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Immer weniger Haushalte kauften 2023 Fleisch

von | Juli 17, 2026 | Wirtschaft

Bild von Анна auf Pixabay

Im Jahr 2023 hatten 88,6 % der privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen Ausgaben für Fleisch, Fleischprodukte oder Wurstwaren. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, setzt sich damit der seit mehreren Erhebungen beobachtete Rückgang des Anteils dieser Haushalte fort. Ihr Anteil ist gegenüber 2003 um 8,8 und gegenüber 2013 um 8,3 Prozentpunkte gesunken.

"Anteil der privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen mit Konsumausgaben für Fleisch, Fleischprodukte und Wurstwaren sowie Fleischersatzprodukte in den Jahren 2003, 2013, 2023 nach dem Alter der Haupteinkommensperson Anteile an den privaten Haushalten insgesamt in %"

Knapp ein Viertel der Haushalte kaufte 2023 Fleischersatzprodukte

2023 kauften 22,7 % der privaten Haushalte Fleischersatzprodukte. Diese wurden im Rahmen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023 erstmals separat erfasst. Hierzu zählen unter anderem Sojaprodukte, Tofu sowie weitere vegetarische und vegane Ersatzprodukte einschließlich Gemüse- und Nussaufstrichen.

Mit knapp einem Drittel (29,4 %) war der Anteil der Haushalte mit Konsumausgaben für Fleischersatzprodukte bei Haushalten mit Haupteinkommenspersonen unter 40 Jahren am höchsten. Bei den 40- bis unter 60-Jährigen lag er bei knapp einem Viertel (23,6 %) und bei den Haushalten ab 60 Jahren bei rund einem Sechstel (15,9 %).

Haushalte mit Ausgaben für Fleisch gaben deutlich mehr aus

Haushalte mit Ausgaben für Fleisch gaben 2023 durchschnittlich 72 Euro je Monat dafür aus. Das waren 20 Euro mehr als 2013 (52 Euro) und 24 Euro mehr als 2003 (48 Euro). Damit lagen die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben höher als in allen vorherigen Vergleichsjahren seit 2003. Haushalte mit Ausgaben für Fleischersatzprodukte gaben 2023 durchschnittlich 15 Euro je Monat aus.

Monatliche Konsumausgaben privater Haushalte in Nordrhein-Westfalen für Fleisch, Fleischprodukte und Wurstwaren sowie Fleischersatzprodukte  in den Jahren 2003, 2013, 2023 nach dem Alter der Haupteinkommensperson Durchschnittliche Konsumausgaben je Haushalt

Auch bei den Ausgaben für Fleisch zeigten sich Unterschiede nach dem Alter der Haupteinkommensperson. Mit durchschnittlich 85 Euro je Monat verzeichneten Haushalte mit Haupteinkommenspersonen im Alter von 40 bis unter 60 Jahren die höchsten Ausgaben. Haushalte unter 40 Jahren gaben durchschnittlich 58 Euro aus, Haushalte ab 60 Jahren 69 Euro. Die höheren Ausgaben der mittleren Altersgruppe dürften auch darauf zurückzuführen sein, dass in dieser Lebensphase vergleichsweise häufig Familien- und andere Mehrpersonenhaushalte vertreten sind.

Mit ein Grund für die höheren Ausgaben sind die gestiegenen Verbraucherpreise für Fleisch und Fleischwaren, darunter auch Wurstwaren. Aktuelle Ergebnisse für die Verbraucherpreise finden Sie in der Landesdatenbank NRW.

Hinweise zur Statistik

Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) ist die größte freiwillige Haushaltserhebung in Deutschland und wird alle fünf Jahre durchgeführt. Sie liefert umfassende Informationen zu Einkommen, Konsum, Versicherungen, Vermögen, Schulden sowie zur Ausstattung privater Haushalte.

An der Erhebung 2023 nahmen in Nordrhein-Westfalen 10.626 Haushalte teil. Davon erfassten 1.837 Haushalte über das Jahr verteilt jeweils zwei Wochen lang ihre Ausgaben für Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren in besonderer Detailtiefe. Die Ergebnisse werden auf eine Grundgesamtheit von rund 8,7 Millionen privaten Haushalten hochgerechnet.

Die dargestellten Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf den Erwerb von Lebensmitteln einschließlich verzehrfertiger Produkte für den Verzehr im eigenen Haushalt. Ausgaben für den Verzehr außer Haus werden in der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe gesondert erfasst und sind nicht Bestandteil der hier dargestellten Ergebnisse.

Die dargestellten Konsumausgaben wurden nicht um Preisentwicklungen bereinigt. Veränderungen der Ausgaben im Zeitvergleich können daher sowohl auf Preisänderungen als auch auf Veränderungen der gekauften Mengen oder des Kaufverhaltens zurückzuführen sein.

Im Vergleich zu den Erhebungen 2003 und 2013 wurde der Anschreibezeitraum für die detaillierte Erfassung der Ausgaben und Mengen von Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren in der EVS 2023 von vier auf zwei Wochen verkürzt. Die methodische Änderung kann die Vergleichbarkeit mit früheren Erhebungen beeinflussen. Darüber hinaus wurden im Rahmen der EVS 2023 weitere methodische Weiterentwicklungen umgesetzt, unter anderem durch erweiterte digitale Erhebungsmöglichkeiten. Zudem wurde der Schlüssel für Einnahmen und Ausgaben (SEA) im Jahr 2021 überarbeitet. Zeitvergleiche mit früheren Erhebungen sind daher teilweise nur eingeschränkt möglich.

Weitere methodische Hinweise enthält der Qualitätsbericht.

Über IT.NRW

Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)

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