
Bild von Stefan Schweihofer auf Pixabay
Im Jahr 2023 verfügten 88,6 % der privaten Haushalte in Nordrhein-Westfalen über eine private Haftpflichtversicherung. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, ist sie damit die verbreitetste Versicherungsform. Es folgten Kfz-Versicherungen mit 82,1 %, Hausratversicherungen mit 78,6 % sowie Rechtsschutzversicherungen mit 48,7 %. Fast die Hälfte bzw. 48,5 % der Haushalte war 2023 zudem mit einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung abgesichert.

Größtes Plus bei zusätzlichen privaten Krankenversicherungen – größter Rückgang bei kapitalbildenden Lebensversicherungen
Bei den Versicherungsarten zeigen sich im Vergleich zum Jahr 2018 unterschiedliche Entwicklungen. Die zusätzliche private Krankenversicherung verzeichnete mit +15,6 Prozentpunkten den deutlichsten Zuwachs. Die private Haftpflichtversicherung (+6,4 Prozentpunkte), die Rechtsschutzversicherung (+2,9 Prozentpunkte) sowie die Hausratversicherung (+2,1 Prozentpunkte) legten ebenso zu. Auch die Anteile der Kfz-Versicherung, der zusätzlich private Kranken- und Pflegeversicherungen, der Berufsunfähigkeitsversicherung sowie der Risikolebensversicherung entwickelten sich positiv.
Rückläufig war hingegen die Verbreitung klassischer Altersvorsorgeprodukte: So sank der Anteil der Haushalte mit kapitalbildenden Lebensversicherungen von 33,1 % im Jahr 2018 auf 26,8 % im Jahr 2023 (&−6,3 Prozentpunkte). Auch private Rentenversicherungen sowie Riester-, Basis- bzw. Rürup-Rentenversicherungen verloren an Bedeutung. Die Ausstattung mit privaten Unfallversicherungen ging ebenfalls leicht zurück.
Insgesamt deuten die Ergebnisse der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) auf einen Strukturwandel im Versicherungsverhalten der Haushalte hin: Während klassische, langfristig angelegte Vorsorgeprodukte seltener genutzt werden, steigt die Nachfrage nach ergänzenden Absicherungen im Gesundheits- und Risikobereich.
Hinweise zur Statistik
Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) ist die größte freiwillige Haushaltserhebung in Deutschland und wird alle fünf Jahre durchgeführt. An der Erhebung 2023 nahmen in Nordrhein-Westfalen 10.626 Haushalte teil. Die Ergebnisse werden auf eine Grundgesamtheit von rund 8,7 Millionen private Haushalte hochgerechnet. Die EVS liefert umfassende Informationen zu Einkommen, Konsum, Versicherungen, Vermögen, Schulden sowie zur Ausstattung privater Haushalte. Im Rahmen der EVS 2023 wurden methodische Weiterentwicklungen umgesetzt, unter anderem durch erweiterte digitale Erhebungsmöglichkeiten.
Zudem wurde der Schlüssel für Einnahmen und Ausgaben (SEA) im Jahr 2021 überarbeitet. Zeitvergleiche mit früheren Erhebungen sind daher teilweise nur eingeschränkt möglich. Zur Zählweise der Krankenversicherung gilt: Die Ergebnisse beziehen sich auf Haushalte. Haushalte, in denen mindestens eine Person privat krankenversichert ist, werden entsprechend ausgewiesen. Sind beispielsweise Mann und Frau unterschiedlich versichert – etwa eine Person privat und die andere gesetzlich –, wird der Haushalt der Kategorie „mit privat krankenversicherten Personen” zugeordnet. Eine eindeutige Zuordnung ausschließlich zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung erfolgt in diesen Fällen daher nicht. Weitere methodische Hinweise enthält der Qualitätsbericht. (IT.NRW)














