Im Jahr 2025 waren mit 72,7 % fast drei Viertel der 55- bis 64-Jährigen in Nordrhein-Westfalen erwerbstätig, das entsprach 2,05 Millionen Personen. Viele dieser Erwerbstätigen werden in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen am 1. Oktober auf Basis von Ergebnissen des Mikrozensus weiter mitteilt, machte diese Altersgruppe insgesamt 15,8 % der nordrhein-westfälischen Bevölkerung aus. Zum Vergleich: Auf die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen, die am Anfang des Erwerbslebens stehen oder sich darauf vorbereiten, entfiel dagegen ein deutlich geringerer Bevölkerungsanteil von 10,2 %.
Erwerbstätigenquote älterer Menschen seit 2005 deutlich gestiegen
Die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen stieg in den vergangenen 20 Jahren erheblich: Im Jahr 2005 gingen 42,9 % dieser Altersgruppe einer bezahlten Beschäftigung nach, 2025 waren es 72,7 %. Auch bei den 65- bis 74-Jährigen nahm die Erwerbstätigkeit stark zu: Hier erhöhte sich die Quote von lediglich 4,3 % im Jahr 2005 auf 17,5 % im Jahr 2025. Von denjenigen in dieser Altersgruppe, die 2025 bereits eine gesetzliche Altersrente bezogen, ging rund jede 7. Person (14,2 %) weiterhin einer bezahlten Tätigkeit nach, während 85,8 % nicht mehr arbeiteten.
Ausschlaggebend für die insgesamt höhere Erwerbstätigkeit im fortgeschrittenen Lebensalter sind vor allem gesetzliche Rentenreformen wie das angehobene Renteneintrittsalter und der Abbau von Frühverrentungsanreizen; Auch die deutlich gestiegene Berufstätigkeit von Frauen trägt dazu bei. Gleiches gilt für den wachsenden Fachkräftebedarf der Wirtschaft, da Betriebe erfahrene Arbeitskräfte länger halten wollen.

Männer häufiger erwerbstätig – Frauen holen auf
Zwar sind Männer auch im höheren Lebensalter weiterhin häufiger erwerbstätig als Frauen, allerdings verringerte sich der geschlechtsspezifische Abstand in den vergangenen 20 Jahren deutlich. Die Erwerbstätigenquote hat sich bei den 55- bis 64-jährigen Frauen fast verdoppelt: Sie stieg von 35,0 % im Jahr 2005 auf 68,2 % im Jahr 2025. Bei den Männern erhöhte sie sich im selben Zeitraum von 51,1 % auf 77,3 %.
Bei den 65- bis 74-jährigen Frauen hat sich der Anteil der Erwerbstätigen nahezu verfünffacht: von 2,7 % im Jahr 2005 auf 14,2 % im Jahr 2025. Bei den Männern dieser Altersgruppe stieg der Anteil im selben Zeitraum von 6,2 % auf 21,1 % und hat sich damit mehr als verdreifacht.
Teilzeit und geringfügige Beschäftigung dominieren im Alter
Bei den Arbeitsformen zeigt sich ein deutlicher Wandel im Alter: Im Jahr 2025 arbeiteten 68,3 % der 55- bis 64-Jährigen in Vollzeit und 31,7 % in Teilzeit. Bei den 65- bis 74-Jährigen kehrte sich diese Verteilung um: Hier waren im selben Jahr nur noch 32,2 % Vollzeit erwerbstätig, während 67,8 % einer Teilzeittätigkeit nachgingen.
Ein deutlicher Unterschied zeigt sich zudem bei den geringfügigen Beschäftigungen, zu denen neben klassischen Minijobs auch kurzfristige Tätigkeiten zählen: Unter den 55- bis 64-jährigen abhängig Beschäftigten befanden sich 2025 lediglich 7,5 % in einem solchen Arbeitsverhältnis. Im Alter von 65 bis 74 Jahren war dagegen mit 50,6 % bereits die Hälfte der Arbeitnehmenden geringfügig beschäftigt.
Mit zunehmendem Alter ist unter den Erwerbstätigen zudem ein höherer Anteil an Selbstständigen zu verzeichnen. Im Jahr 2025 waren in der Altersgruppe der 55- bis 64-jährigen Erwerbstätigen 10,7 % selbstständig tätig. Unter den 65- bis 74-jährigen Erwerbstätigen ging mit 25,3 % gut ein Viertel einer selbstständigen Tätigkeit nach.
Hinweise zur Statistik
Als erwerbstätig gelten im Mikrozensus alle Personen im Alter von 15 Jahren und älter, die im Berichtszeitraum mindestens eine Stunde gearbeitet haben – als abhängig Beschäftigte, Selbständige oder mithelfende Familienangehörige. Die Einordnung der Erwerbstätigen in Vollzeit- und Teilzeittätigkeit beruht auf der Selbsteinschätzung der Befragten.
Die Ergebnisse für 2005 und 2025 sind aufgrund methodischer und konzeptioneller Änderungen des Mikrozensus nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Die Ergebnisse für 2005 beziehen sich auf die Bevölkerung am Hauptwohnsitz, die Ergebnisse für 2025 auf die Bevölkerung in privaten Hauptwohnsitzhaushalten. Als Hauptwohnsitzhaushalt gilt ein privater Haushalt, in dem mindestens eine Person ab 16 Jahren ihren Hauptwohnsitz hat.
Der Mikrozensus ist eine seit 1957 jährlich bei einem Prozent der Bevölkerung durchgeführten Befragung der amtlichen Statistik. Dank der Selbstauskünfte der Befragten liegen aussagekräftige statistische Daten zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen der Bevölkerung vor. Die befragten Haushalte übernehmen mit ihren Angaben einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. Sie stehen auch der Wissenschaft, der Presse und allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung.
Über IT.NRW
Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)














