Dem TBV Lemgo Lippe ist am 20. Spieltag der DAIKIN Handball-Bundesliga ein hart umkämpfter Arbeitssieg geglückt. Beim noch punktlosen Tabellenletzten aus Potsdam mussten die Lemgoer Handballer bis zur letzten Sekunde um den Sieg zittern, bewiesen in der Schlussphase jedoch einen kühlen Kopf. Mit einem knappen 21:22 (11:13)-Auswärtserfolg, sicherten sich die Lipper zwei wichtige Punkte und verbessern sich vorerst auf Tabellenplatz 10.
Im Vergleich zum letzten Spiel gab es beim TBV Lemgo Lippe eine kleine Veränderung im Kader: Torben Hübke rückte anstelle von Meeno Carstensen für den verletzten Jan Brosch (Rückenprobleme) ins Team. Zudem stand diesmal Urh Kastelic von Beginn an im Tor, während Samuel Zehnder und Bobby Schagen auf den Außenpositionen in der Startaufstellung standen.
Spielbeginn: Die Hausherren erwischten den besseren Start und gingen durch D. Akakpo früh mit 1:0 in Führung (1.). Zwar konnte Samuel Zehnder per Siebenmeter schnell ausgleichen, doch Potsdam ließ sich nicht beirren und setzte sich mit konsequenteren Abschlüssen auf 3:1 ab (5.). Auch im weiteren Verlauf hatte der TBV Schwierigkeiten ins Spiel zu finden. Besonders im Angriff fehlte anfangs die Durchschlagskraft, während Potsdam weiterhin mutig aufspielte. Nach knapp zwölf Minuten lag Lemgo bereits mit 7:3 zurück. Erst eine Phase mit mehreren vergebenen Chancen auf Potsdamer Seite gab den Gästen die Möglichkeit, sich wieder heranzuarbeiten.
Bobby Schagen erzielte den wichtigen Anschlusstreffer zum 7:8 und nur eine Minute später sorgte Hendrik Wagner für den Ausgleich (17., 8:8). Von da an übernahm Lemgo zunehmend die Kontrolle über das Spiel. Die Defensive stand kompakter und Torhüter Urh Kastelic avancierte mit wichtigen Paraden – darunter ein gehaltener Siebenmeter – zum Rückhalt seines Teams. Schließlich belohnten sich die Lipper für ihre Ruhe und ihren Kampfgeist und gingen nach einem Tor von Tim Suton erstmals in Führung (19., 8:9). Zwischenzeitlich baute der TBV den Vorsprung sogar auf drei Tore aus und ging schließlich mit einer 11:13-Führung zur Pause in die Kabine.
Weiter geht´s: Die zweite Halbzeit begann mit einem Fehlwurf von Niels Versteijnen, den die Gastgeber direkt bestraften: Josip Simic verkürzte für Potsdam auf 12:13 (32.). Nur wenige Minuten später gelang den Adlern der Ausgleich (35., 14:14) und Lemgo hatte erneut Schwierigkeiten, seinen Rhythmus zu finden. Als Potsdam die Partie drehte und erstmals nach längerer Zeit wieder in Führung ging (38., 15:14), war klar, dass auch die zweite Hälfte zu einem Kampf werden würde. Doch der TBV bewies Moral und fand mit Samuel Zehnder eine verlässliche Option im Angriff. Mit zwei Treffern in Folge brachte er die Gäste erneut in Führung (44., 16:17). Die Zuschauer sahen an diesem Abend ein Spiel auf Augenhöhe, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte.
Beide Teams kämpften um jeden Ball und der Spielstand blieb eng. In der Crunchtime lag Lemgo mit einem knappen Vorsprung vorne (20:21), doch Potsdam blieb bis zum Schluss gefährlich. Der letzte Angriff der Partie gehörte den Gästen, die jedoch nicht mehr zum Torerfolg kamen. Dennoch reichte es für einen hart erkämpften 22:21-Auswärtssieg, mit dem der TBV Lemgo Lippe zwei wichtige Punkte mit nach Hause nahm. Bester Werfer der Partie war Samuel Zehnder, der mit neun Treffern einen entscheidenden Anteil am Erfolg hatte. Mit diesem Sieg klettern die Lipper vorerst auf Tabellenplatz 10.
Bereits am 27.02. folgt für den TBV die nächste Auswärtsaufgabe. Um 19 Uhr erwartet der TVB Stuttgart die Gäste aus Lemgo. Das nächste Heimspiel steht am 06.03. auf dem Plan: Dann empfangen die Lipper den HC Erlangen in der Phoenix Contact-Arena. Angepfiffen wird die Partie ebenfalls um 19 Uhr. Stehplatzkarten und vereinzelte Sitzplätze sind für dieses Spiel noch erhältlich.
Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Wir sind am Anfang überhaupt nicht ins Spiel gekommen und haben zu wenig investiert um gegen Potsdam gegenzuhalten. Wir lagen mit vier Toren hinten, haben es dann aber geschafft uns besser reinzufinden und unsere Angriffe klar ausgespielt. Zur Pause haben wir das Spiel eigentlich im Griff, aber dann geht es in der zweiten Hälfte wieder genauso los: Wir machen ein, zwei Fehler zu viel und decken nicht konsequent bis zum Ende. Potsdam hat heute gut gegen gehalten und am Ende war es einfach ein sehr knappes Spiel. Wir sind froh, dass wir einen kühlen Kopf bewahrt haben und auch die zwei Punkte mitgenommen haben. Wir sind stolz darauf, aber wir hätten das Spiel von Anfang an besser annehmen müssen. Insgesamt sind wir aber trotzdem sehr glücklich und wussten, dass das nach dem Berlin Spiel eine schwierige Aufgabe hier wird.“
TBV Lemgo Lippe: Möstl (1 Parade), Kastelic (6 Paraden); Hutecek (2), Theilinger (1), Zehnder (9), Simak, Schagen (4), Carstensen L., Suton (2), Versteijnen (1), Wagner (2), Faust, Hübke, Petrovsky (1), Herseklioglu
1. VfL Potsdam: Höler (8 Paraden), Tomovski (2 Paraden), Ferjan; Hansson, Simic (6), Paulnsteiner (7), Schramm, Klein, Akakpo (2), Orlov (2), Gorpishin, Fuhrmann (1), Kix (2), Schley, Kraus (1)
Pressemeldung: TBV