Eine russlanddeutsche Wandergeschichte in Wort und Mundart am 9. September um 18 Uhr
Ein Abend über Sprache und Erinnerung, über Migration und Heimat und über die Wege, die Menschen gehen und die Spuren, die sie dabei hinterlassen. Die Schauspieler Maria und Peter Warkentin nehmen ihr Publikum mit auf eine besondere Reise durch mehr als zwei Jahrhunderte russlanddeutscher Geschichte – von den Wolgakolonien des 19. Jahrhunderts bis nach Deutschland und Argentinien.
In ihrem von der wolgadeutschen Mundart geprägten Programm erzählen, spielen und lesen sie von Aufbruch, Migration und Neuanfang. Die Reise beginnt in den deutschen Kolonien an der Wolga, wo im 19. Jahrhundert eine eigene Sprache und Kultur entstanden. Auszüge aus Werken wie „Küster Deiß“ von David Kuhfeld lassen die Lebenswelt der Wolgadeutschen lebendig werden. Von dort führt der Weg weiter nach Sibirien, während andere Familien nach Amerika auswanderten. Es geht um das Leben der Deutschen in der Sowjetunion, um Erfahrungen von Heimatverlust und Bewahrung der eigenen Identität und schließlich um die Aussiedlung nach Deutschland.
Maria Warkentin, geborene Albert, wuchs in einem wolgadeutschen Dorf in Westsibirien auf. Peter Warkentin stammt aus einem mennonitisch plattdeutschen Dorf ebenfalls in Westsibirien. Beide studierten Schauspielkunst in Moskau und gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten an den Ursprüngen des Deutschen Theaters in Kasachstan. Ihre persönlichen Erfahrungen und ihre künstlerische Arbeit verbinden sich in diesem Programm zu einem lebendigen Blick auf die Geschichte der Russlanddeutschen. Der Abend findet anlässlich des Besuchs einer Delegation von Wolgadeutschen aus Argentinien statt und schlägt damit zugleich eine Brücke von der Wolga über Sibirien und Deutschland bis nach Südamerika. Ein Angebot des Kulturreferats für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte. Der Eintritt ist frei. Einlass ab 17:30 Uhr.
Pressemeldung und Foto: Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte














