
Diana Magnusdottir im Zweikampf. Foto: Timon Peters
Zum zweiten EHF-Champions-League-Spiel der HSG war Storhamar Håndball Elite zu Gast in der Lemgoer Phoenix Contact Arena. Nachdem beide Teams mit einer Niederlage in die neue Saison gestartet waren, setzte sich Storhamar mit 27:23 (10:9) durch. Beste Werferin der Blombergerinnen war Nieke Kühne mit sechs Treffern. Am Mittwoch bestreitet die HSG das dritte Heimspiel der Alsco HBF-Saison.
Schleppender Angriff, erneut starke Defensive
Wie schon am Mittwoch beim Auswärtssieg in Halle-Neustadt war Isabelle Axmann im Kader des zweiten Gruppenspiels der EHF Champions League. Zunächst setzte Steffen Birkner auf Nicole Roth, Alexia Hauf, Nieke Kühne, Nuria Bucher, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner. Bei den Gästen startete unter anderem Eli Marie Raasok. Die Torhüterin zeigte am vergangenen Spieltag gleich elf Paraden gegen den Champions-League-Sieger Metz.
Die Norwegerinnen setzten zunächst das 1:0 nach einem langen Angriff. Blomberg zeigte, wie schon in der vergangenen Woche gegen Bistrita, eine starke Abwehr, profitierte von einer Parade von Roth und setzte über Bucher und Kühne die Blomberger Führung. Vieles erinnerte an das Debütspiel der HSG: Wieder parierte Roth gegen Enkerud, vorne zeigte die HSG aber zu wenig Effektivität. Neben Haufs Fehlwurf unterlief Díana Magnúsdóttir gleich zweimal ein technischer Fehler. Storhamar glich wieder aus und zog zudem die frühe Zeitstrafe gegen Kühne. Die Norwegerinnen nutzten den nächsten technischen Fehler, diesmal verlor Jurenczyk den Ball, und netzten ins verwaiste Blomberger Tor ein.
Magnúsdóttir tanzte sich daraufhin durch die Defensive und erzielte das 3:3. Roth war weiterhin ein Faktor in der Partie, musste nach ihrer dritten Parade aber das Tor durch Enkerud vom Kreis hinnehmen. Im direkten Gegenzug und nach Ablauf ihrer eigenen Zeitstrafe holte Kühne die ersten zwei Minuten gegen Mastad heraus. Bucher wusste die Lücke zu nutzen und traf wieder zum Ausgleich.
Die Defensive stand weiterhin: Kühne und Mühlner blockten den Ball und Hauf zeigte sich diesmal beim Treffer ins leere Tor sicher. Der kleine Puffer von zwei Treffern schmolz kurze Zeit später wieder, als Rüffieux die Zeitstrafe kassierte. Doch wieder ging es über Njinkeu, die bereits zum zweiten Mal sicher verwandelte. Roth verhinderte diesmal im Siebenmeterduell den erneuten Ausgleich.
Beide Teams duellierten sich auf Augenhöhe, als es zehn Minuten vor der Halbzeit 7:7 stand. Kühne erzielte ihren zweiten Treffer und die HSG ging wieder in Führung im torarmen Duell. Wieder gelang Storhamar der Ausgleich, ehe Magnúsdóttir erst den Ball auf Rüffieux bringen wollte, ihn dann wieder selbst zur Chance bekam und am Pfosten scheiterte. Die Isländerin sicherte den Ball kurz darauf mit einem Steal, aber die Norwegerinnen stoppten das Tempo der HSG.
Als Roth den nächsten Ball parierte, zog Birkner beim 8:8 seine erste Auszeit. Doch die brachte die Blombergerinnen eher aus dem Tritt: Die Gäste feierten beim 10:8 die erste Zwei-Tore-Führung. Kühne gelang in der Defensive noch der Steal und anschließend der Anschlusstreffer zum Halbzeitergebnis von 9:10.
Späte Aufholjagd ohne Erfolg
Die erste Aktion der zweiten Halbzeit gehörte diesmal prompt der HSG. Kühne netzte aus dem Rückraum ein, hinten parierte Roth den nächsten Ball. Kurz darauf legte Kühne den nächsten Treffer nach und brachte die HSG nach dem Rückstand aus der ersten Halbzeit mit dem 11:10 in Führung.
Der Ball lief nun wieder schneller und auch Magnúsdóttir netzte ein, nachdem Storhamar der erneute Ausgleich gelungen war. Wieder setzte Kühne zum Wurf an, diesmal verhinderte aber der Pfosten, dass die HSG sich erneut in Front setzen konnte. So ging Storhamar wieder in Führung, obwohl die Blombergerinnen weiter schnelle Beine in der Abwehr zeigten.
Bucher setzte sich im Angriff durch und zog den ersten Strafwurf der Partie für die HSG. Die Schweizerin trat selbst an, vergab aber im Duell gegen Raasok die Chance auf den Ausgleich. Hauf konterte nach einem Pass von Kühne zum 12:14 von Storhamar und brachte die HSG wieder auf ein Tor heran.
In der Defensive fanden die Gäste nun die Lücken, spielten ihre Kreisläuferin frei und stellten den Zwei-Tore-Rückstand der Blombergerinnen wieder her. Wieder unterlief der HSG ein technischer Fehler in der Offensive. Auch wenn Roth zunächst parierte, musste die Torhüterin anschließend die erste Drei-Tore-Führung der Gäste hinnehmen.
20 Minuten vor dem Ende zog Birkner seine zweite Auszeit und brachte unter anderem Judith Tietjen ins Spiel. Immer wieder suchte Kühne die Lücke und holte gegen Mastad die Zeitstrafe heraus. In Überzahl netzte Bucher anschließend ein, holte die zweite Zeitstrafe binnen weniger Sekunden heraus und startete damit die Blomberger Aufholjagd.
Ohne Marsenic und Mastad agierten die Gegnerinnen in doppelter Unterzahl, fanden dann aber trotzdem ihre Linksaußen. Die HSG tat es den Gegnerinnen gleich, als Hauf zum 15:17 traf. Jurenczyk kassierte kurz darauf ebenfalls ihre erste Zeitstrafe, dazu gab es den Strafwurf für Storhamar.
Inzwischen war Lara Lepschi zwischen die Pfosten gerückt, konnte das 18:15 der Gäste aber nicht verhindern. Zu groß waren inzwischen die Lücken in der Blomberger Abwehr, denn wieder ging der Pass an den Kreis, auch wenn Lepschi das Gegentor zunächst verhindern konnte.
Vorne netzte Magnúsdóttir ein und verkürzte auf 16:19. Plötzlich fand die Defensive wieder mehr Zug, brachte die Gäste zum technischen Fehler und traf selbst durch Jurenczyk zum 17:19. Gleiches geschah nur Momente später, doch aus dem Steal konnten die Gastgeberinnen nicht profitieren. Storhamar selbst zog nun die Auszeit.
Und auch wenn sich die HSG immer wieder versuchte, an die Norwegerinnen heranzukämpfen, bekam die Defensive nicht mehr die letzte Griffigkeit. Somit verlieren die Blombergerinnen auch ihr zweites Heimspiel in der EHF Champions League mit 23:27.
Stimmen zum Spiel:
Steffen Birkner: Ich bin etwas traurig, wenn ich an unsere Performance denke. Es war ein ähnliches Spiel wie in der letzten Woche gegen Bistrita, und wir haben zunächst eine gute Leistung in der Abwehr gezeigt. Unsere Effektivität hat uns in der Offensive Probleme gemacht. Wir hatten da vielleicht nicht den letzten Mut in unserem Herzen. Damit kannst du auf diesem Level nicht gewinnen.
Maxi Mühlner: Wir haben wie letzte Woche ziemlich gut verteidigt, und deswegen bin ich schon enttäuscht, weil ich glaube, dass wir hier heute etwas hätten holen können. Wir hatten Probleme mit den Würfen aus dem Rückraum, zu denen uns Storhamar gezwungen hat.
Aufstellungen:
HSG Blomberg-Lippe: Lepschi, Roth; Rüffieux, D. Magnúsdóttir (5), Kühne (6), Mühlner, Axmann, Bucher (3), Tietjen, Röpcke, Hauf (3), E. Magnúsdóttir, Njinkeu (5), Jurenczyk (1)
Storhamar Handball Elite: Stensland, Raasok; Amundsen, Venn (6), Enkerud (4), Bruce, Svenson (2), Vatne (1), Nordstrand (1), Pedersen (6), Marsenic (2), Aalstad (1), Lökka Hagen (1), Högseth, Mastad (3)
Pressemeldung: HSG
















