nach Wirtschaftsbereichen

80 Jahre NRW

Im August 2026 feiern wir 80 Jahre Nordrhein-Westfalen. Die Britische Militärregierung gründete das Bundesland im August 1946. Aus dem nördlichen Teil der preußischen Rheinprovinz mit den Regierungsbezirken Aachen, Düsseldorf und Köln sowie der preußischen Provinz Westfalen wurde das Land Nordrhein-Westfalen gebildet. 1947/1948 wurde zusätzlich das Land Lippe in das Bundesland NRW integriert. Aus diesem Anlass wirft IT.NRW als Statistisches Landesamt einen Blick zurück: Wie sah NRW vor 80 Jahren aus? Was hat sich im Land verändert? In Pressemitteilungen und auf einer Themenseite zeigt das Statistische Landesamt spannende Daten von damals und heute.

Hinweise zur Statistik

Die hier vorgestellten Ergebnisse basieren auf Berechnungen der Arbeitskreise „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder” sowie „Erwerbstätigenrechnung der Länder” zum Berechnungsstand August 2025/Februar 2026. Weitere Informationen und Ergebnisse finden Sie im Statistikportal des Bundes und der Länser.

Über IT.NRW

Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)

Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen