Anzeigen

Steigende Preise für Energie und Kraftstoffe belasten Haushalte mit niedrigen Einkommen besonders

von | Apr. 16, 2026 | Wirtschaft

Bild von ri auf Pixabay

Haushalte mit niedrigen Einkommen gaben 2023 anteilig deutlich mehr für Energie und Kraftstoffe aus als Haushalte mit hohen Einkommen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt auf Basis der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) mitteilt, wendeten Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 1.500 Euro rund 14,3 % ihres Einkommens für Haushaltsenergie (u. a. Gas, Heizöl, Fernwärme und Strom) sowie Kraftstoffe für Mobilität auf. In der höchsten Einkommensklasse mit 6.000 Euro und mehr lag dieser Anteil dagegen bei lediglich 4,9 %.

 

Vor dem Hintergrund des aktuellen Krieges im Nahen Osten sind die Preise im Bereich Energie gestiegen. Laut Verbraucherpreisindex (VPI) zuletzt um 8,3 % im März 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies hat unterschiedliche Auswirkungen auf die privaten Haushalte. Diejenigen mit niedrigen Einkommen sind tendenziell stärker belastetet als solche mit hohen Einkommen.

Konsumausgaben privater Haushalte für Haushaltsenergie und Kraftstoffe in NRW der Jahre 2003 und 2023 nach Einkommensklassen

Höchster Anstieg der Energieausgaben im Vergleich zu 2003 bei Haushalten mit niedrigen Einkommen

Die Entwicklung zeigt, dass der Anteil der Ausgaben für Energie und Kraftstoffe am Haushaltsnettoeinkommen in allen Einkommensgruppen gestiegen ist. Am stärksten fiel der relative Anstieg bei NRW-Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 1.500 Euro aus: Hier erhöhte sich der Anteil von 10,2 % im Jahr 2003 auf 14,3 % im Jahr 2023 (+4,1 Prozentpunkte).

 

Auch bei Haushalten mit einem Einkommen von 1.500 bis unter 3.000 Euro erhöhte sich der Anteil deutlich von 8,6 % auf 10,9 % (+2,3 Prozentpunkte). Am geringsten fiel der Anstieg in der höchsten Einkommensklasse aus: Bei Haushalten mit einem Einkommen von 6.000 Euro und mehr erhöhte sich der Anteil lediglich von 4,5 % im Jahr 2003 auf 4,9 % im Jahr 2023 (+0,4 Prozentpunkte).

 

Hinweise zur Statistik

Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) ist die größte freiwillige Haushaltserhebung in Deutschland und wird alle fünf Jahre durchgeführt. An der Erhebung 2023 nahmen in Nordrhein-Westfalen 10.626 Haushalte teil. Die Ergebnisse werden auf eine Grundgesamtheit von rund 8,7 Millionen private Haushalte hochgerechnet. Die EVS liefert umfassende Informationen zu Einkommen, Konsum, Versicherungen, Vermögen, Schulden sowie zur Ausstattung privater Haushalte. Im Rahmen der EVS 2023 wurden methodische Weiterentwicklungen umgesetzt, unter anderem durch erweiterte digitale Erhebungsmöglichkeiten. Zudem wurde der Schlüssel für Einnahmen und Ausgaben (SEA) im Jahr 2021 überarbeitet. Zeitvergleiche mit früheren Erhebungen sind daher teilweise nur eingeschränkt möglich. Weitere methodische Hinweise enthält der Qualitätsbericht.

 

Die Daten des Verbraucherpreisindex stammen aus den monatlichen Preiserhebungen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, auf deren Basis der Verbraucherpreisindex monatlich fortgeschrieben wird. Für Auswertungen können verschiedene Zeiträume betrachtet werden: Übliche Vergleiche sind die prozentualen Veränderungen zum Vorjahresmonat (z. B. Januar 2026 mit Januar 2025) oder zwischen zwei aufeinander folgenden Monaten (z. B. Februar 2026 mit Januar 2026). Nach Vorliegen des Dezemberergebnisses wird darüber hinaus der Jahresdurchschnittswert berechnet. Auf Grundlage dieses Durchschnitts kann die Preisentwicklung verschiedener Jahre miteinander verglichen werden (z. B. zwischen den Jahren 2026 und 2022). (IT NRW)

Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen
Anzeigen