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Herforder Brauerei: Schließung – Paderborner Brauerei: Verkauf
„Schock-Nachricht“ für zwei bekannte NRW-Brauereien: Die Herforder Brauerei soll Ende August geschlossen werden. Die Paderborner Brauerei soll noch im Laufe dieses Jahres verkauft werden. In Herford sind knapp 100 und in Paderborn 120 Arbeitsplätze betroffen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. „Heute ist ein Katastrophen-Tag für das Bier-Land Nordrhein-Westfalen. Ein schwarzer Tag fürs Bier. Ein Horror-Tag für die Brauerei-Städte Herford und Paderborn. Und vor allem ein Schock-Tag für alle, die in Herford und Paderborn vom und für das Bierbrauen leben“, sagt Mohamed Boudih.
Der nordrhein-westfälische Landeschef der Brauerei-Gewerkschaft NGG spricht von einer „Hiobsbotschaft“ der Geschäftsführung an die Belegschaften. Die Nachricht sei am Donnerstagmittag bei Mitarbeiterversammlungen in Herford und Paderborn „eingeschlagen wie ein Blitz aus heiterem Himmel“: „Das hat die Belegschaften eiskalt erwischt. Und für Ostwestfalen stirbt damit ein Stück Bier-Tradition“, sagt Boudih.
Der NGG-Landesvorsitzende erhebt jetzt massive Vorwürfe gegen die Haus-Cramer-Gruppe, zu der auch die Warsteiner Brauerei gehört. „Aber eben auch die Herforder und die Paderborner Brauereien. Dass die gesamte Gruppe gegen schlechte Bilanzen kämpft und damit wirtschaftlich auf wackeligen Füßen steht, war allen klar. Dass die Geschäftsführung Herford und Paderborn jetzt aber fallen lässt, ist ein Eklat. Denn es gab eine klare Vereinbarung: Einen Zukunftssicherungsvertrag, der eine Sicherung der Standorte Herford und Paderborn bis Ende 2028 vorsieht.“
Die Beschäftigten hätten dafür bereits ab Mitte 2021 auf Tariferhöhungen, auf Urlaubsgeld und auf Teile des Weihnachtsgeldes verzichtet. „Im Gegenzug galt das Versprechen der Haus-Cramer-Gruppe, die Brauereien weiter zu betreiben. Das Wort hat die Geschäftsleitung jetzt gebrochen“, sagt Mohamed Boudih. Bei der Belegschaft mische sich deshalb jetzt „Fassungslosigkeit mit Frust“.
Schockierend sei vor allem das Tempo, mit der die Brauereien jetzt abgestoßen würden: „In Herford haben heute knapp 100 Menschen erfahren, dass sie in gut drei Monaten keinen Job mehr haben. So geht man nicht mit Beschäftigten um, die seit Jahren oder sogar Jahrzehnten treu, mit Fleiß und hoher Verbundenheit für die Brauerei gearbeitet haben“, so Boudih.
Der nordrhein-westfälische Landeschef der Brauerei-Gewerkschaft NGG kündigt an, es werde „keine stille Brauerei-Beerdigung in Ostwestfalen“ geben. Die NGG Nordrhein-Westfalen werde im Schulterschluss mit den Betriebsräten die Haus-Cramer-Gruppe für ihre Entscheidung gegen die Brauereien in Herford und Paderborn zur Verantwortung ziehen. Auch der Betriebsrat der Warsteiner Brauerei werde mit dabei sein. „Gerade als Familienunternehmen sollte die Haus-Cramer-Gruppe den Anstand haben und es als ihre Pflicht verstehen, die Beschäftigten jetzt sozial aufzufangen. Genau darum wird es in den nächsten Wochen gehen: um einen Sozialplan für die Belegschaften in Herford und Paderborn“, so Mohamed Boudih.
Pressemeldung: NGG













