Anzeigen

Endenergieverbrauch privater Haushalte 2023 auf Rekordtief

von | Okt. 2, 2026 | Wirtschaft

Bild von ri auf Pixabay

Der Endenergieverbrauch privater Haushalte hat im Jahr 2023 mit 25,7 Gigajoule (GJ) pro Kopf den niedrigsten Wert seit Beginn der Betrachtung im Jahr 1990 erreicht. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, lag der Pro-Kopf-Verbrauch privater Haushalte damit um rund 30 % unter dem bisherigen Höchststand seit Auswertungsbeginn aus dem Jahr 1996 mit 36,9 GJ. Schwankungen im Zeitverlauf ergaben sich unter anderem durch wechselnde Witterungsbedingungen, da der größte Teil des Endenergieverbrauchs der Haushalte auf das Heizen entfällt. Der gesamte Endenergieverbrauch – welcher zusätzlich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sowie übrige Verbraucherinnen und Verbraucher umfasst – belief sich 2023 auf 96,5 GJ pro Kopf. Der Anteil der privaten Haushalte am Gesamtverbrauch lag damit bei 26,6 %.

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte in NRW pro Kopf

Endenergieverbrauch privater Haushalte in NRW und deutschlandweit rückläufig

Deutschlandweit belief sich der Pro-Kopf-Endenergieverbrauch der privaten Haushalte im Jahr 2023 mit 27,3 GJ auf ein ähnlich niedriges Niveau wie in NRW. Damit lag der deutschlandweite Rückgang des Verbrauchs pro Kopf gegenüber dem Jahr 2022 bei rund 8 %. In NRW war der Verbrauch 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 % rückläufig.

In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen waren die Verbräuche mit Werten zwischen 18,7 und 23,2 GJ pro Kopf geringer als in den Flächenländern. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass Menschen in den Stadtstaaten im Durchschnitt auf kleinerer Fläche wohnen, wodurch z. B. geringere Heizbedarfe entstehen.

Mit Ausnahme des Saarlandes, in dem der Verbrauch stagnierte, verzeichneten 2023 alle Länder im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge beim Pro-Kopf-Energieverbrauch der privaten Haushalte. Die Spanne reichte von 0,4 % in Bremen bis 10,9 % in Sachsen.

Der deutliche Verbrauchsrückgang im Jahr 2023 könnte unter anderem auf die milde Witterung während der Heizperiode zurückgehen. Als weitere Ursache kommen Einsparungen der privaten Haushalte beim Erdgasverbrauch infolge der Gasknappheit mit spürbar gestiegenen Energiekosten aufgrund des Krieges gegen die Ukraine infrage. Zudem könnten sich die Verbesserung energetischer Standards bei Neubauten und die Sanierung von Altbauten verbrauchssenkend ausgewirkt haben.

Endenergieverbrauch der privaten Haushalte pro Kopf

Weiterer Verbrauchsrückgang zeichnet sich für das Jahr 2024 ab

Für zehn Bundesländer liegen bereits, zum Teil vorläufige, Ergebnisse für 2024 vor. In 8 dieser Länder ging der Pro-Kopf-Endenergieverbrauch zurück. Ausnahmen bildeten Hessen mit einem konstanten Niveau und Rheinland-Pfalz mit einer Zunahme um etwa 2 %. Den stärksten Rückgang verzeichnete Bremen mit rund 12 %.

Hinweise zur Statistik

Die Daten stammen aus den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen der Länder (UGRdL). Diese dokumentieren Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, privaten Haushalten und Umwelt auf Ebene der Bundesländer. Die Daten zum Endenergieverbrauch der privaten Haushalte basieren auf den Energiebilanzen der Bundesländer.

Der Endenergieverbrauch ist die Summe der Primärenergieträger, z. B. Erdöl, Erdgas oder Braunkohle und der Sekundärenergieträger, z. B. Strom, Heizöl oder Benzin, die unmittelbar zur Erzeugung der Nutzenergie wie Licht und Wärme verwendetet werden. Der Endenergieverbrauch ist geringer als der Primärenergieverbrauch, da es unter anderem zu Verlusten bei der Umwandlung von Primär- zu Sekundärenergieträgern kommt. Der Endenergieverbrauch pro Kopf beschreibt, wie viel Endenergie im Durchschnitt auf jede Person in dem betrachteten Land entfällt. Er wird berechnet, indem der gesamte Endenergieverbrauch durch die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner für das jeweilige Jahr geteilt wird. Die dafür genutzten Bevölkerungszahlen entsprechen der Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des jeweils relevanten Zensus und werden als Bezugszahlen der UGRdL in der Regionaldatenbank veröffentlicht.

Für das Berichtsjahr 2023 liegen mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern Ergebnisse für alle Bundesländer vor. Für das Jahr 2024 sind endgültige Ergebnisse für das Land Rheinland-Pfalz vorhanden sowie vorläufige Daten für die folgenden Bundesländer: Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Hessen, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Sachsen. Für die übrigen Länder werden die Ergebnisse sukzessive erstellt.

Über IT.NRW

Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)

Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen