
Unter der Leitung von Johannes Neugebauer musizierten im ersten Lüdenhausener Popgottesdienst Frontfrau Yvonne Fischer, Reiner Jaworski (Bass), Holger Spierig (Gitarre) und Rüdiger Hainke (Drums). Foto: privat
Voll besetzt, erwartungsvoll und spürbar neugierig: So präsentierte sich die Lüdenhauser Kirche am Sonntagvormittag beim ersten Pop-Gottesdienst. Unter dem Motto „Spring for the Soul – Frühling für die Seele“ wagte die Gemeinde eine musikalische und liturgische Alternative – und traf damit den Nerv des Publikums.
Statt Orgelklänge eröffnete eine Live-Band das Geschehen mit modernen Poparrangements, die den Kirchenraum unmittelbar in eine besondere Atmosphäre tauchten. Ein Projekt-Chor fügte sich klanglich überzeugend ein und verlieh den Liedern eine eindrucksvolle Dynamik. Viele der Sängerinnen und Sänger standen erstmals in dieser Konstellation gemeinsam auf der Bühne – eine Frische, die sich hörbar übertrug.
Inhaltlich blieb der Gottesdienst dabei klar verankert. Pfarrer Horst-Dieter Mellies verknüpfte die Musiktitel mit Texten und kurzen Ansprachen, wobei das Lied „Wind of Change“ von den Scorpions immer wieder in verschiedenen Variationen und auch als Gebetsbegleitung am Klavier anklang. Die Verbindung aus zeitgemäßer Musik und zugänglicher Sprache wirkte dabei stimmig und nahbar, ohne an Tiefe zu verlieren.
Zu den im Gottesdienst gespielten Frühlingstiteln gehörten unter anderem „Here comes the Sun“ von den Beatles, „Walking on Sunshine“, „Listen to the Music“, „Morning has broken“ oder „Sundown“.
Oldies von Beatles und Scorpions
Viele Besucher ließen sich sichtbar von der Musik mitnehmen, sangen mit oder spendeten spontanen Applaus – ein in klassischen Gottesdiensten eher seltenes Bild. Die Offenheit der Form schien besonders auch jüngere Besucher anzusprechen, während zugleich vertraute Elemente erhalten blieben.
Musikalischer Initiator des Projekts ist Uwe Rottkamp, der mit diesem Format neue Wege gehen möchte. Aufgrund einer Erkrankung hatte Kirchenmusiker Johannes Neugebauer Einstudierung und Leitung übernommen. Der gelungene Auftakt dürfte ihm Recht geben: Der Pop-Gottesdienst wirkte weder experimentell noch beliebig, sondern sorgfältig gestaltet und überzeugend umgesetzt.
Am Ende stand nicht nur anhaltender Applaus, sondern auch die spürbare Gewissheit, dass hier mehr als ein einmaliges Ereignis stattgefunden hat. Der erste Lüdenhausener Pop-Gottesdienst setzte ein deutliches Zeichen: Kirche kann anders – und genau darin liegt ihre Chance.
Pressemeldung und Foto: NEWSPOINT

















