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NRW-Kommunen und ihre ausgegliederten Einheiten hatten Ende 2025 zusammen rund 105 Mrd. Euro Schulden

von | Nov. 1, 2026 | Wirtschaft

Nach den Ergebnissen der Modellrechnung „Integrierte Schulden“ waren die nordrhein-westfälischen Gemeinden und Gemeindeverbände einschließlich ihrer Beteiligungen zum Jahresende 2025 beim nicht-öffentlichen Bereich mit rund 105 Milliarden Euro verschuldet. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, ergibt sich daraus eine Verschuldung von 5.810 Euro pro Einwohnerin bzw. Einwohner des Landes.

Schuldenanteil der kommunalen Kernhaushalte bei 58,8 %

Die integrierten Schulden sind eine Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder auf Basis einer Modellrechnung. Sie berücksichtigen die Schulden der kommunalen Kernhaushalte und ausgegliederter Einheiten – sogenannte Extrahaushalte und sonstige öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen (sFEU), die durch den Staat kontrolliert werden. Diese erweiterte Betrachtung ermöglicht einen von kommunalen Ausgliederungsentscheidungen unabhängigen Vergleich der kommunalen Verschuldung.

61,6 Milliarden Euro und damit der Hauptteil der Schulden (58,8 %) entfiel auf die Kernhaushalte. Mit 31,4 Milliarden Euro betrafen 30,1 % der Schulden sFEU. Hierbei handelt es sich um Marktproduzenten, die ihre Kosten überwiegend mit eigenen Umsätzen decken (z. B. Ver- und Entsorgungsunternehmen). Die Extrahaushalte trugen mit 11,6 Milliarden Euro zur Verschuldung bei; ihr Anteil lag bei 11,1 %. Hierzu zählen alle öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, die keine Marktproduzenten sind, da sie sich in der Regel nicht überwiegend aus eigenen Einnahmen finanzieren und daher dem Sektor Staat zugeordnet werden (z. B. Bäderbetriebe und Kulturbetriebe).

Integrierte kommunale Schulden in NRW beim nicht-öffentlichen Bereich am 31.12.2025

Mülheim an der Ruhr mit höchster Pro-Kopf-Verschuldung der kreisfreien Städte

Bei Betrachtung der integrierten kommunalen Schulden insgesamt hatte Mülheim an der Ruhr Ende 2025 mit 11.674 Euro die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aller kreisfreien Städte in NRW. Oberhausen mit 10.955 Euro und Köln mit 10.735 Euro folgten auf den Plätzen 2 und 3. Die niedrigsten Schulden pro-Kopf wiesen bei den kreisfreien Städten Hamm mit 3.901 Euro, Bottrop mit 4.045 Euro und Bielefeld mit 4.172 Euro pro Einwohnerin und Einwohner auf.

Kreis Mettmann auf Kreisebene mit höchster Verschuldung pro Einwohner/-in

Bei einem Vergleich der Kreise hatten Ende 2025 der Kreis Mettmann mit 6.800 Euro, der Kreis Herford mit 6.392 Euro und die Städteregion Aachen mit 6.079 Euro die höchste Pro-Kopf-Verschuldung. Die niedrigsten Schulden je Einwohnerin bzw. Einwohner auf Kreisebene wiesen die Kreise Olpe mit 1.235 Euro, Coesfeld mit 1.877 Euro und Heinsberg mit 1.942 Euro auf. Hierbei wurden die Schulden der kreisangehörigen Gemeinden und der Kreisverwaltungen in Summe betrachtet.

Hinweise zur Statistik

Die integrierten Schulden sind eine Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder auf Basis einer Modellrechnung für den interkommunalen Vergleich. Bei der Berechnung wurde eine erweiterte Definition kommunaler Schulden zugrunde gelegt: Berücksichtigung fanden die Schulden der kommunalen Kernhaushalte und anteilsmäßig die Schulden der öffentlichen Unternehmen, an denen die Gemeinden Nordrhein-Westfalens mittelbar oder unmittelbar beteiligt sind. Das können sowohl Unternehmen in öffentlich-rechtlicher Rechtsform sein (Eigenbetriebe, Zweckverbände, Anstalten öffentlichen Rechts) als auch öffentliche Unternehmen in privater Rechtsform. Es wurden nur solche Unternehmen berücksichtigt, die durch den Staat kontrolliert werden.

Der auf Basis der Beteiligungsverhältnisse errechnete aggregierte kommunale Schuldenstand ist nicht vergleichbar mit den im Juli 2026 veröffentlichten Ergebnissen zu den komunalen Schulden für Ende 2025 Diese beziehen sich ausschließlich auf die kommunalen Kernhaushalte und ausgegliederten Einheiten, an denen eine Kommune unmittelbar zu 100 % beteiligt ist.

Bei den integrierten Schulden werden ausschließlich die Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich (Kreditinstitute, sonstiger inländischer und ausländischer Bereich) in die Berechnung einbezogen. Schulden von nicht-mehrheitlich öffentlich bestimmten Einheiten beziehungsweise von Einheiten mit Sitz im Ausland werden statistisch nicht erhoben und gehen daher nicht in die Modellrechnung ein.

Der Hintergrundartikel „Drei Betrachtungsweisen der kommunalen Schulden in NRW liefert weitere Informationen zur Aussagekraft und dem Nutzen der integrierten Modellrechnung und weiterer Schuldenbetrachtungen.

Über IT.NRW

Der Landesbetrieb IT.NRW ist der zentrale IT-Dienstleister und das Statistische Landesamt für Nordrhein-Westfalen. Wir begleiten die Digitalisierung der Landesverwaltung und stellen objektive Daten für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Die Erstellung von mehr als 300 Statistiken auf gesetzlicher Grundlage ist dank der zuverlässigen Meldungen von Befragten möglich. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Aussagekräftige statistische Daten dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen. (IT.NRW)

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