
Melanie Veith feierte in Chambray elf Paraden. (Timon Peters)
Auf dem Kalender der HSG stand nach einer spielfreien Woche der Alsco Handball Bundesliga Frauen die EHF European League. In Chambray wollten die Blombergerinnen die Revanche nach der denkbar knappen Niederlage im Hinspiel. Und genau das gelang den Blombergerinnen beim verdienten 27:31 (12:17) Auswärtserfolg. Beste Werferin auf Seiten der HSG war Alexia Hauf mit sechs Treffern.
Starker Start und souveräne HSG-Halbzeit
Zu Beginn startete die HSG mit Farrelle Njinkeu, Díana Magnúsdóttir, Andrea Jacobsen, Nieke Kühne, Maxi Mühlner, Alexia Hauf und Melanie Veith in der Defensive. Erwartungsgemäß setzte Chambray auf Lucie Modenel, doch Veith verbuchte direkt ihre erste Parade. Die Abwehr der Gastgeberinnen stand zunächst stabil, ehe Kühne mit dem ersten Treffer der Partie die Führung erzielte. Erneut zwang Blomberg Chambray ins Zeitspiel, diesmal glichen die Französinnen jedoch per Siebenmeter aus. Für Jacobsen kam Elín Magnúsdóttir in den Angriff, leitete den Ball auf Njinkeu weiter und die HSG ging wieder mit 2:1 in Führung. Es folgten eine weitere Parade von Veith und ein Gegenstoß über Hauf zum 3:1. Kurzzeitig geriet die frühe Führung ins Wanken, als Perche gegen Mühlner parierte. Modenel verkürzte, vergab jedoch wenig später die Chance auf den Ausgleich. In Vegués Abwesenheit blieb Nuria Bucher vom Siebenmeterpunkt eiskalt und traf zum 4:2. Da Chambray auf 7-gegen-6 umstellte, erhöhte Mühlner mit einem Treffer ins verwaiste Tor.
Die Anfangsphase verlief nahezu optimal für die Gäste aus Lippe. Fast fünf Minuten blieb Blomberg ohne Gegentor, ehe Grimaud mit zwei Treffern auf 4:6 verkürzte. Ein Rückraumwurf von Magnúsdóttir stoppte das Momentum der Gastgeberinnen. Mit Unterstützung des Aluminiums verhinderte Veith den Anschlusstreffer von Holmberg, anschließend erhöhte Magnúsdóttir wieder auf drei Tore Differenz. Nach einem Steal von Kühne und einem schnellen Gegenstoß über Hauf stand es 10:6. Das Team von Steffen Birkner ließ sich von der Kulisse nicht beeindrucken. Besonders Njinkeu blieb treffsicher und stellte nach einem Tor von Strömberg erneut den Vier-Tore-Abstand her. Auch Veith prägte das Spiel weiterhin, während Kühne den Vorsprung erstmals auf fünf Tore ausbaute. Nach Rüffieux’ Gegenstoß zum 7:13 nahm Chambray die erste Auszeit.
Die HSG-Defensive wirkte phasenweise unüberwindbar: Entweder fing der Innenblock um Kühne und Jacobsen die Bälle ab oder Veith parierte. Zehn Minuten vor der Pause erhielt Kühne eine Zeitstrafe, doch auch in Unterzahl blieb Blomberg stabil. Abdou verzog aus spitzem Winkel, Jacobsen traf zum 14. HSG-Tor, und Hauf erhöhte per Heber. Ein Siebenmeter von Strömberg verkürzte den Abstand wieder. Der neu formierte Rückraum mit Jacobsen, Bucher und Magnúsdóttir tat sich gegen die nun stabilere französische Abwehr zunächst schwer. Einen 3:0-Lauf der Gastgeberinnen beendete dann aber Bucher mit einem Distanzwurf über die eingewechselte Duijndam. Chambray zeigte sich zum Ende der ersten Halbzeit treffsicherer, doch Hauf setzte mit ihrem vierten Treffer den Schlusspunkt. Mit einer verdienten 17:12-Führung für Blomberg ging es in die Pause.
HSG belohnt sich auch in Halbzeit zwei
In die zweiten 30 Minuten des letzten EHF-Auswärtsspiels der Saison ging Blomberg weiterhin mit Melanie Veith im Tor. Zudem kehrten Nieke Kühne, Laura Rüffieux und Elín Magnúsdóttir auf das Feld zurück. Auf den Außenpositionen blieben Farrelle Njinkeu und Alexia Hauf, im rechten Rückraum agierte weiterhin Díana Magnúsdóttir. Zunächst rückte jedoch Chambrays Torhüterin Rinka Duijndam mit einer Doppelparade gegen Rüffieux und Magnúsdóttir in den Fokus. Veith blieb aber wie schon in der ersten Halbzeit ein sicherer Rückhalt und verhinderte mit Paraden gegen Strömberg und Grimaud ein mögliches Aufbäumen der Gastgeberinnen. Rüffieux eroberte anschließend den Ball, Díana Magnúsdóttir erzielte beim 18:12 den ersten Treffer der zweiten Hälfte.
Erneut parierte Veith gegen Strömberg, erneut fand die HSG im Angriff die Lücke. Zwar kassierte Rüffieux eine Zeitstrafe nach Störung des Anwurfs, doch auch in Unterzahl blieb Blomberg stabil. Abdou scheiterte erneut an Veith, während auf der Gegenseite Kühne zum ersten Acht-Tore-Vorsprung traf. Das Momentum blieb klar bei den Gästen: Hinten parierte Veith, vorne nutzten Mühlner, Magnúsdóttir und Hauf ihre Chancen im Gegenstoß. Nach Haufs fünftem Treffer zum 23:13 nahm Chambray die nächste Auszeit. Nach 40 Minuten hatten die Französinnen erst 13 Tore erzielt – ein Verdienst der kompakten HSG-Abwehr. Immer wieder unterband Jacobsen das Kreisanspiel, im Angriff agierte Blomberg ruhig, auch wenn Duijndam einzelne Würfe entschärfte.
Chambray, weiterhin im Kampf um das Viertelfinale, startete dennoch einen 3:0-Lauf. Hauf und Magnúsdóttir stoppten diesen mit einer starken Defensivaktion, anschließend verwandelte Bucher einen Siebenmeter souverän. Mit acht Toren Vorsprung leitete Veith mit ihrer nächsten Parade die Schlussviertelstunde ein. Ganz sicher konnte sich Blomberg jedoch nicht fühlen: Stoiljkovic verkürzte, zudem musste Rüffieux zum zweiten Mal auf die Bank. Trotz Unterzahl erhöhte Elín Magnúsdóttir noch einmal, ehe Chambray wieder auf sieben Tore herankam. Jacobsen holte den nächsten Strafwurf heraus, Bucher blieb erneut nervenstark.
Kleine Unkonzentriertheiten ließen den Vorsprung jedoch auf fünf Tore schrumpfen. Beim Stand von 26:21 begann die hektische Schlussphase. Nach einem Ballverlust verkürzte Chambray weiter, woraufhin Trainer Birkner die zweite Auszeit nahm. Nicole Roth kam nun ins Tor und parierte stark gegen Faynel. Nach fast sieben torlosen Minuten traf Mühlner zum 27:22. Das 7-gegen-6 der Gastgeberinnen bekam die HSG erneut in den Griff. Trotz einiger Fehler auf beiden Seiten behielt Blomberg die Kontrolle. Strömberg traf per Siebenmeter, doch Jacobsen bediente Hauf auf Außen, die mit dem 28:23 die Entscheidung erzielte. Am Ende stand ein verdienter 31:27-Auswärtssieg für die HSG.
Aufstellungen:
Chambray Touraine Handball: Duijndam, Perche; Mauny (2), Abdou (3), Vama (2), Strömberg (3), Holmberg, Modenel (4), Richard (1), Faynel (1), Stoiljkovic (7), Alcee, Messi, Grimaud (4), Deba
HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux (1), Jacobsen (3), D. Magnúsdóttir (1), Overbeck, Kühne (4), Mühlner (4), Bucher (4), Sandberg, Hauf (6), E. Magnúsdóttir (4), Njinkeu (4)
Pressemelsung: HSG














