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Favoritensieg im Match of the Week – Blomberg unterliegt Györ

von | Nov. 8, 2026 | Blomberg, HSG

Karolina Jurenczyk setzt zum Sprungwurf an. (Timon Peters / HSG Blomberg-Lippe)

Hinrundenabschluss und Match of the Week in der EHF Champions League: Im siebten Gruppenspiel unterlag die HSG dem Rekordsieger und Finalisten der vergangenen EHF-Champions-League-Saison, Györi Audi ETO KC, mit 21:36 (12:19). Beste Werferin der HSG war Nieke Kühne mit fünf Treffern. Ohne eine Englische Woche im Rücken reisen die Blombergerinnen am kommenden Wochenende zum Rückspiel nach Györ.

Erste Spielphase auf Augenhöhe

Am Kader der HSG veränderte sich nach dem Remis gegen die HSG Bensheim/Auerbach nichts. Vor 1.023 Fans in der Lemgoer Phoenix Contact Arena setzte Steffen Birkner auf Lara Lepschi, Farrelle Njinkeu, Díana Magnusdóttir, Elín Magnúsdóttir, Nieke Kühne, Lilli Röpcke und Maxi Mühlner. Die Gäste aus Ungarn starteten unter anderem mit Topstar Bruna de Paula und Kari Brattsett Dale.

Der erste Blomberger Angriff fand über Kühne direkt den Weg ins Tor, kurz darauf zeigte Lepschi gegen de Paula die erste Parade des Spiels. Nachdem Bucher beim Strafwurf am Aluminium gescheitert war, netzten nach van Wetering auch de Paula in der Lemgoer Arena zum 2:1 ein. Doch in den ersten sechs Minuten zeigte sich die HSG auf Augenhöhe, kam durch drei Treffer von Kühne auf 3:4 heran und eroberte nach einem technischen Fehler von Rushfeldt den Ball – mit der Chance auf den Ausgleich. Magnúsdóttirs Pass auf Mühlner am Kreis wurde jedoch von Dulfer unterbunden. Györ nutzte anschließend das eigene Tempospiel und baute die Führung mit zwei Treffern wieder aus.

Auch der nächste Versuch, Mühlner am Kreis zu bedienen, scheiterte. Doch Röpcke blieb auf der Außenbahn aufmerksam und setzte den Ball per Dreher an Torhüterin Szemerey vorbei. Wieder gelang der HSG der Anschluss. Dank einer Parade von Lepschi ergab sich direkt die nächste Möglichkeit, gegen den Rekordsieger und Topfavoriten auszugleichen. Kühne scheiterte erstmals in der Partie, doch Magnúsdóttir warf sich auf den Abpraller. Die Isländerin holte daraufhin den zweiten Strafwurf heraus, doch Bucher brachte den Ball erneut nicht im Tor unter.

Weiterhin ließen sich die Blombergerinnen jedoch weder einschüchtern noch abschütteln: Mühlner nutzte den Abstauber und verwandelte zum 5:6. Während Lepschi erneut parierte, erzielte Elín Magnúsdóttir nach 13 Minuten den Ausgleich. Die HSG präsentierte sich weiterhin hartnäckig und ließ den Vorsprung des Favoriten nicht weiter anwachsen. Jurenczyk, die inzwischen für Kühne auf das Feld gerückt war, vergab zwar ihren ersten Abschluss, eroberte den Ball in der Defensive aber direkt zurück. So konnte Magnúsdóttir zum 9:10 einnetzen.

Nur Sekunden später gelang Rüffieux der nächste Ballgewinn für die Gastgeberinnen. Diesmal stand Györ defensiv jedoch sicher, setzte immer wieder auf das eigene Tempospiel und erhöhte die Führung erneut auf zwei Tore. Erst durch de Paulas Treffer zehn Minuten vor der Halbzeit setzte sich Györ erstmals mit drei Toren auf 9:12 ab. Birkner zog seine Auszeit, doch langsam schlichen sich die technischen Fehler aufseiten der HSG ein. Györ vergab zunächst den Gegenstoß an Lepschi und erhöhte die Führung erst beim zweiten Versuch, nachdem Axmann an Szemerey gescheitert war.

Eine sichere Bank blieb weiterhin Röpcke, die das 10:14 erzielte. Auch Lepschi blieb ein wichtiger Faktor und verbuchte ihre fünfte Parade. Rüffieux holte den dritten Strafwurf heraus, zu dem diesmal Njinkeu antrat und mit einem Leger sicher verwandelte. Kühne kam für Jurenczyk zurück in die Partie, ebenso Magnúsdóttir für Axmann. Die Isländerin erzielte das 12:17, ehe Lepschi gegen Hovden das Duell gewann. Es blieb viel Tempo in der Partie, in der auch Györ nicht fehlerfrei agierte. Dennoch setzte sich der Hochkaräter bis zur Halbzeit auf 19:12 ab – auch, weil die HSG zum Ende der ersten Hälfte zu viele Chancen liegen ließ.

Fehlende Effektivität und schnelles Györ-Tempospiel

Nach der Pause zog Györ das Tempo noch einmal an und vergrößerte den Vorsprung nun deutlich. Dennoch gaben sich die Blombergerinnen nicht auf. Inzwischen war Sako ins Tor der Gäste gerückt und konnte prompt einen Wurf von Magnúsdóttir entschärfen. Im Positionsangriff tat sich die HSG zwar schwer, konnte aber durch das Zusammenspiel von Kühne und Magnúsdóttir das 13:21 erzielen.

Die Deckung der Gastgeberinnen machte es Györ weiterhin schwer. Mühlner verteidigte stark gegen de Paula. Sako wurde jedoch zunehmend zum Faktor: Sie nahm auch Röpcke den Wurf weg und verhinderte damit, dass die HSG den Rückstand auf acht Treffer verkürzen konnte. Im Gegenzug fand Housheer trotz guter Abwehr Dulfer am Kreis. Die Kombination der Niederländerinnen bescherte Györ das 24:14.

Nachdem Kühne nach einem Pfostentreffer von Magnúsdóttir genau richtig stand, holte die Blombergerin einen Siebenmeter heraus. Doch auch gegen Mühlner blieb Sako die Siegerin. De Paula netzte erstmals zur höchsten Györ-Führung beim 25:14 ein. Die HSG gab sich dennoch nicht auf: Kühne verpasste zwar den Ball, doch Lepschi parierte sehenswert den Gegenstoß von van Wetering. Dazu holte Elín Magnúsdóttir gegen Housheer ein Stürmerfoul heraus.

Nach seiner Auszeit brachte Birkner Bucher und Hauf ins Spiel. Letztere verhinderte den langen Pass auf Györi-Lukács, wurde von der Ungarin jedoch eng verteidigt, sodass Buchers Pass nicht den gewünschten Erfolg brachte. Die Schweizerin setzte während des angezeigten Passivspiels aber den Wurf an Sako vorbei und erzielte das 15:25.

Die Ungarinnen wechselten munter durch und brachten mit Sarah Bouktit auch die MVP des vergangenen EHF-Champions-League-Final4 ins Spiel. Im Duell gegen Lepschi zog sie jedoch den Kürzeren. Mühlner machte es auf der Gegenseite besser und netzte 15 Minuten vor Schluss zum 16:26 ein.

Die Fehler aufseiten der Blombergerinnen häuften sich jedoch weiterhin, und Györ bestrafte jeden einzelnen mit seinem eiskalten Tempospiel. Auch die mangelnde Angriffseffektivität wurde den Gastgeberinnen zum Verhängnis: In knapp 21 Minuten der zweiten Halbzeit konnte die HSG-Offensive lediglich sechs Treffer erzielen.

Nach der letzten Auszeit von Birkner rückte Roth für Lepschi zwischen die Pfosten. Doch auch sie blieb beim 33:18 durch Rushfeldt machtlos. Njinkeu zeigte sich vom Siebenmeterstrich gegen Sako nun sicherer und verkürzte gemeinsam mit Hauf im Tempospiel auf 20:33.

Kurz vor Ende des siebten Spiels in der EHF Champions League kassierte zunächst Mühlner eine Zeitstrafe, nur eine Minute später folgte Hauf, nachdem sie Györi-Lukács am direkten Torwurf gehindert hatte. Zudem erhielt auch die Bank der Gäste aus Ungarn eine Zeitstrafe. Den anschließenden Siebenmeter wusste Roth zu entschärfen. Am Endergebnis änderte das jedoch nur wenig.

Nach einer mutigen ersten Halbzeit unterliegt die HSG im Heimspiel gegen Györ mit 21:36.

Stimmen zum Spiel:

Steffen Birkner:  Wir haben während des gesamten Spiels alles gegeben, was wir konnten. In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht und auch gegen ein so qualitativ starkes Team gute Lösungen gefunden. Allerdings haben wir zu viele Würfe vergeben, was uns letztendlich das Leben schwer gemacht hat.

Díana Magnúsdóttir: Wir sind mit einer starken Defensive ins Spiel gestartet und haben dadurch gut in die Partie gefunden. In der zweiten Halbzeit haben wir jedoch nach und nach etwas von unserer Energie verloren.

Aufstellungen:

HSG Blomberg-Lippe: Lepschi, Roth; Rüffieux, D. Magnúsdóttir (1), Kühne (5), Mühlner (3), Axmann, Bucher (1), Tietjen, Röpcke (3), Hauf (2), E. Magnúsdóttir (2), Njinkeu (4), Jurenczyk

Györi Audi ETO KC: Szemerey, Sako; Brattset Dale (3), de Paula (6), Breistöl, Stanko (5), Dulfer, Györi-Lukács, Hovden (4), Nze Minko (3), van Wetering (5), Rushfeldt (5), Housheer (2), Elver, Bouktit (1), Zákányi (2)

Pressemeldung: HSG

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