
Thomas Hilker (Leiter des Eigenbetriebs Straßen), Landrat Meinolf Haase und Stephan Pott (Projektleiter des Eigenbetriebs Straßen) freuen sich über den neuen und zentralen Standort.
Im Rahmen eines Pressegesprächs zur Einweihung des neuen Bauhofs „Westerholz“ begrüßte Landrat Meinolf Haase die Gäste und erläuterte die Hintergründe des Projekts sinngemäß wie folgt: Mit der Inbetriebnahme des neuen Standorts werde der Straßenbetriebsdienst im Kreis Lippe neu organisiert. Ziel sei es, sowohl die betrieblichen Abläufe als auch die praktische Arbeit effizienter zu gestalten. Bislang unterhielt der Eigenbetrieb Straßen vier Bauhöfe in Lemgo-Lieme, Wilbasen, Extertal und Hummersen. Der größte Standort befindet sich in Lemgo-Lieme. Dort ist auch die Werkstatt angesiedelt, von dort aus werden die Aufgaben im nordwestlichen Teil des Kreises wahrgenommen.
An den drei weiteren Standorten hatten sich jedoch zunehmend Probleme ergeben. Insbesondere der Bauhof in Wilbasen war sanierungsbedürftig, Teile der Gebäude galten als abgängig. Hinzu kamen personelle Schwierigkeiten. Der Straßenbetriebsdienst arbeitet überwiegend in Kolonnen mit jeweils drei bis vier Beschäftigten. Vor allem an den kleineren Standorten in Extertal und Hummersen führten Urlaubs- und Krankheitszeiten deshalb schnell zu Engpässen, die nur schwer aufgefangen werden konnten.

Große Fahrzeughalle mit manuellen Toren.
Der Kreis prüfte daraufhin verschiedene Möglichkeiten für eine Neuordnung. Dabei erwies sich ein neuer zentraler Standort in Blomberg als wirtschaftlicher als ein Neubau in Wilbasen. Gegen Wilbasen sprachen unter anderem neue gesetzliche Anforderungen, höhere Kosten für Erschließung und Abriss sowie die Einschränkungen für den Wilbaser Markt während der Bauarbeiten. Für die Zusammenlegung wurde ein Grundstück mit einer Fläche von mindestens 10.000 Quadratmetern benötigt. Mit einem zum Verkauf stehenden Areal im Gewerbegebiet Westerholz in Blomberg fand der Kreis schließlich einen geeigneten Standort, wofür sich der Landrat ausdrücklich bei der Verwaltung der Stadt Blomberg für den reibungslosen Grundstückskauf bedankte.
Im März 2023 fiel der politische Beschluss zur Zentralisierung des Straßenbetriebsdienstes und zum Kauf des Grundstücks. Im Mai 2025 begannen die Bauarbeiten. Der Einzug in den neuen Bauhof ist für Mitte bis Ende Oktober 2026 vorgesehen. Die Baukosten belaufen sich nach Angaben des Kreises auf insgesamt rund fünf Millionen Euro.
Bemerkenswert: Der veranschlagte Kostenrahmen wird nicht nur eingehalten, sondern vermutlich unterschritten. Nach Aussage von Landrat und Thomas Hilker (Leiter des Eigenbetriebs Straßen), u.a. ein Verdienst von Stephan Pott (Projektleiter des Eigenbetriebs Straßen). Auch im Gespräch wurde deutlich, dass Pott auf pragmatische Lösungen setzt. So wurden zum Beispiel keine elektrischen Antriebe (Kosten ca. 3.000,- Euro je Tor) verbaut, sondern manuelle. Das spart auch künftig weil diese Antriebe sich nur einmal im Jahr einer einfachen Sichtprüfung unterziehen müssen. Weitblick zeigte Pott auch beim Salzeinkauf. Zu günstigen Konditionen wurden bereits vor einiger Zeit 900 Tonnen Salz eingekauft, die nun in Ergänzung zum „Salzlager Wilbasen“ am neuen Standort eingelagert werden konnten.
Weiterführende Informationen können Interessierte der Pressemeldung des Kreis Lippe wie folgt entnehmen: „Der neue Kreisbauhof in Blomberg Westerholz wird nach gut einem Jahr Bauzeit demnächst fertiggestellt. Der finale Einzug ist für Oktober geplant. Der Bauhof Westerholz ersetzt die Standorte in Wilbasen, Extertal und Hummersen. Dadurch wird der Straßenbetriebsdienst in Lippe umorganisiert. Das Einsatzgebiet der Mitarbeiter vor Ort umfasst künftig Blomberg, Schlangen, Horn-Bad Meinberg, Schieder-Schwalenberg, Lügde, Barntrup und Extertal. „Mit einer zentralen Versorgung, die der Bauhof ermöglicht, können wir die Strukturen im Betriebsdienst optimieren. Gleichzeitig sparen wir Kosten von mehr als 100.000 Euro pro Jahr ein. Darüber hinaus schaffen wir attraktive Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter“, sagt Landrat Meinolf Haase.

Noch ist nicht alles fertig, der Umzug und die damit verbundene Zusammenlegung von zuvor drei Standorten steht jedoch in Kürze an.
Das Grundstück im Blomberger Gewerbegebiet Westerholz wurde Ende 2023 erworben. Die ersten Bauarbeiten starteten Mitte 2025. „Auf dem Gelände sind zwei Fahrzeughallen mit einer Fläche von rund 1.900 Quadratmetern sowie ein eingeschossiges Verwaltungsgebäude mit einer Fläche von rund 350 Quadratmetern entstanden“, erläutert Stephan Pott, Projektleiter des Eigenbetriebs Straßen. An die Großfahrzeughalle auf der Ostseite schließt sich eine Lagerhalle, ein Waschplatz sowie eine Salzhalle an. Auf der Westseite befindet sich die Kleinfahrzeughalle. Das Verwaltungsgebäude beinhaltet Büroräume, einen Besprechungs- beziehungsweise einen Sozialraum, Toiletten, Duschen, Umkleiden, Trockenräume und ein Materiallager. Es wurde in Passivhausstandardbauweise errichtet. Als Heiztechnologie wird eine Luftwärmepumpentechnik eingesetzt. „Der hierfür benötige Strom wird größtenteils aus den errichteten PV-Anlagen gewonnen. Das Niederschlagswasser der Dachflächen fangen wir in ca. 40.000 Litern fassenden Zisternen auf. Dieses Wasser nutzen wir für die Baumbewässerung im Sommer oder für die Erzeugung der Sole als Auftaumittel für den Winterdienst“, berichtet Pott.

In dieser Anlage wird das Salz gemischt. Zu 70% Trockensalz kommen 30% Feuchtsalz um ein Maximum an Effektivität zu gewährleisten – Streuverluste werden minimiert.
Die Realisierung des Neubaus erfolgte weitestgehend nach Plan. „Wir konnten unser Budget einhalten, was heutzutage bei größeren Bauprojekten nicht mehr selbstverständlich ist. Darüber hinaus werden die Baukosten über das NRW-Infrastrukturgesetzt aus Mitteln des Sondervermögens des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität gefördert“, freut sich Thomas Hilker, Leiter des Eigenbetriebs Straßen.
Vom Standort in Wilbasen wird künftig nur noch die Salzhalle genutzt. Die Außenstelle im Extertal wurde an die Gemeinde verkauft und von der angemieteten Außenstelle in Hummersen wurde der Mietvertrag für den Verwaltungstrackt aufgehoben. Der Winterdienst für die Saison 2026/2027 wird in einigen Bezirken bereits von Westerholz aus bedient.
Hintergrund zum Betriebsdienst
Der Eigenbetrieb Straßen unterhält aktuell vier Bauhöfe: Wilbasen, Extertal und Hummersen und Lemgo-Lieme. Aufgrund von diversen Problemstellungen (sanierungsbedürftige Gebäude, Personalausstattung) war eine Neuordnung des Betriebsdiensts notwendig. Künftig wird die Arbeit von zwei Standorten aus organsiert: Lemgo-Lieme ist für den Nord-/Westbezirk-Lippe zuständig, Westerholz für den Süd-/Ostbezirk.















