In den nordrhein-westfälischen Binnenhäfen wurden im 1. Halbjahr 2026 insgesamt 49,9 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anlässlich des Weltschifffahrtstages am 24. September mitteilt, lag der Güterumschlag der Binnenschiffe damit um 1,6 % über dem Ergebnis des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Damit hat sich die rückläufige Entwicklung der vergangenen Jahre nicht fortgesetzt.

Güterumschlag von Erzen, Steinen und Erden um knapp 5 % gestiegen
71,9 % der im 1. Halbjahr 2026 umgeschlagenen Güter stammten aus vier Güterabteilungen: 13,4 Millionen Tonnen waren Erze, Steine und Erden, das sind 5,2 % mehr als im gleichen Zeitraum 2025; 10,9 Millionen Tonnen Kokerei- und Mineralölerzeugnisse (−2,0 %); 6,2 Millionen Tonnen Kohle, rohes Erdöl und Erdgas (+3,6 %) und 5,4 Millionen Tonnen chemische Erzeugnisse (−0,5 %).

Juni 2026 mit niedrigstem Güterumschlag im Fünfjahresvergleich
Bei der Betrachtung der ersten 6 Monate der vergangenen 5 Jahre fällt auf, dass der Güterumschlag jeweils im März mit durchschnittlich 8.800 Tonnen am höchsten ausgefallen ist; die einzige Ausnahme war im Januar 2022 mit etwa 10.000 Tonnen. Der niedrigste Umschlag dagegen wurde jeweils im Juni verzeichnet, mit einer Ausnahme im Februar 2025 (7.900 Tonnen). Im Juni dieses Jahres wurde mit 7.800 Tonnen sogar der Tiefpunkt im Güterumschlag im Fünfjahresvergleich erreicht.
Bei der Anzahl der Schiffsbewegungen lässt sich hingegen im 1. Halbjahr der letzten fünf Jahre kein eindeutiges Muster erkennen: Während in den Jahren 2022 bis 2024 jeweils im März die meisten Schiffe fuhren (5.800 bis 7.300), waren die meisten Schiffsbewegungen im Jahr 2025 im Monat Mai (etwa 6.600 Schiffe) und in diesem Jahr im Monat Juni mit knapp 6.800 Schiffen zu verzeichnen.
Grundsätzlich werden bei niedrigen Pegelständen Güterschiffe weniger beladen (geringere Tonnage). Um die gleiche Gütermenge transportieren zu können, sind häufigere Fahrten erforderlich. Vor dem Hintergrund des Niedrigwassers im Sommer dieses Jahres waren somit vermutlich bereits im Juni erste Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt in NRW erkennbar.

Hinweise zur Statistik
Die Güterverkehrsstatistik der Binnenschifffahrt erfasst Ankünfte und Abgänge von Schiffen mit einer Tragfähigkeit von mindestens 50 Tonnen in deutschen Häfen oder sonstigen Lade- und Löschplätzen, deren Ziel oder Herkunft ein Binnenhafen (Hafen an einer Binnenschifffahrtsstraße) ist.
Über IT.NRW
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