
Im HSG-Duell findet sich kein Sieger. (Timon Peters/HSG Blomberg-Lippe)
Vor einer ausverkauften SynFlex Arena deutete sich bereits in den ersten Minuten ein Krimi an, der auch nach dem Abpfiff keinen Sieger finden sollte. Mit dem 29:29 (15:14) beendete Bensheim die Siegesserie der HSG im eigenen Wohnzimmer. Beste Werferin der Blombergerinnen war Nieke Kühne mit sieben Treffern. Für die HSG geht es bereits am Samstag in der Champions League gegen Györ weiter.
Umkämpfte erste Halbzeit
Zum achten Spieltag der Alsco HBF schickte Steffen Birkner Nicole Roth, Farrelle Njinkeu, Díana Magnúsdóttir, Elín Magnúsdóttir, Nieke Kühne, Alexia Hauf und Maxi Mühlner auf die Platte. Ilka Fickinger setzte bei den Flames unterdessen auf Lena Degenhardt, Jule Polsz und die ehemalige Blombergerin Ndidi Agwunedu.
Zwar überwand Bensheim im ersten Angriff direkt Nicole Roth, doch die erste Blomberger Führung ließ nicht lange auf sich warten: Bucher verwandelte sicher vom Siebenmeterpunkt, ehe Mühlner per Gegenstoß auf 2:1 erhöhte. Die ersten fünf Minuten blieben jedoch umkämpft, auch weil Polsz auf der Gegenseite ebenfalls vom Siebenmeterpunkt erfolgreich war.
In der Offensive blieben die Blombergerinnen geduldig und erspielten Hauf über Außen einen aussichtsreichen Winkel. Roth parierte zunächst gegen Degenhardt, doch Schmelzer sicherte sich den Abpraller und stellte erneut den Gleichstand her. Beide Teams legten ein hohes Tempo vor. Während Rüffieux nach einem Steal im Gegenstoß noch an Bensheims Torhüterin Andersson scheiterte, machte es Magnúsdóttir beim nächsten Ballgewinn besser und überwand die Torhüterin mit einem Heber zum 5:4.
Nach einem Doppelschlag sicherten sich die Gäste erneut die Führung. Bereits nach zehn Minuten waren in der ausverkauften SynFlex Arena 23 Treffer gefallen. Langsam fanden auch die Defensivreihen besser ins Spiel: Rüffieux und ihre Mitspielerinnen zwangen Bensheim ins Zeitspiel, doch Agwunedu behielt aus spitzem Winkel gegen Roth die Oberhand und stellte auf 7:8.
Die Antwort der HSG ließ nicht lange auf sich warten. Mühlner blieb am Kreis frei vor dem Tor sicher und erzielte das 8:8. Gegen Reuthal feierte Roth ihre nächste Parade, woraufhin Elín Magnúsdóttir den Ball zur erneuten Führung im Netz unterbrachte. Da die Blomberger Defensive zunehmend besser Zugriff bekam, musste Bensheim erneut ins Zeitspiel. Die HSG belohnte sich für ihre starke Abwehrarbeit und baute die Führung durch einen Gegenstoß von Alexia Hauf erstmals auf zwei Treffer aus.
Polsz scheiterte am Aluminium, was den Gastgeberinnen die Chance auf das 11:8 eröffnete. Doch Andersson verhinderte den Treffer. Unterdessen brachte Ilka Fickinger mit Ida Hoberg eine weitere ehemalige Blombergerin ins Spiel. Degenhardt setzte Agwunedu anschließend gut in Szene, die den Anschlusstreffer erzielte. Andersson rückte immer stärker in den Mittelpunkt, doch Kühne überwand die Torhüterin im zweiten Versuch. Auch Rüffieux kam mit viel Tempo zum Abschluss, scheiterte jedoch erneut an Andersson.
Beim Stand von 11:10 für die Blombergerinnen nahm Bensheim die erste Auszeit der Partie. Die Flames glichen anschließend aus, doch Birkner brachte Bucher auch im Angriff und wurde direkt belohnt: Sie bestätigte ihren Einsatz mit einem Treffer. Weiterhin konnte sich in der gut gefüllten SynFlex Arena kein Team entscheidend absetzen. Nach Polsz‘ verwandeltem Siebenmeter vergab Bucher die erneute Führung. Degenhardt ließ auf der Gegenseite gleich zwei Chancen ungenutzt, sodass Kühne die HSG wieder in Front brachte.
Auch die Schlussminuten der ersten Halbzeit blieben umkämpft. Rüffieux kassierte eine Zeitstrafe, doch Roth behielt im Siebenmeterduell die Oberhand. Im Gegenzug zeigte sich Bucher von der Siebenmeterlinie weiterhin treffsicher und sorgte für den knappen Halbzeitstand von 15:14.
Kein Sieger nach packender Crunchtime
Die zweite Halbzeit begann für die HSG unglücklich. Nach dem schnellen Anwurf wollten die Gastgeberinnen die Überzahl aufgrund der Bensheimer Zeitstrafe nutzen, kassierten jedoch prompt einen Gegenstoßtreffer. Erst nach fünf Minuten brachte Kühne mit zwei Treffern in Folge die Blombergerinnen wieder in Führung. Hauf baute den Vorsprung nach einem Ballverlust der Gäste auf 19:17 aus.
Der entscheidende Zugriff auf die Würfe aus dem Rückraum fehlte allerdings weiterhin, sodass Degenhardt den Anschlusstreffer erzielte. Im Gegenzug erzwang Kühne eine Zeitstrafe gegen Polsz. In Überzahl brachte Birkner Elín Magnúsdóttir für Bucher in den Angriff. Trotz eines beinahe verlorenen Balles gelangte das Spielgerät noch zu Hauf, die diesmal einen Heber sicher über Andersson hinweg ins Tor legte.
Doch auch 20 Minuten vor dem Ende ließ sich Bensheim nicht abschütteln und egalisierte den zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand zum 20:20. Den Gastgeberinnen unterliefen zu viele technische Fehler, die Degenhardt mit ihrem nächsten Treffer ausnutzte und die Flames erneut in Führung brachte. Ein einfacher Rückraumtreffer von Kühne sorgte anschließend für den Ausgleich. Immer wieder war es die Rückraumspielerin, die für die HSG zur Stelle war.
Für die Schlussphase brachte Birkner Lara Lepschi für Nicole Roth zwischen die Pfosten. Die Torhüterin war direkt zur Stelle und parierte den Wurf von Schmelzer. Doch die Gastgeberinnen konnten die Fehler der Bensheimerinnen nicht konsequent nutzen. Auf einen Fehlwurf von Hauf folgte der Führungstreffer durch Agwunedu. Díana Magnúsdóttir holte im Gegenzug einen Siebenmeter heraus, den Bucher erneut sicher verwandelte und damit auf 23:23 stellte.
Auch Lepschi zeigte sich weiterhin aufmerksam und glänzte mit einer weiteren Parade. Beim anschließenden Durchbruch und Treffer von Magnúsdóttir unterbrachen die Schiedsrichter das Spiel. Als die Flames zunehmend offensiver verteidigten, nahm Birkner seine Auszeit. Mit viel Willenskraft setzte sich Mühlner am Kreis durch und brachte die HSG erneut in Führung.
Ein Kempa-Versuch der Gäste scheiterte, doch auch die Gastgeberinnen schafften es nicht, den Ball entscheidend ins Tempo zu bringen. Bensheim nutzte die Gelegenheit zu einem Steal und stellte erneut den Ausgleich her. Njinkeu brachte die HSG mit ihrem Treffer zum 25:24 zwar wieder in Führung, doch Andersson blieb ein entscheidender Faktor in diesem Duell. Im Gegenzug verhinderte sie das 26:24, nachdem Lepschi auf der anderen Seite ebenfalls ihre nächste Parade gefeiert hatte.
Maxi Mühlner brachte die nötige Emotionalität ins Spiel und erzielte das ersehnte 26:24. Doch erneut gelang es den Flames, den knappen Vorsprung mit zwei Treffern zu egalisieren. Inmitten der Crunchtime unterliefen Bucher und Kühne ein Missverständnis, sodass der Ball wieder in den Händen der Gäste landete. Kühne blockte anschließend einen Wurf, wurde bei der folgenden Aktion zwar gestört, brachte den Ball aber irgendwie noch zu Mühlner. Diese konnte von Polsz nur durch eine Zeitstrafe gestoppt werden. Den fälligen Siebenmeter setzte Bucher allerdings an die Latte.
Es blieb ein echter Krimi, den Bensheim nach der eigenen Führung kurz vor Schluss beinahe für sich entschieden hätte. Doch Lilli Röpcke erzielte den umjubelten Treffer zum 29:29 und setzte damit den Schlusspunkt. Ein Stürmerfoul von Njinkeu verhinderte anschließend den letzten Wurfversuch durch Kretzschmar. Damit musste die HSG erstmals seit Mai 2025 in der heimischen Arena Punkte abgeben und konnte nicht beide Zähler behalten.
Stimme zum Spiel
Steffen Birkner: „Wir haben heute nicht das beste Handballspiel gemacht, hatten in der ersten Halbzeit in der Abwehr große Probleme beim Zugriff. In der zweiten Halbzeit hatten wir mit unserer Effektivität zu kämpfen. Einiges geht auch auf meine Kappe, zum Beispiel die Situation der möglichen Wechsel. Am Ende sind wir froh über den Punkt.“
Aufstellungen
HSG Blomberg-Lippe: Lepschi, Roth; Rüffieux, D. Magnúsdóttir (1), Kühne (7), Mühlner (5), Axmann, Bucher (6), Tietjen, Röpcke (1), Hauf (5), E. Magnúsdóttir (1), Njinkeu (3), Jurenczyk
HSG Bensheim/Auerbach: Andersson, Still; Rohr, Degenhardt (8), Hoberg, Probst, Agwunedu (4), Polsz (8), Lyngsö, Schmelzer (3), Podgorac, Reuthal (4), Orth, Kretzschmar (2), Falser
Pressemeldung: HSG













