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Die Inflationsrate in Nordrhein-Westfalen – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – liegt im August 2026 bei 2,9 %. Das ist der höchste Wert seit Januar 2024 (damals: +3,0 %). Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, stieg der Preisindex gegenüber dem Vormonat (Juli 2026) um 0,2 %. Der Verbraucherpreisindex unter Ausschluss der Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln und Energie – oftmals auch als Kerninflation bezeichnet – ist zwischen August 2025 und August 2026 um 2,4 % gestiegen.

Vorjahresvergleich: Nahrungsmittelpreise steigen um 0,1 %, Energiepreise 10,1 % teurer
Zwischen August 2025 und August 2026 sind die Nahrungsmittelpreise um durchschnittlich 0,1 % gestiegen. Teurer wurde u. a. Gemüse wie Kopf- oder Eisbergsalat (+30,1 %) und Möhren (+18,0 %). Auch die Eierpreise stiegen weiter an (+15,8 %). Molkereiprodukte wie teilentrahmte Milch (−11,2 %) und Vollmilch (−10,1 %) hingegen wurden günstiger angeboten. Sinkende Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichneten auch Speisefette und -öle (−16,9 %), darunter insbesondere Butter (−32,3 %).
Die Energiepreise entwickelten sich weiterhin gegenläufig: Während Strom und Gas zwischen August 2025 und August 2026 Preisrückgänge verzeichneten (−5,6 % bzw. −1,2 %), wurde Heizöl deutlich teurer angeboten (+33,6 %) als vor einem Jahr. Im August 2026 mussten Autofahrende für Kraftstoffe 26,5 % mehr bezahlen als im August 2025 (darunter Diesel +35,6 % und Benzin +24,0 %).
Im Bereich der Dienstleistungen stiegen zwischen August 2025 und August 2026 die Preise in Gaststätten (+3,3 %) und der häuslichen Alten- und Behindertenpflege (+11,5 %).
Im Fokus: Die Entwicklung der Kraftstoffpreise im Jahr 2026
Kraftstoffpreise seit Januar 2026 um 22,3 % gestiegen
Nach vorläufigen Ergebnissen sind in Nordrhein-Westfalen die Kraftstoffpreise zwischen Juli und August 2026 um 2,6 % gestiegen, auch vor dem Hintergrund des im August herrschenden Niedrigwassers im Rhein. Insgesamt war die Preisentwicklung bei Kraftstoffen im Jahr 2026 insbesondere durch weltweite Krisen und Krisenmanagement geprägt.

Zwischen Januar und August 2026 stiegen die Kraftstoffpreise in Nordrhein-Westfalen um 22,3 %. Innerhalb dieses Zeitraums gab es in den einzelnen Monaten teilweise sehr unterschiedliche Entwicklungen. Ende Februar 2026 begannen die Kriegshandlungen im Nahen Osten („Irankrieg”), in dessen Folge durch die Blockade der wichtigen Schifffahrtswege im Persischen Golf (Straße von Hormus) die Energie- und damit auch die Kraftstoffpreise deutlich stiegen: Im März 2026 wurden Kraftstoffe um 15,9 % teurer angeboten als noch im Vormonat. Der Tankrabatt, der von der Bundesregierung vor diesem Hintergrund für die Monate Mai und Juni 2026 temporär eingeführt wurde, ließ die Kraftstoffpreise nur vorübergehend sinken (Mai 2026: −6,5 %; Juni 2026: −8,3 %; jeweils zum Vormonat). Im Folgemonat (Juli 2026) kam es erneut zu einem deutlichen Preissprung (+16,6 %).
Zwischen 2023 und 2025 sanken die Kraftstoffpreise um 5,6 %
Die Trendwende bei den Kraftstoffpreisen ist seit Anfang 2026 erkennbar: Im Januar 2026 erhöhten sie sich binnen eines Monats um 5,9 %. Die dynamische Entwicklung der Kraftstoffpreise im Jahr 2026 löste eine längere Phase tendenziell sinkender Kraftstoffpreise in den Jahren 2023 bis 2025 ab: In diesem Zeitraum sind sie um durchschnittlich 5,6 % gesunken, während der Verbraucherpreisindex insgesamt um 4,3 % stieg.
Hinweise zur Statistik
Diese Pressemitteilung zur Entwicklung der Verbraucherpreise in NRW ist auf Basis vorläufiger Ergebnisse erstellt. Die endgültigen Ergebnisse für den Berichtsmonat August 2026 werden voraussichtlich am 04. September 2026 veröffentlicht. Diese können in der Landesdatenbank NRW abgerufen werden.
Grundlage für diese Pressemitteilung ist der Verbraucherpreisindex (Basisjahr 2020 = 100). Die Daten stammen aus den monatlichen Preiserhebungen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, auf deren Basis der Verbraucherpreisindex monatlich fortgeschrieben wird. Für Auswertungen können verschiedene Zeiträume betrachtet werden: Übliche Vergleiche sind die prozentualen Veränderungen zum Vorjahresmonat (z. B. Januar 2026 mit Januar 2025) oder zwischen zwei aufeinander folgenden Monaten (z. B. Februar 2026 mit Januar 2026). Nach Vorliegen des Dezemberergebnisses wird darüber hinaus der Jahresdurchschnittswert berechnet. Auf Grundlage dieses Durchschnitts kann die Preisentwicklung verschiedener Jahre miteinander verglichen werden (z. B. zwischen den Jahren 2020 und 2025).
Eine Tabellenübersicht der vorläufigen und endgültigen Monats- und Jahresergebnisse zur Entwicklung der Verbraucherpreise nach Hauptgruppen (2- bis 4-Steller) in Nordrhein-Westfalen finden Sie in der Landesdatenbank NRW.
Weitere Informationen und methodische Erläuterungen zum Verbraucherpreisindex finden Sie auf unserer Statistikseite.
Über IT.NRW
Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)

















