Anzeigen

Saisontypische Winterzeit auf dem lippischen Arbeitsmarkt im Dezember

von | Jan. 7, 2026 | Blomberg, Wirtschaft

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Lippe im Dezember 2025

Zum Vormonat hat sich die Zahl der Arbeitslosen in Lippe im Dezember so gut wie nicht verändert. Die Arbeitslosigkeit ging gegenüber dem Vormonat lediglich um fünf Frauen und Männer zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Dezember steigt indes die Zahl um 935 Personen. „Das zeigt, dass sich die Auswirkungen der schwachen Konjunktur auch weiterhin auf dem heimischen Arbeitsmarkt negativ auswirken,“ so Peter Jancker, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Detmold. „In den witterungsabhängigen Außenberufen, also auf den Baustellen oder im Garten- und Landschaftsbereich, haben die kälteren Tage für viele Betriebe wie gewohnt die Saison-Kurzarbeit eingeleitet.

Das ist in jedem Dezember normal. Diese Entwicklung wird durch die Belebung des Einzelhandelsgeschäfts im Zuge der Weihnachtseinkäufe und weiterer Dienstleistungen in der Regel ausgeglichen. Anlass zur Sorge gibt also weniger die Saison-Arbeitslosigkeit, die sich im Normalmaß bewegt, sondern die gesamtwirtschaftliche Lage, die für keinerlei Beschäftigungsimpulse sorgt. Deutlich abgebildet wird dies auch durch das Stellenangebot im Kreis Lippe: Sowohl im Vergleich zum Vormonat, als auch zum Vorjahresmonat sinkt hier das Angebot. Seit Jahresbeginn sind 4.631 Stellen eingegangen, das ist eine Abnahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1.022 oder 18 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 548 Stellen weniger (minus 20 Prozent).

Dazu kommen Mismatch-Probleme, da die offenen Stellen nur selten mit den Stellenprofilen der Bewerbenden übereinstimmen. „Darum der dringende Appell an alle Arbeitssuchenden und Arbeitslosen, die konjunkturelle Delle mit Qualifikationsbemühungen zu überbrücken. Wer jetzt in Weiterbildung investiert, investiert in die eigene berufliche Zukunft!“, so Jancker, der auch Mut macht: „Wo die Agentur finanziell fördern kann, wird sie dies auch tun. Ein Beratungsgespräch lohnt also in jedem Fall: für Menschen, die sich qualifizieren wollen, genauso wie für Unternehmen, die qualifiziertes Personal suchen.

Jancker weiß, dass gerade kleinere Unternehmen davor zurückschrecken, Fördermöglichkeiten der Arbeitsagentur zu beantragen, weil dies mit einem gewissen Verwaltungsaufwand einhergeht. Doch auch hier nimmt Jancker mögliche Bedenken: „Unser Arbeitgeber-Service berät und unterstützt Personalentscheider von der Personalplanung über die Personalsuche bis hin zur Antragsstellung.“

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Lippe sinkt im Dezember 2025. Insgesamt waren 11.451 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat fünf Personen weniger (plus, minus 0,0 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 935 Personen (plus 8,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Dezember 6,1 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,6 Prozent (plus 0,5 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.078 Personen gemeldet. Dies sind 120 Personen mehr als vor einem Monat (plus 3,0 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 357 Personen (plus 9,6 Prozent).

Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 125 Arbeitslose weniger als im Vormonat (minus 1,7 Prozent) und 578 mehr als im Vorjahr (plus 8,5 Prozent). Insgesamt zählen 7.373 Personen und damit 64,4 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.

Jugendarbeitslosigkeit
1.177 Arbeitslose sind im Dezember 2025 im Kreis Lippe unter 25 Jahre alt. Dies sind neun Personen mehr als im Vormonat (plus 0,8 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 136 junge Menschen mehr arbeitslos (plus 13,1 Prozent).

Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre steigt zum Vormonat um 34 Personen (plus 0,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 335 Arbeitslose mehr (plus 9,1 Prozent). Insgesamt sind 4.035 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Lippe arbeitslos.

Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Lippe sinkt um 116 Personen (minus 2,2 Prozent). 5.089 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 92,1 Prozent (4.685 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 516 Personen (plus 11,3 Prozent).

Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Lippe sinkt im Dezember 2025. Insgesamt sind 16.529 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 149 Personen weniger (minus 0,9 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 257 Personen (minus 1,5 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.

Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Lippe haben in diesem Monat 312 Stellen gemeldet und damit 18 weniger als im Vormonat (minus 5,5 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 102 Stellen (minus 24,6 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.239 offene Stellen, 17 weniger als vor einem Monat (minus 0,8 Prozent) und 548 weniger als vor einem Jahr (minus 19,7 Prozent).

Ostwestfalen-Lippe

Der Arbeitsmarkt im Dezember 2025
Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes in OWL

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen in OWL steigt im Dezember 2025. Insgesamt sind 72.514 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 214 Personen mehr (plus 0,3 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.914 Personen (plus 2,7 Prozent).

Die Arbeitslosenquote in OWL beträgt im Dezember 6,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,1 Prozent (plus 0,1 Prozentpunkte). Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Region ist in Kreis Höxter (4,3 Prozent), gefolgt von Kreis Gütersloh (4,9 Prozent), Kreis Paderborn (5,7 Prozent), Kreis Lippe (6,1 Prozent), Kreis Herford (6,3 Prozent), Kreis Minden-Lübbecke (6,4 Prozent) und Stadt Bielefeld (8,9 Prozent).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 27.065 Personen gemeldet. Dies sind 539 Personen mehr als vor einem Monat (plus 2,0 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 2.161 Personen (plus 8,7 Prozent).

Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 325 Arbeitslose weniger als im Vormonat (minus 0,7 Prozent) und 247 weniger als im Vorjahr (minus 0,5 Prozent). Insgesamt zählen 45.449 Personen und damit 62,7 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.

Jugendarbeitslosigkeit
7.058 Arbeitslose sind im Dezember 2025 in OWL unter 25 Jahre alt. Dies sind 98 Personen mehr als im Vormonat (plus 1,4 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 212 junge Menschen mehr arbeitslos (plus 3,1 Prozent).

Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren steigt zum Vormonat um 83 Personen (plus 0,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 1.470 Arbeitslose mehr (plus 6,2 Prozent). Insgesamt sind 25.348 Menschen ab 50 Jahren in OWL arbeitslos.

Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in OWL sinkt um 106 Personen (minus 0,4 Prozent). 29.800 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,1 Prozent (26.851 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 1.763 Personen (plus 6,3 Prozent).

Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung in OWL sinkt im Dezember 2025. Insgesamt sind 92.358 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 60 Personen weniger (minus 0,1 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 1.132 Personen (minus 1,2 Prozent).

Stellenangebote
Die Arbeitgeber in OWL haben in diesem Monat 3.014 Stellen gemeldet und damit 125 mehr als im Vormonat (plus 4,3 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 516 Stellen (plus 20,7 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 16.164 offene Stellen, 151 mehr als vor einem Monat (plus 0,9 Prozent) und 2.117 weniger als vor einem Jahr (minus 11,6 Prozent).

Pressemeldung: Agentur für Arbeit

Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen