
(Quelle: PDC Europe / Sebastian Doppstadt)
Es war laut, hitzig und hochklassig: Die European Tour machte erneut Station in Prag, und drei Tage lang lieferten sich die besten Spieler der Welt in der PVA Expo packende Duelle. Sportlich setzte sich am Ende Luke Littler durch. Der Weltranglistenerste feierte bei seiner Rückkehr auf die European Tour nach rund sechs Monaten Pause einen eindrucksvollen Erfolg und holte sich bei der Czech Darts Open bereits seinen sechsten Titel bei Europas größter
Turnierserie.
Littler kehrt mit einer starken Vorstellung zurück
„The Nuke“ ließ von Beginn an keine Zweifel an seiner Form aufkommen. In der zweiten Runde begeisterte der Engländer die Fans in Prag bei seinem 6:4-Erfolg gegen den Deutschen Niko Springer mit einem Weltklasse-Average von 108,59 Punkten. Nach einem soliden Start in den Finaltag in seinem Achtelfinalmatch gegen Krzysztof Ratajski, das er nach zwischenzeitlichem Rückstand noch mit 6:3 für sich entschied, steigerte sich „The Nuke” von Runde zu Runde. Gegen Danny Noppert lief es für Littler im Viertelfinale voll nach Plan: Mit einem Average von 102,48 verpasste er seinem niederländischen Kontrahenten einen White Wash. Auch im Halbfinale gegen Michael van Gerwen, der in dieser Partie deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurückblieb, blieb der 19-Jährige auf Kurs und zog mit 7:3 ins Endspiel ein.
Im Finale liefert sich Littler ein packendes Duell mit Luke Humphries
Im alles entscheidenden Spiel stand der Doppelweltmeister dann Luke Humphries gegenüber, der in Prag als dreifacher Champion und Titelverteidiger antrat – es war das erste Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in einem Finale der European Tour. Die Partie entwickelte sich zu einem echten Schlagabtausch: Littler ging zunächst mit 2:0 in Führung, ehe sich Humphries zurückkämpfte und seinerseits mit 4:3 vorlegte. Mit vier Legs in Serie übernahm Littler daraufhin wieder das Kommando und zog auf 7:4 davon. Humphries gab sich jedoch nicht geschlagen, stellte mit zwei weiteren Legs den Anschluss her und brachte Littler noch einmal ins Wanken. „Cool Hand Luke“ vergab zwei Darts auf der Doppel 16 um einen Decider zu erzwingen und am Ende behielt der Weltranglistenerste die Nerven und komplettierte mit einem Finish auf Doppel 10 den 8:6-Erfolg.
Beide Finalisten lieferten sich dabei ein Duell auf hohem Niveau ohne aber ihre Topform abzurufen: Littler kam auf einen Average von 95,25, Humphries lag mit 94,81 nur knapp dahinter. Nach seinem Sieg zeigte sich Littler sichtlich zufrieden. „Das hat das Publikum verdient: Die beiden Besten der Welt, die im Finale gegeneinander antreten. Ich bin froh, dass ich gewonnen habe. Es ist schön, wieder dabei zu sein, und ich bin mit einem Paukenschlag zurückgekehrt.“ Auch Humphries fand nach der knappen Finalniederlage anerkennende Worte für die Herausforderung durch seinen Rivalen. „Ich muss wieder ein bisschen disziplinierter sein, um besser zu werden und ihn weiter unter Druck zu setzen, denn ich sage es ja immer wieder: Im Finale schaffe ich es aktuell nicht, ihn zu schlagen.“
Humphries Serie in Prag endet erst im Finale
Auf dem Weg ins Endspiel hatte Humphries zunächst seinen märchenhaften Lauf in der tschechischen Hauptstadt fortsetzen können. Seinen besten Auftritt legte er direkt in der zweiten Runde gegen Beau Greaves hin, als der Weltmeister von 2024 mit einem Average von 108,98 brillieren konnte. Darauf folgte am Sonntagnachmittag ein Achtelfinalerfolg gegen Andrew Gilding. Im Viertelfinale setzte er sich mit 6:3 gegen William O’Connor durch, ehe er im Halbfinale gegen Gerwyn Price in einem hochklassigen Duell mit 7:4 die Oberhand behielt. Auch wenn Humphries der vierte Titelgewinn in Prag letztendlich nicht gelang, bleibt seine Bilanz in der PVA Expo mit 21 Siegen aus 23 Spielen mehr als bemerkenswert.
Historischer Moment für Beau Greaves
Neben den starken Leistungen der beiden Weltranglistenführenden, war es aber vor allem ein anderer Moment des Wochenendes, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Bereits am Freitagabend hatte das Turnier ein besonderes Kapitel geschrieben: Beau Greaves gewann gegen Daryl Gurney mit 6:4 und wurde damit die erste Frau überhaupt, die ein Match auf der European Tour für sich entscheiden konnte. Am Samstag traf die Engländerin dann auf den amtierenden Champion Luke Humphries, der ihrem Turnier mit einer herausragenden Leistung ein Ende setzte.
Deutsche Bilanz: Schindler hält Grand-Prix-Hoffnung am Leben
Die einzigen beiden Deutschen im Teilnehmerfeld, Martin Schindler und Niko Springer, mussten jeweils in der zweiten Runde die Segel streichen. Mit einem 6:4-Erfolg gegen Rob Owen in seinem Auftaktmatch hielt „The Wall“ damit seine Chancen auf die World Grand Prix Qualifikation am Leben, braucht beim European Tour Event in Antwerpen am kommenden Wochenende aber einen starken Lauf. Für Niko Springer, der mit einer tollen Leistung und einem klaren 6:0 gegen den slowakischen Debütanten Martin Homola in das Event gestartet war, endete das Turnier in der zweiten Runde: Gegen den späteren Champion, Luke Littler, unterlag der „Meenzer Bub“ mit 4:6.
Die European Tour Reise geht weiter
Zeit für eine Pause bleibt kaum, denn schon nächste Woche geht es für die Darts-Elite auf der European Tour weiter, dann in Antwerpen bei der Flanders Darts Trophy.
Pressemitteilung der PDC Europe














