Keine Punkte im ersten Pflichtspiel des Jahres. Der TBV Lemgo Lippe musste sich am Mittwochabend dem aktuellen Ligaprimus SC Magdeburg geschlagen geben. In der ausverkauften GETEC Arena gerieten die Lipper früh ins Hintertreffen und konnten die hohe Hypothek der Anfangsphase trotz Leistungssteigerung nicht aufholen. Am Ende unterlag der TBV beim amtierenden Champions League-Sieger mit 32:36 (13:19). Im Vorfeld des Spiels gab es zunächst gute Nachrichten: TBV-Trainer Florian Kehrmann konnte beim bislang ungeschlagenen Ligaprimus personell aus dem Vollen schöpfen. Sowohl Tim Suton und Adam Nyfjäll, die beide im Dezember gegen Wetzlar fehlten, sowie Niels Versteijnen, der sich nach seiner Krankheit rechtzeitig wieder fit meldete, standen im Kader.
Doch der TBV fand zunächst vor allem in der Offensive schleppend in die Begegnung. Zu sicher stand das Abwehrbollwerk der Magdeburger. Erst nach sieben Minuten gelang Samuel Zehnder der 1:2-Anschlusstreffer im Nachwurf von der Siebenmetermarke. Währenddessen wirbelte auf der Gegenseite Omar Ingi Magnusson die TBV-Defensive mächtig durcheinander und steuerte beim 2:6 (11.) bereits seinen vierten Treffer bei. Kehrmann reagierte mit der ersten Auszeit der Begegnung, brachte Versteijnen und Willecke ins Spiel, um vorne für mehr Durchschlagskraft zu sorgen. Und der niederländische Rückraumspieler fügte sich blendend in das Spiel ein, erzielte beim Stand von 8:13 (19.) bereits seinen vierten Treffer.
Doch gegen das hocheffektive Angriffsspiel des Tabellenersten fanden die Lipper in der Folge keine Antwort mehr. Jeder Lemgoer Fehler wurde eiskalt bestraft: Nach einem Steal war es Albin Lagergren, der Urh Kastelic im Tor keine Chance ließ (27., 10:18) und das Ergebnis unaufhaltsam in die Höhe schraubte. Ein Mutmacher vor der Halbzeit: Kapitän Tim Suton fand immer besser in das Spiel und riss die Begegnung an sich. Mit einem wundervollen No-Look-Pass setzte er Jan Mudrow sehenswert in Szene (29, 12:18), der wenig später auch noch zum 13:19-Halbzeitstand traf.
In Halbzeit 2 präsentiere sich der TBV, wie man ihn kennt: Mit großem Glauben an das eigene Spiel, viel Geduld und großem Kampfgeist. Doch ein Manko blieb die Chancenverwertung. Erst war es Leve Carstensen, der es in Überzahl verpasste auf 16:20 zu verkürzen (34.), dann scheiterte Versteijnen einmal mehr von der Siebenmetermarke an Hernandez im Tor des Heimteams (37., 17:22). Die Lipper stellten den amtierenden Champions League-Sieger immer wieder vor große Aufgaben, kämpften sich nach 49 Minuten durch einen Treffer von Hendrik Wagner auf 26:29 heran. Doch der SCM hatte mit seiner hohen individuellen Klasse immer wieder eine Antwort parat und konnte die hohe Pausenführung letztendlich ungefährdet ins Ziel bringen. Bester Lemgoer Werfer bei der 32:36 (13:19)-Niederlage in Magdeburg war Versteijnen mit neun Toren.
Durch die Niederlage rutscht der TBV in der Tabelle vorerst auf Rang 5. Bereits am kommenden Sonntag (16.2.) haben die Lipper in der heimischen Phoenix Contact-Arena die erneute Chance die ersten zwei Punkte des Jahres einzufahren. Ab 15 Uhr ist dann der HC Erlangen im Rahmen des 21. Spieltags der DAIKIN HBL zu Gast in Lemgo. Das Spiel ist bis auf wenige Restplätze bereits ausverkauft.
Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Erstmal bin ich zufrieden, wie meine Mannschaft hier wieder 60 Minuten alles auf dem Feld gelassen hat. Aber in Magdeburg muss halt dann 60 Minuten alles klappen und wir haben heute ein paar Baustellen zu viel gehabt und nicht genug Torhüterparaden. Das braucht man auswärts, wenn man in Magdeburg bestehen möchte. Wir haben in der ersten Halbzeit in den ersten zehn Minuten zu viel Respekt gehabt, lassen dann direkt zwei Siebenmeter liegen und das ist dann in so einer Halle wie in Magdeburg einfach zu viel. Ich glaube, wir können trotzdem stolz drauf sein, dass Magdeburg 60 Minuten alles reinpacken musste, um dieses Spiel zu gewinnen. Letztendlich brauchen wir dann 60 gute Minuten und nicht nur 50 oder 48.“
SC Magdeburg – TBV Lemgo Lippe 36:32 (19:13)
SC Magdeburg: Hernandez (14/3 Paraden), Mandic; Musche 6/2, Claar 6, Zehnder, Zechel, Kristjansson 7, Pettersson, Magnusson 1, Hornke 2, Weber, Lagergren 4, Mertens, Saugstrup 4, O’Sullivan, Bergendahl 1
TBV Lemgo Lippe: Möstl (2 Paraden), Kastelic (3 Paraden); Hutecek 3, Theilinger 2, Zehnder 1, Mudrow 2, Simak 3, Schagen, Carstensen 1, Nyfjäll, Suton 5, Willecke 2, Versteijnen 9/1, Wagner 3, Faust 1
Pressemeldung: TBV
















