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„Respekt vor Topleistung“ – TBV chancenlos gegen Flensburger Offensivpower

von | Sep. 11, 2026 | TBV Lemgo

Tim Suton musste das Spielfeld nach 54 Minuten verletzt verlassen. Foto: TBV Lemgo Lippe

Nach zwei Siegen in Folge musste der TBV Lemgo Lippe am Donnerstagabend wieder eine Niederlage hinnehmen. Im Topspiel des 4. Spieltags unterlag die Mannschaft von Florian Kehrmann der SG Flensburg-Handewitt. Vor 4.287 Zuschauern in der Phoenix Contact-Arena erwischten die Lipper einen gebrauchten Tag und trafen dabei auf eine SG in Bestform. Am Ende musste sich der TBV deutlich mit 30:39 (13:19) geschlagen geben. Im Vergleich zum Auswärtserfolg in Bietigheim gab es im TBV-Kader keine Veränderungen. Weiterhin nicht zur Verfügung standen Jan Mudrow und Bobby Schagen. In der Startformation ersetzte Samuel Zehnder Leve Carstensen und Constantin Möstl rückte für Domenico Ebner in die erste Sieben.

Die SG Flensburg-Handewitt unterstrich ihre offensive Klasse von Beginn an und erwischte den besseren Start. Mit zwei frühen Treffern brachte Niclas Kirkeløkke die Gäste bereits nach zwei Minuten mit 3:1 in Führung. Doch getragen von der lautstarken Atmosphäre in der Phoenix Contact-Arena fand auch der TBV zunehmend in die Begegnung. Einige unglückliche Abpraller fielen jedoch zunächst zugunsten der Norddeutschen aus, die zweimal in Folge über den zweiten Ball erfolgreich waren und ihren Vorsprung auf 3:5 ausbauten (8.).

In der Folge bekam der TBV die große Durchschlagskraft des Flensburger Rückraums nur schwer in den Griff: Simon Pytlick und Marko Grgic erhöhten mit weiteren Treffern früh auf 5:9 (12.) und setzten die Lipper zunehmend unter Druck. Bei der Mannschaft von Aleš Pajović griff in dieser Phase nahezu alles: Während Grgic mit einem sehenswerten Unterarmwurf für Raunen auf den Rängen sorgte, steigerte sich Benjamin Burić im Tor der Gäste merklich. Der SG-Keeper entschärfte unter anderem die Abschlüsse der beiden Schweizer Außen Samuel Zehnder und Timon Wanner und verbuchte bis zur 19. Minute bereits fünf Paraden – beim Stand von 7:13 aus Flensburger Sicht.

Flensburg baute seine Führung anschließend konsequent aus, während der TBV im Angriff zu häufig an Burić scheiterte. Florian Kehrmann reagierte mit einer Auszeit und brachte anschließend Domenico Ebner zwischen die Pfosten. Der italienische Nationaltorhüter setzte mit seinen Paraden zwar positive Impulse und hielt die Lipper im Spiel, doch auf der Gegenseite entschied Burić das Torhüterduell der ersten Hälfte klar für sich. Mit acht Paraden bei einer Quote von 41 Prozent war er ein entscheidender Faktor für die deutliche Pausenführung der Gäste. Zwei Treffer in der Schlussphase des ersten Durchgangs ließen den TBV den Rückstand zumindest noch etwas verkürzen. Dennoch ging es beim Stand von 13:19 mit einer erheblichen Hypothek in die Kabine.

Im zweiten Durchgang stemmte sich der TBV Lemgo Lippe zunächst mit großem Einsatz gegen die drohende Niederlage und gestaltete die Partie offener. Auch Domenico Ebner setzte mit weiteren starken Paraden Akzente und gab den Hausherren zwischenzeitlich Hoffnung. Die SG Flensburg-Handewitt blieb jedoch äußerst effizient, bestrafte Lemgoer Fehler konsequent und zermürbte den TBV mit ihrer hohen individuellen Wurfqualität. Spätestens als Emil Jakobsen rund 15 Minuten vor dem Ende zum 30:21 für die Gäste traf, war die Vorentscheidung gefallen. Einen bitteren Moment erlebten die Lipper sechs Minuten vor Schluss: Kapitän Tim Suton musste nach einem unglücklichen Zweikampf angeschlagen und humpelnd das Feld verlassen.

Am Ende unterlag der TBV der SG Flensburg-Handewitt mit 30:39. Samuel Zehnder war mit zehn Treffern erfolgreichster Lemgoer Werfer. Trotz der deutlichen Niederlage würdigten die 4.287 Zuschauer den Einsatz ihrer Mannschaft und verabschiedeten die Lipper mit lautstarken „Lemgo, Lemgo“-Rufen.

Durch die Niederlage steht der TBV Lemgo Lippe nach vier Spieltagen bei einem ausgeglichenen Punktekonto von 4:4 Zählern. Bereits nächste Woche Sonntag wartet die nächste Heimaufgabe auf die Lipper: Am 5. Spieltag der Opel Handball-Bundesliga empfängt der TBV den HC Erlangen in der Phoenix Contact-Arena. Anwurf ist am 20. September um 16:30 Uhr. Im Vorverkauf wurden bislang 4.100 Tickets für die Begegnung verkauft. Karten sind weiterhin online und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Glückwunsch an die SG. Das war heute ein sehr dominanter Auftritt. Sie haben ihre unbestrittene individuelle Klasse voll eingesetzt. Jeder Ball, der aufs Tor kam, hatte eine hohe Qualität. Teilweise werfen sie die Bälle genau in den Winkel. Für unsere Abwehr war es dadurch schwer, Zugriff zu bekommen. Wenn man zu weit herausläuft, öffnet man andere Räume – und das haben sie teilweise gut genutzt. Wir haben diesen Zugriff nicht bekommen, waren zu Beginn aber trotzdem im Spiel. Dann machen wir zwei, drei Fehler im Tempospiel, die sie direkt bestrafen.

Flensburg hat anschließend die Qualität, bei kontrolliertem Spiel das Tempo zu bestimmen. In der ersten Halbzeit gehen wir dieses Tempo zunächst mit und bleiben ein Stück weit im Spiel. In der zweiten Halbzeit war es ähnlich. Wir kommen noch einmal auf 19:24 heran. Wenn dann ein, zwei Aktionen kommen, die uns helfen und Flensburg vielleicht zum Nachdenken bringen, kann sich noch etwas entwickeln. Aber heute mussten sie im Grunde nur überlegen, wer mit hoher Qualität aufs Tor werfen darf. Das haben sie wirklich gut gemacht.

Respekt, das war eine Topleistung von Flensburg. Das muss man auch in dieser Höhe anerkennen. Wir wissen, dass wir weiter an Kleinigkeiten arbeiten müssen. Wenn wir gegen solche Topvereine eine Chance haben wollen, muss alles passen. Außerdem dürfen wir die frei herausgespielten Chancen nicht liegen lassen. Das hat uns heute ein Stück weit das Genick gebrochen.“

TBV Lemgo Lippe – SG Flensburg-Handewitt 30:39 (13:19)

TBV Lemgo Lippe: Möstl (2 P.), Ebner (10 P.); Hutecek 2, Theilinger 3, Zehnder 10/6, O´Sullivan, Wanner, Carstensen, Nyfjäll 2, Suton 3, Willecke 5, Versteijnen 3, Valkovskis 1, Wagner 1

SG Flensburg-Handewitt: Buric (14 P.), S. Möller (1 P.); Pytlick 9, Kirkelökke 8, Bergholt 1, Grgic 8, Horgen, Volz 2, Jakobsen 4/2, Arnarsson 1, Blagotinsek, Novak 1, L. Möller 5

Pressemeldung: TBV

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