Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Lippe
Die Arbeitslosigkeit ist im Januar deutlich gestiegen auf 12.090 Personen. Das ist der höchste Wert in einem Januar seit 2017 (12.941 Personen). „Die Rechnung ist einfach: ohne neue Stellen, keine Entlastung und damit auch keine Belebung auf dem heimischen Arbeitsmarkt,“ so Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. „Und da die Arbeitgebenden in Lippe, ob Handwerksbetriebe, klein- und mittelständische Unternehmen, oder die großen Player allesamt in unterschiedlichem Grad die konjunkturelle Delle spüren, ist es ihnen auch kaum möglich, Stellenimpulse zu schaffen.
Positiv ist der unternehmerische Wille zu sehen, dass in vielen Betrieben nach Möglichkeit an gut ausgebildeten Fachkräften festgehalten wird, um jederzeit die Produktion hochfahren zu können oder entsprechende Dienstleistungen vermehrt anbieten zu können, aber auch hier gibt es Grenzen beim finanziellen Spielraum. Derzeit ist der Arbeitsmarkt durch vielfältige kurz- und langfristige Herausforderungen gekennzeichnet, und zwar für alle Beteiligten.
Ich appelliere deshalb an Personalverantwortliche und Bewerber gleichermaßen, in dieser konjunkturell angespannten Zeit auch langfristige Strategien zu verfolgen, sei es über kurzzeitige Beschäftigungschancen, über Qualifizierung von Beschäftigten und Arbeitslosen, oder auch Kurzarbeit um in den nächsten Jahren mit deutlich zurückgehenden Erwerbspersonenpotential gut aufgestellt zu sein. Unsere Berufsberater und Vermittlungsfachkräfte für junge Menschen und Erwachsene sowie unser Arbeitgeber-Service kennen sich damit aus, Alternativen aufzuzeigen und Fördermöglichkeiten – wo es rechtlich geht – anzubieten.“
Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Lippe steigt im Januar 2026. Insgesamt waren 12.090 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 639 Personen mehr (plus 5,6 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.035 Personen (plus 9,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 6,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,9 Prozent (plus 0,6 Prozentpunkte).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.598 Personen gemeldet. Dies sind 520 Personen mehr als vor einem Monat (plus 12,8 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 487 Personen (plus 11,8 Prozent).
Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 119 Arbeitslose mehr als im Vormonat (plus 1,6 Prozent) und 548 mehr als im Vorjahr (plus 7,9 Prozent). Insgesamt zählen 7.492 Personen und damit 62,0 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit
1.230 Arbeitslose sind im Januar 2026 im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt. Dies sind 53 Personen mehr als im Vormonat (plus 4,5 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 145 junge Menschen mehr arbeitslos (plus 13,4 Prozent).
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre steigt zum Vormonat um 206 Personen (plus 5,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 338 Arbeitslose mehr (plus 8,7 Prozent). Insgesamt sind 4.241 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Lippe arbeitslos.
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Lippe steigt um 136 Personen (plus 2,7 Prozent). 5.225 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 92,0 Prozent (4.807 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 522 Personen (plus 11,1 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Lippe steigt im Januar 2026. Insgesamt sind 17.120 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 527 Personen mehr (plus 3,2 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 16 Personen (minus 0,1 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Lippe haben in diesem Monat 276 Stellen gemeldet und damit 36 weniger als im Vormonat (minus 11,5 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 71 Stellen (minus 20,5 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.206 offene Stellen, 33 weniger als vor einem Monat (minus 1,5 Prozent) und 531 weniger als vor einem Jahr (minus 19,4 Prozent).
Pressemeldung: Agentur für Arbeit















